Hallo und guten Tag
Totschweigen hilft nicht gegen die rechte Gefahr

Zum ersten Mal in meinem Hundeleben war ich auf einer Demo (= Demonstration), das heißt ich durfte meinen Chef begleiten. Die NPD machte Wahlkampf und rückte mit etwa 12 Parteileuten an. Ein Satz des NPD- Redners hat mich besonders aufgeschreckt. Sinngemäß sagte er: »Wenn wir erst das Sagen haben, wird ein Teil der Gegendemonstranten sofort in die Justizvollzugsanstalt kommen.« Gewerkschaftsmitglieder, SPD-Vertreter, die Piraten, die Antifa und junge Leute kamen zur Gegendemonstration. Mit einem Pfeifkonzert machten sie ihrem Ärger Luft. Doch wo – so fragte ich mich – waren die Mitglieder der Gemeinderatsfraktionen? Wo waren die offiziellen Vertreter der Stadt? Hatten die Stadträte von der Veranstaltung gar nichts gewusst? Haben sich alle diese Zweibeiner vornehme Zurückhaltung auferlegt? Genau so wie es die Pressesprecherin der Stadtverwaltung erklärte? »Keine mediale Aufmerksamkeit für diese Partei«, das wollte man mit dieser Vorgehensweise erreichen. Auch das Gefährdungspotenzial sollte so minimiert werden. Das hört sich ganz plausibel an. Doch ich wollte es genauer wissen und bat meinen Erfinder um seine Hilfe. Stellvertretend für meine Wenigkeit hat er den Abgeordneten, Bürgermeister Häusler und den Gemeinderatsfraktionen 7 Fragen vorgelegt. Andreas Jung – MdB –, Bürgermeister Häusler, Dr. Hubertus Both von den Freien Wählern und Peter Hänssler von der FDP     haben bis jetzt ge-antwortet. Die fehlenden Antworten sind sicherlich der Ferienzeit geschuldet und kommen nach. Doch mit einer Nichtbeachtung und einem Totschweigen der Nazis ist es aus meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten nicht getan. »Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte«, so Martin Niemöller. Der Sozialdemokrat und ehemalige Reichstagsabgeordnete, Josef Felder, erhob immer wieder mahnend seine Stimme. »Wehret den Anfängen! Vergesst nicht, wie es zu der Katastrophe kam! Lasst nicht zu, dass wieder Minderheiten ausgegrenzt und verteufelt werden, dass wieder Freund-Feind-Denken Platz greift! Und seid Euch bewusst, dass nicht nur der Staat, sondern jede und jeder Einzelne für die Bewahrung der Demokratie mitverantwortlich ist.« Den mahnenden Worten von Martin Niemöller und Josef Felder ist nichts hinzuzufügen. Doch für die gesamte WOCHENBLATT-Region muss es ganz schnell ein gemeinsames »Bündnis gegen Rechts« unter Beteiligung der Fraktionen und der Oberbürgermeister und Bürgermeister geben.

 

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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