Hallo und guten Tag
»Ich möchte ohne Angst schlafen und in die Schule gehen«

Da war ja noch einiges los und alles beherrschendes Thema die Flüchtlingsfrage. Pressekonferenzen mit Verweigerungshaltung, Schuldzuweisungen und windigen (um nicht zu sagen unglaubwürdigen) Erklärungen des politischen Führungspersonals waren Inhalt unzähliger Nachrichtensendungen, Talkshows und was weiß ich noch was. Ich höre schon die Widersprüche; »Bunter Hund, halt Deine Schnauze. Als Vierbeiner ohne Verstand hast Du keine Ahnung von den riesigen Schwierigkeiten vor denen wir stehen. Allein Kosten für die Unterbringung, den Lebensunterhalt und die Gesundheitsvorsorge verschlingen ein Vermögen«. Okay, ich habe nur meinen Instinkt. Doch einige Reaktionen von Zweibeinern sind aus meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten entweder hysterisch, scheinheilig oder bösartig. Da wird von offenbar auch nicht Einheimischen nachgefragt, ob es sich bei »dem Dunkelhaarigen« um einen Flüchtling handelt. Was soll so eine Frage eigentlich? Andere regen sich darüber auf, dass die Flüchtlingskinder in die Kindergärten und Schulen kommen. Ja, was soll denn das? Kinder sind doch die Unschuldigsten dieser Tragödie. Sie haben schon so viel Krieg und Leid auf der Flucht erlebt. Der Tod war ihr ständiger Begleiter. Sollen sie hier in Europa und Deutschland nochmals abgestraft werden? Während der Krisen in den Ostblockstaaten kamen unzählige Flüchtlinge zu uns. Ihren Kindern boten wir doch auch Kindergarten- und Schulplätze an oder habe ich das falsch in Erinnerung? Wie war das nach Ende des zweiten Weltkrieges? Ganz Europa – und die Betonung liegt auf ganz Europa – lag in Schutt und Asche; 12 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene fanden allein im zerstörten Westdeutschland eine Aufnahme – siehe www.bpb.de/themen/CNSEU,0,0. Weshalb beklagt ein Zweibeiner, dass keine christliche sondern eine muslimische Flüchtlingsfamilie im Pfarrhaus St. Peter und Paul eine neue Bleibe fand? Sind diese Menschen – egal welchen Glaubens – nicht alle auf der Flucht vor einem entsetzlichen Krieg? Soweit ich das verstehe, versuchen Eltern überall auf der Welt ihre Kinder vor Bomben und Granaten in Sicherheit zu bringen. Mein Instinkt sagt mir, dass die Unterbringung der syrischen Familie – egal welchen Glaubens – ganz im Sinne des Geistlichen Rats August Ruf ist. »Ich möchte ohne Angst schlafen und in die Schule gehen«, das vertraute der kleine Yasin im Lager Idomeni seinem Plüschtier an. Und welch erbärmliches Bild gibt Europäische Union samt ihrem Spitzenpersonal ab? Vielleicht sollte die Kanzlerin all jenen den Geldhahn zudrehen, die bei der Bewältigung der Krise nicht helfen, aber sehr wohl von Europa kassieren wollen.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen schöne Ostern und bleibe bis zum nächsten Mal, ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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