Hallo und guten Tag
Ein Tiefenbahnhof wird zum großen Nadelöhr

Bei dem schlechten Wetter in den letzten Wochen verbrachte ich so manche Stunde mit Bruno Bernhardiner. Schließlich konnte und kann ich beim Professor halt immer etwas Neues erfahren. Unsere Intelligenzbestie beschäftigte sich in dieser Zeit mit Dr. rer. Nat. Christoph M. Engelhardt. Durch einen Artikel im Stern wurde er auf ihn aufmerksam. »Von Hause ist er Physiker«, erzählte Bruno. »Er war im Technischen Marketing und der Geschäftsplanung tätig. Einige Jahre arbeitete er als Konzernstratege und Analyst bei Siemens und als freier Programmierer«. Doch zurück zu dem Artikel. »Showdown« titelte der Stern in der Ausgabe 8/2013. »Sie wollten STUTTGART 21 einfach durchziehen. Doch plötzlich muss die S-21-Bande um Chefin Angela Merkel höllisch aufpassen. Die Stunde der Entscheidung ist da – zwischen den Schurken und den Helden des Spätzle-Westerns«, schrieb Arno Luik. Der Autor beschäftigte sich mit verschiedenen Beteiligten wie Angela Merkel, Winfried Kretschmann, Rüdiger Grube, dem früheren Projektleiter Hany Azer. Herr Azer hatte in einem 131 Seiten starken Bericht auf die Probleme hingewiesen und wurde abgezogen. Dann kam eben Christoph Engelhardt auf den Plan. Dieser Mann hielt den geplanten Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs nach eigener Aussage zunächst für eine gute Sache. Durch Zufall sah er Heiner Geißlers Schlichtungsrunde zu S21 im Herbst 2010. Innerhalb kürzester Zeit begriff er die unsaubere Argumentation der Bahn. Er entlarvte die Schlichtungsrunde als perfekte Desinformation und historischen Betrug. Um das zu belegen, analysierte er die S-21-TV-Übertragung und wurde zum Gegner des Projekts. Er prüfte Originalpläne, alle Gerichtsurteile und Archivunterlagen und stellte unter anderem fest:

Der Tiefbahnhof wird maximal 32,8 Züge in der Spitzenstunde leisten und damit deutlich weniger als die 38 Züge, die im alten Bahnhof fahren. Die Macher wussten Bescheid. Anders als versprochen wird der Tiefbahnhof nicht 50 Prozent mehr leisten können und S21 ist ein nicht genehmigungsfähiger Rückbau, so der Stern. »Unter WIKIREAL.ORG findet man unter anderem die korrekten Berechnungen von Christoph Engelhardt«, informierte mich der Professor. Als Vierbeiner ohne Verstand bin ich schockiert. Wurde der Projektleiter Hany Azer in die Wüste geschickt, weil sein Bericht vor der Landtagswahl unpassend war? Hat Verkehrsminister Winfried Hermann das brisante Papier endlich bekommen? Oder spielt die Bahn noch immer Katz und Maus? Bequemt sich die Landes – SPD jetzt und ändert ihre Position? Falls nicht, ist den Genossen dann noch zu helfen? Wer verdient hier zu Lasten der Steuerzahler? Wann werden die Befürworter gestoppt?

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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