Hallo und guten Tag
Die Geheimnisse von »höherer Gewalt«

Die Zweibeiner benutzen oft und gerne Redewendungen wie zum Beispiel »höhere Gewalt«. Bisher habe ich diesen Begriff immer mit Hochwasser, Sturm oder Unwetter in Verbindung gebracht. Seit Anfang dieses Monats weiß ich allerdings, dass auch der Rücktritt eines Ministers unter »höherer Gewalt« einzustufen ist. Der CDU-Stadtverband muss für die abgesagte Veranstaltung mit dem früheren Verteidigungsminister keine Ausfallkosten bezahlen, weil es sich laut OB Ehret um »höhere Gewalt« handelte. Ich höre, staune und lerne. »Gefahr erkannt, Gefahr gebannt«, das ist noch so eine Ausdrucksweise der Zweibeiner. Ich vermute mal, dass einem Gutachten des Internationalen Seegerichtshofs Hamburg genau diese Formel zugrunde liegt. Meine Informationen hierzu habe ich aus einem Artikel von SPIEGEL ONLINE. Danach richtet sich das Interesse der Rohstoffsucher aus der ganzen Welt auf die Tiefsee. »Was geschieht, wenn ein Projekt am Meeresboden aus dem Ruder läuft?« Genau mit dieser Frage hat sich der Internationale Seegerichtshof beschäftigt. Da hat sich der kanadische Bergbaukonzern Nautilus Minerals mit Nauru zusammengetan, um Mangan, Kobalt, Kupfer, Nickel und Eisen vom Meeresboden des Pazifiks zu holen. Nauru ist einer der kleinsten Staaten der Welt und genießt als Entwicklungsland Privilegien. Reiche Länder wie Deutschland haben das Meeresgebiet in dem Nauru und das kanadische Unternehmen Rohstoffe fördern wollen, bereits erforscht. Die Ergebnisse mussten aber kostenlos abgegeben werden! Deshalb sind Länder wie Nauru oder Tonga geschätzte Partner für Unternehmen wie Nautilus Minerals; schließlich fallen so kaum Kosten für eigene Forschung an.
Was würde passieren, wenn bei der geplanten Ausbeutung des Meeresbodens etwas schief läuft? Wenn z.B. giftige Metalle freigesetzt würden und ein großes Fischsterben einsetzen würde? Müsste Nautilus Minerals dann zahlen? Oder gingen die Kosten zu Lasten des Entwicklungslandes Nauru? Oder kommt es zu einer Kostenteilung? Mit diesen Fragen hat sich der Internationale Seegerichtshof jetzt beschäftigt. In einem Gutachten stellt die Kammer für Meeresbodenstreitigkeiten fest, dass sich Unternehmen nicht von ihrer Verantwortung freikaufen können. Das Gutachten fordert strenge Regeln für den Unterwasserbergbau. Bei Verstößen dagegen sollen dann die betreffenden Bergbauunternehmen in unbegrenzter Höhe zur Kasse gebeten werden. Sollten sich die Staaten nicht genügend um die Einhaltung der Gesetze kümmern, können auch sie zur Verantwortung gezogen werden. Die Ausbeutung der Bodenschätze ist mit hohen Umweltrisiken verbunden, so warnt Rüdiger Wolfrum, einer der Hamburger Richter. »Wann lernen die Zweibeiner endlich dazu?« Aus meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten wäre ein respektvoller Umgang mit Natur und Erde längst angebracht.

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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