Hallo und guten Tag
Auch wir haben ein »Steuer-Paradies«

Lady, die bildhübsche Pudeldame plante eine Reise in die Schweiz. Gemeinsam mit Henriette ihres Zeichens ein Bleu de Gascogne wollte sie Zürich besuchen. Max so der Plan der Beiden sollte sie als ortskundiger Reiseleiter begleiten. Doch der Berner Sennenhund war nicht sehr begeistert; er kenne sich in Schaffhausen gut aus. Das sei überschaubar, aber doch nicht diese Riesenstadt an der Limmat. Weshalb es denn unbedingt Zürich sein muss, wollte Max wissen. Lady blickte ihn vielsagend an. »Max wir reisen nicht zu unserem Vergnügen. Wir müssen geschäftlich hin. Wir haben etliche Knochen in der Schweiz angelegt. Das Bankhaus Knöcheli AG rät uns jetzt zu einer Neuanlage«. »Aha, verstehe! Ihr habt bei Knöcheli am Finanzamt vorbei Knochen geparkt. Ich glaube es nicht, wenn das der Professor erfährt. Lady und Henriette, Ihr habt es faustdick hinter den Ohren«, platzte es aus Max heraus. »Ich brauche noch ein neues Halsband  und die Angebote auf der Bahnhofstraße sind einfach unwiderstehlich. Außerdem ist die Schweiz noch immer ein Steuerparadies«, ergänzte Henriette. Das hätte sie mal lieber nicht gesagt. Max wurde sauer. »So, Ihr zwei Neunmalklugen, dann lest doch mal den Schattenfinanzindex 2011 des Internationalen Netzwerks für Steuergerechtigkeit. Da gibt es eine ganz aktuelle Rangliste; die Schweiz liegt vor den Cayman Islands, Luxemburg, Hongkong, den USA, Singapur, Jersey und Japan auf Platz 1. Doch bereits auf Platz 9 folgt die ach so unschuldige Bundesrepublik. Deutschland gehört damit zu den Top 10 im weltweiten Netz von Steuerhinterziehung und Geldwäsche«. Fassungslos sahen die Hundedamen zu Max. Sie wollten mehr über das Internationale Netzwerk für Steuergerechtigkeit wissen. »Diese unabhängige Organisation will Steuerhinterziehung international bekämpfen. Außerdem kämpft sie für eine verbesserte Transparenz der internationalen Finanzmärkte. Auch die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) verlangt eine entsprechende Änderung«, erzählte der Schaffhauser Kollege weiter. »Deutschland liegt mit seiner Platzierung übrigens weit vor den üblichen Verdächtigen. Die Bermuda Inseln sind ja noch vergleichsweise nah dran auf Platz 12. Doch das Fürstentum Liechtenstein landete erst auf Platz 34 und die Seychellen gar auf Platz 55. Also weit abgeschlagen hinter der Bundesrepublik. Der Geheimhaltungswert eines Finanzplatzes ist
ausschlaggebend für den Listenplatz. Die Informationen habe ich übrigens einschließlich der Rangliste 2011 aus den Pressemeldungen von Misererior«. Wer in einem Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Aus meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten passt dieser Spruch der Zweibeiner hier besonders gut.

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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