Wafrös alemannische Dialektik vom 14. Juli 2010

Alle selle, wo vum Schport nix halted, selle wo de Meinung sind, dass Fuessball en Bledsinn isch, die schnufed etz uff, weil die Weltmeischterschaft vorbei isch und s Läbe wieder normal wird. Etz ka me wieder mitenand schwätze, ohne dass sich alls um Schweinsteiger, Klose, Podolski & Co dreht. Der Schpuck isch vorbei wie en böse Traum. I glaub fascht, dass'es ä kläne Minderheit i unserm Land isch, wo so denkt. Die Kickerei hot nämlich diefe Schpure hinderlosse und zwar Schpure, a däne mer sich nu freie ka. Guet, Weltmeischter sind die Deitsche it wore, aber die Drittbeschte vu dem weltweite Wettkampf und des isch großartig. Wemmer Weltmeischter wore wäred, no hett uns doch wieder de Haber gschtoche, no hette'mer wieder durchdräht und weltweit hett's wieder gheisse, »so sind halt!« Etz isch aber alls andersch kumme. Bi uns, also bi de deitsche Nazionalmannschaft hond junge Kerle mitschpillt, vu däne hot me no nie ebbes ghert. Weil vum klassische Team die Guete verletzt wared, hot der Bundesträner, en Badenser ussem Hotzewald, wo scho z Gottmadinge gwohnt hot, seller »Jogi« also de Joachim Löw ä junge, neie Mannschaft ufschtelle mösse, wo die Kenner gmont hond, ha des wird ebbes gäe. S ot ebbes gäe. Gradzues weltweit hot mer die junge Kerle im zämmewachse mit de ältere bewunderet, wie sauguet die Mannschaft gschpillt hot, wa se fir Erfolg ghet hot und wie se ihre Niederlage eigschteckt und verkraftet hond. Die Ausschtrahlung war so schtark, dass hett mone känne, s ganz Volk dät hindedra schtoh und des verruckte war, s isch au hindedra gschtande. Z vorderscht war d Angela Merkel, d Bundeskanzlerin und hot mitgfieberet, bi de Schpiel, wo se hot känne debei si. Voller Reschpekt hot mer vu dem Jogi und sinere Mannschaft gschwätzt, wie se zämmehalted, wie se mitenand schpieled und mitenand umgond. Und s schänscht wared die Schtimme im Ausland, wo sich zum Teil die Vorurteil gege die Deitsche umdrillet hond. Us dem Bild vum Sauerkrautfresser und Biersäufer isch z'mols ä imposante Gruppe wore, wo imponiert hot, it nu bim kicke, sondern vu de Kameradschaft, vum menschliche Beischpiel her. Dass de Schport und au no s kicke mol so ä Wirkung ho kännt, des hett i nie fir meglich ghalte. Hochintressant wared fir mi all wieder die junge Ausländerbüeble, wo vor de Bildschirm fir Deutschland gschriie hond und dass nochem verpasste Finale niemerd sei Fähnele vum Autodach gnumme hot, nei sie honds dobe glo, als ob mir im Finale wäred. Dass ä Volk ufs mol hinder de eigene Mannschaft schtoht und so ebbes wie ä Mitenander signalisiert, trotz dem miserable Beischpiel vu de Bolidik, wo me etz grad präsentiert griegt, des isch denn scho en beachtliche Effekt, vu some Schportereignis. Nadierlich hond die Berufsschportkritikaschter wieder d Ameise hueschte höre und wared de Meinung »Das Finale war so nicht drin!
Egal wie gschied se wieder mol sind, sie mond froh sei, wenn de Träner, de Jogi, de Liebling vu de Nazion, wenn der bliibt und it goht. Do giits nämlich it nu die Zwanziger i de Mannschaft, do giits no den Zwanziger als DFB-Präsident und s isch wie's iberall isch, dass d Praktiker mit de Theoretiker sich manchmol weng i de Hoor lieged, aber au des Rissle wird sicher wieder gflickt, wo etz doch unsern neie Bundespräsident im Jogi s Bundesvedienschtkreiz umhänge mecht. S wär schä, wenn de Hirt no bitzele bi sinere Herde bliibe dät und s wär halt sauschää, wenn de Traum vu de letzschte Woche no weng aahebe wett, s Volk und die Obere hetteds dringend nötig.

Von Walter Fröhlich

Autor:

Redaktion aus Singen

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