Hallo und guten Tag
Ein Frühjahrsputz für die große Politik

Wir, das heißt meine Kollegen aus der Hunderepublik und meine Wenigkeit, bewegen uns in diesen Tagen auf gefährlichem Terrain. Die Sachlage ist uns nicht unbekannt, im regelmäßigen halbjährlichen Abstand heißt es aufs Neue »Aufgepasst!«. Unsere Regierungen erbringen Höchstleistungen wie Spitzensportler. Ihr Sport findet in keinem Stadion, auf keiner Rennstrecke und in keiner Halle statt.
Auf Neudeutsch würde ich das Ganze als „Frühjahrsfinish in Haus und Garten“ bezeichnen. Darf ich Ihnen, liebe WOCHENBLATT – Leserinnen und – Leser, meine Erlebnisse beim »Frühjahrsfinish« schildern? Also, am Sonntagabend ist alles noch ruhig und friedlich; doch mit einem gemütlichen Hock auf der Terrasse nimmt die Geschichte ihren Lauf. In der kommenden Woche will die allerbeste Ehefrau den Frühjahrsputz im Haus bewältigen. Mein Chef soll sich derweil um alle im Garten, usw. fälligen Arbeiten kümmern.
Punkt 1 auf der Wunschliste meiner Leibköchin ist der Neuanstrich für das Gartenhaus, dann soll sich mein Leithund den Grill vornehmen und die fälligen Umtopfarbeiten. „Wenn wir das alles in einer Woche erledigen wollen, muss ich die Touren mit dem bunten Hund verkürzen – sonst schaffen wir dieses Pensum nicht“, hörte ich meinen Alpharüden. Tolle Aussichten, dachte ich bei mir und verschwand zu Struppi. „Reg Dich nicht auf bei mir läuft die gleiche Vorstellung“, tröstete er mich. „Ich mag diese Woche überhaupt nicht. Jeden Tag stehen Putzkübel und Farbeimer woanders. Immer muss ich wegen frischer Farbe auf mein Fell aufpassen. Wir könnten doch gemeinsam was unternehmen, dann sind wir aus der Fahrbahn. Was meinst Du, Struppi?“. Mein Freund war von der Idee auf Tour zu gehen hell begeistert. »Diese Frühjahrs- und Herbstaktionen unserer Zweibeiner sind schon ein wenig nervig für uns. Doch bei Licht besehen, ist dieses halbjährliche Großreinemachen nicht schlecht. Diese Großreinemachaktion sollte man in den Ministerien auch einführen«, so Struppis Vorschlag. »Was soll das bringen?«, wollte ich von ihm wissen. „Na denk mal an die neue Geschichte mit Heckler und Koch. Am 20. November 2013 haben die Geschäftsführer des Unternehmens den damaligen Präsidenten des MAD wegen einer ganz bestimmten Sache besucht. So ist das laut Süddeutsche Zeitung in einer Vorlage aus der Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung vom März 2014 zu lesen. Bei halbjährlichem Großreinemachen wäre diese unglaubliche Geschichte spätestens im Mai 2014 an die Öffentlichkeit gekommen“, erklärte er mir. Mein Kumpel hat recht, regelmäßiger Großputz in den Ministerien wäre dringend nötig. Denn trau schau wem!

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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