Hallo und guten Tag
Politik von der Windhundpartei

In den letzten Tagen gab es in unserem Quartier einige Aufregungen, ausgelöst durch Sir Summerstorm. Der Neuzugang in unserem Viertel war mit Bruno Bernhardiner unterwegs und das war mehr als ungewöhnlich. Dazu müssen Sie wissen, liebe WOCHENBLATT - Leserinnen und - Leser bei Jack (das ist der Rufname von Sir Summerstorm) handelt es sich einen Greyhound. Das ist der Sportwagen unter uns Vierbeinern. In unserer Nachbarschaft lebt jetzt so zu sagen der Porsche, Maserati oder Ferrari auf vier Pfoten. Deshalb wollte ich gar nicht glauben, dass Bruno "unser Dicker" mit dieser Rennmaschine auf Tour war. Ich traute meinen Augen kaum, denn kurze Zeit später lief unsere Intelligenzbestie in der gewohnten Geschwindigkeit ein. Neben ihm trabte im gleichen Tempo Jack, der Greyhound. Bruno stupfte Jack und brummte "das kriegen wir schon hin". Sir Summerstorm blieb skeptisch und machte sich auf den Heimweg, Bruno nahm seine gewohnte Position vor seiner Hütte ein und legte die Stirn in Falten. "Was willst Du denn hinkriegen?", so meine direkte Frage an den Professor. "Jack war ein sehr erfolgreicher Rennläufer. Sein Zweibeiner hat ihn aber mit Rücksicht auf seine Gesundheit nicht mehr starten lassen und jetzt fühlt sich Sir Summerstorm nicht mehr ausgelastet", so der Bericht von Bruno. Er wolle jetzt allein bleiben um ungestört über eine Lösung des Problems nachzudenken. Ich solle doch am Abend wieder vorbeikommen bis dahin wäre ihm bestimmt etwas eingefallen. Ich konnte den Abend kaum erwarten und platzte schier vor Neugier. Jack brauchte eine sportliche Herausforderung, doch wie wollte unser unsportlicher Bruno da helfen? Als ich zum Professor zurückkehrte, lag er zufrieden vor seiner Hütte; er hätte die Lösung des Problems gefunden. Wir würden ein Spaß - Hunderennen veranstalten. Da könnten alle aus dem Viertel mit-machen. Dann erklärte er das System dieses Rennens. Der Hundebesitzer läuft eine Strecke ab, sein Vierbeiner muss warten. Dann ruft der Chef seinen Hund zu sich und der läuft so schnell wie er eben kann zu ihm. So könnte bei diesem Rennen die Gewinnerin zum Beispiel die zarte Lady sein, weil sie besonders aufmerksam ist und sich durch nichts ablenken lässt. Superläufer könnten hinter ihr zurückbleiben, weil es unterwegs viel zu sehen gibt. Ich weiß nicht, liebe WOCHENBLATT - Leserinnen und - Leser irgendwie erinnert mich das an die vergangenen Landtagswahlen. Hm, wie soll ich das bloß erklären? Das ist für mich als Vierbeiner ohne Verstand sehr schwierig. Am besten bleibe ich in der Hun-dewelt. Also, Peter Müller aus dem Saarland, Dieter Althaus aus Thüringen und Stanislaw Tillich aus Sachsen, das waren die Greyhounds in diesem Wahlkampfrennen. Der Saar - Napoleon, Oskar Lafontaine und sein thüringisches Pendant, Bodo Ramelow ersetzten in diesem Rennen unsere Lady; sie verfolgten ihr Ziel aufmerksam und ließen sich durch nichts ablenken. In Sachsen hat das nicht geklappt. Da hat der Greyhound Stanislaw Tillich das Rennen genau aus den gleichen Gründen für sich entschieden. Habe ich das alles richtig verstanden, so starten bei diesen Wahlkampfrennen die Alphatiere jeder Partei mit einer Mannschaft. Das ist nach meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten mit einem Schlittenhunderennen zu vergleichen. Der Leithund und erste Hund im Gespann gibt - soweit mir bekannt ist - das Tempo vor; er ist mitverantwortlich für die Motivation , hat ein gutes Orientierungsvermögen und leistet härteste Arbeit. Ist ein Leithund nicht in Topform nimmt ihn sein Chef - Musher genannt - aus dem Rennen. Ist die Bundeskanzlerin nicht die Chefin von Peter Müller im Saarland und Dieter Althaus in Thüringen? Hätte Sie als Musherin (ich hoffe, das heißt so bei den Damen) die Beiden nicht aus dem Rennen nehmen müssen? Zumindest Herr Althaus war doch angeschlagen oder täusche ich mich da? Das hat ja nun auch sein notwendiger Rücktritt gezeigt, dass er nicht unbedingt ein "Polster" hatte. Wie geht das dann nach der Bundestagswahl weiter? Wäre es bei den vielen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Kinderarmut, Bildungsnotstand, usw. nicht sinnvoll nach der Wahl eine Regierungsmannschaft mit den Besten aus allen Teams zusammen zu stellen? Kämen so nicht die besten Lösungen für Otto - Normalverbraucher zustande? Könnte man die Interessenvertreter - neudeutsch Lobbyisten genannt - dann nicht in die Wüste schicken? Das sind nur die Fragen eines Vierbeiners ohne Verstand.

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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