Hallo und guten Tag
Auch ein »heiliger Krieg« ist kein gerechter Krieg

Kennen Sie, liebe WOCHENBLATT – Leserinnen und – Leser dieses Gefühl auch? Mit schrecklichen Bildern vor den Augen wachte ich in aller Frühe auf, fühlte mich hilflos und im wahrsten Sinn des Wortes hundeelend. Ich hatte geträumt, dass in meiner kleinen Hunderepublik Not und Zerstörung herrschte. Unsere Häuser und Brunos Villa waren nur noch Schutt und Asche; es gab kein Futter und keine Medikamente. Losgetreten hatten die Katastrophe zwei Streithähne, die sich wegen des fehlenden Verstandes nicht auf eine vernünftige Lösung ihres Problems einigen konnten. Ziemlich bedeppert sahen sich die beiden Raufbolde den angerichteten Schaden an. Unser Präsident trommelte alle zusammen. »Ich will keine Vorwürfe hören. Die Streithähne haben Fehler gemacht und wir auch, weil wir diesen Irrsinn nicht gestoppt haben. Der Schaden muss schnellstens behoben werden und alle helfen mit«, erklärte Fritz Dackel. Soweit mein Traum. Bei den Zweibeinern dürfte so etwas nicht passieren, schließlich besitzen sie – im Gegensatz zu uns – einen Verstand. Doch setzen sie diese besondere Gabe auch immer richtig ein? Bei den Schreckensmeldungen der letzten Wochen und Tage kommen mir sehr große Zweifel. Der Krieg zwischen Israel und den Palästinensern fordert sinnlose Opfer auf beiden Seiten. Gleich in der Nachbarschaft wird ebenfalls gekämpft. Die Zerstörung von großen Teilen Syriens ist das Ergebnis. Nach Aussagen des UN-Flüchtlingswerks sind derzeit 2,9 Millionen Syrer auf der Flucht. 1,1 Millionen Syrer haben Zuflucht im Nachbarland Libanon gefunden; dieses kleine Land mit 4,4 Millionen Einwohnern stößt wirklich an den Rand seiner Möglichkeiten. Aber Europa stöhnt wegen der aufzunehmenden Flüchtlinge. Ich muss das nicht verstehen, ich habe ja keinen Verstand. Der nächste Kriegsschauplatz ist auch nicht weit entfernt. In der Ukraine wird gekämpft und gemordet. Dabei fehlt es in diesem Land doch auch an vielem. Im Irak machen Islamisten Jagd auf Christen. Nicht zu vergessen die kriegerischen Auseinandersetzungen in Afrika und sonst wo auf der Welt. Weshalb finden die Rudelführer – Pardon – die Regierungschefs der zerstrittenen Parteien keine Lösungen für ein friedliches Miteinander? Sie tragen doch die Verantwortung für ihre Länder oder habe ich das falsch verstanden?
Bei uns Vierbeinern sind die Rudelführer für das ganze Rudel verantwortlich; gilt das bei den Zweibeinern nicht? Zählen nur persönliche Interessen oder das Wohlergehen z. B. von Rüstungsfirmen? Aus meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten steht eines fest: Es gibt weder einen gerechten Krieg noch einen heiligen Krieg. Kriege sind immer Verbrechen.

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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