Hallo und guten Tag
Moderne Sklaverei für die Fußball-WM in Katar

Die Dämmerschoppenrunde trifft sich zurzeit sehr oft. Jedes Spiel der deutschen Nationalmannschaft verfolgen die Freunde gemeinsam. Die Fußball-Treffen finden in unserer umfunktionierten Garage statt. Ganz ehrlich, meine Regierung hat sich da mächtig ins Zeug gelegt, um für einen entspannten Fernseh- Abend zu sorgen.
Sogar mein Plätzchen bei der Runde haben mein Leithund und meine Leibköchin nicht vergessen! An einem der Abende kam das Gespräch plötzlich auf die Fußball-WM in Katar. »Die Vergabe nach Katar ist einfach nur ätzend«, hörte ich Rolf. »Ich verstehe die Entscheidung der FIFA nicht. Mehr als 85 Prozent der Bevölkerung Katars sind Ausländer, die praktisch wie Leibeigene behandelt werden. Selbst Einheimischen geht es in diesem Land an den Kragen; erst im März diesen Jahres wurde ein katarischer Beamter verhaftet, weil er zu viel mit einer Delegation der ILO (=International Labour Organization) geredet hatte. Das hat doch nichts mit einem Rechtsstaat zu tun. Kritik an dem selbstherrlichen Emir ist streng verboten; wagt es trotzdem jemand, landet er im Gefängnis.
Die FIFA hat sich da einen »feinen« Partner gesucht. Ich frage mich, ob der Emir mit Scheinen gewunken hat. Denen traue ich zwischenzeitlich so ziemlich alles zu«. Ich war platt, Rolf kannte ich als einen Zweibeiner, der den Ausgleich sucht. Aber diese Kröte will und kann er wohl einfach nicht schlucken. Manfred teilte die Meinung von Rolf.
»Die skandalösen Arbeitsbedingungen in Katar schreien zum Himmel. 1.993 tote nepalesische und indische Arbeitnehmer, das sagt doch schon alles. Ich habe die Zahlen aus dem Frontline Bericht 2015 des internationalen Gewerkschaftsbundes. Unter dem Titel »Gewinner und Verlierer. Die Kosten der modernen Sklaverei« ist alles nachzulesen.
Fein aufgelistet findet man unter anderem die 25 Bauunternehmen, die in Katar Geschäfte machen. Ich sage Euch, da sind auch viele europäische Firmen ganz vorne mit dabei. »Die Leibeigenen von Katar«, so ist der Titel eines Berichts von David Garcia.
In seiner Reportage in Le Monde diplomatique berichtet er, dass 2 Millionen ausländische Arbeitnehmer fast 90 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Er beschreibt auch das Kafala-System, das die Arbeitnehmer unter Kuratel eines Paten, also ihres Arbeitgebers stellt. Dieses System gilt im Übrigen auf der gesamten arabischen Halbinsel. Ich frage mich, welcher Teufel die FIFA -Lichtgestalten bei der Vergabe der WM nach Katar geritten hat«, so Manfred. Haben sich die Herrschaften richtig informiert oder sind die geschundenen Arbeitnehmer einfach egal?

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund. 

Autor:

Redaktion aus Singen

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