Liebe Leserinnen und Leser,

2G kommt, zumindest in vielen Bereichen des täglichen Lebens, außer - das ist wohl das Wichtigste, im Lebensmittelhandel. Was bedeutet das für die Weihnachtsfeiern der Firmen in der Region? Was bedeutet das für das Ausgehen mit Freundinnen und Freunden? Und lässt sich so für Gastrono-
men und Veranstalter noch gewinnbringend arbeiten? Was wird die Folge sein? Wir wittern, dass hier geimpft oder nichtgeimpft zum Schluss Freundschaften, Ehen und Familien und noch ein paar Geschäftsmodelle dazu ordentlich durcheinanderschüttelt. Unsere Idee dazu: Wenn Sie in einer Gruppe sind, in der Nichtgeimpfte und Geimpfte zusammen sind, dann finden Sie gemeinsam Wege, gute Zeit miteinander zu verbringen UND geben Sie sich gegenseitig den Raum und die Freiheit, dass Geimpfte dennoch ausgehen können, Kultur genießen etc. Oder finden Sie dritte Möglichkeiten: Essen daheim, Walking Dinner mit Take-Away-Food oder ähnliches. Not macht erfinderisch, nutzen Sie diese Mensch-
heitsweisheit
. Auch wenn wir manchmal gerade unsere Mitmenschen beobachten und denken: Was ist denn mit denen los? Es ist nur eine kleine Krise, die uns aus allzu sicher geglaubten Gewohnheiten reißt. Wo Freundschaft, Partnerschaft und Familie zarte Bande geknüpft haben, da sollte man sie nicht einfach mit den ersten Problemen kappen, auch nicht wegen ein paar Coronaregeln. Wo man Beziehungen nicht kappen will, muss man sprechen und Lösungen suchen.

Zumal es sein könnte, dass wir uns noch brauchen, weil wir zumindest nach wie vor glauben, dass da noch einiges auf uns rollt:

Beispiel eins: Udo Engelhardt, Chef der Singener Tafel, sieht auf die Menschen viel zukommen, die von Grundsicherung leben: Inflation, Teuerung von Wohnungs- und Energiekosten, Lebenshaltungskosten, die steigen. Wochenblattredakteurin Ute Mucha hat auf Seite 15 mit „Singens Sozialarbeiter Nummer eins“ gesprochen. Dass mittlerweile 30 Tafelläden der Region mit haltbareren Waren über ein großes Lager aus Worblingen versorgt werden, zeigt, mit welcher Professionalität hier bereits gearbeitet werden muss. Wenngleich Engelhardt sagt: Wir können lindern, das Problem lösen muss die Politik.

Ein ganz anderes und damit Beispiel zwei: In Deutschland wird es immer schwieriger an Holz zu kommen, das als Baustoff eigentlich einen guten Ruf hat, auch aus ökologischer Sicht. Aber: China und USA kaufen große Mengen Holz aus dem deutschen Markt ab, die Preise hierzulande steigen. Das hat Folgen für Bauherrn und damit für das Handwerk.

Mitten im Wohlstandstaumel erwischen die meisten von uns mehr oder weniger unvorbereitet plötzlich lauter Knappheitsphänomene (Holz, Papier, Chips, Mehl, Zucker…), weil die Mechanismen hinter diesen Knappheitsphänomenen nicht selbst zu lösen sind, schon gar nicht selbst hier in der Region verantwortet sind, aber sich hier gravierend auswirken. Hier wirken sich Joe Bidens 2.000.000.000.000-Dollar-Investitionspaket in die amerikanische Wirtschaft und Infrastruktur genauso aus, wie Chinas weltweite Wirtschaftspolitik. Und so schauen wir mit Bangen und Hoffen mit vielen anderen (vielleicht auch von Ihnen) in Richtung politisches Berlin, wo sich noch nicht so ganz gefunden hat, was sich finden muss. Die Menschen, die sich hier haben wählen lassen, haben eine große Verantwortung in den nächsten Jahren, weil die nächsten entscheidenden Weichen für unsere Zukunft stellt offensichtlich die Politik, die USA und China geben dabei die Spielregeln vor.

Randnotiz: In den meisten Branchen, das wollen wir nicht verschweigen, gehen die Branchensprecher indes davon aus, dass der Mangel höchstens ein Jahr geht. Bei Corona gingen die meisten auch nur von ein paar Monaten aus. Wir hoffen, dass die Branchenexperten Recht behalten, alleine der Glaube fällt uns schwer …

Früher hätte man an dieser Stelle wahrscheinlich geschrieben: Wir sind in Gottes Hand. Aber darüber werden wir uns in diesen Zeiten auch nicht mehr einig. Also müssen wir selbst irgendwie mit dieser fordernden Zeit zurechtkommen. Hoffentlich haben wir die richtigen Werte dabei und wo sie nicht sind, müssen wir sie (neu) verhandeln, nicht nur, wenn es um 2 G geht. Das wird, wir ahnen es, ohne Zweifel anstrengend ...

Lasst uns mal mit unseren eigenen Coronaregeln anfangen zu üben, der Winter wird es einfordern,

Carmen Frese, Verlegerin
Anatol Hennig, Herausgeber
Oliver Fiedler, Chefredakteur

Autor:

Redaktion aus Singen

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