Wafrös alemannische Dialektik vom 25. August 2010

Des isch bitzele ä heikels Thema, do sott mer eigentlich nu mit sich selber schwätze. Mer ka dodemit nämlich en Hufe Lüt vor de Kopf schtosse, weil's iber die Sach total verschiedene Meinung giit. I mon nämlich die Ehe, beziehungsweis die heikle Frog, ob se unauflöslich isch, so wie bi de Katholike, oder ob mer sich scheide lo und trotzdem Chrischt bliibe ka, wie zum Beischpiel bi de Proteschtante. Also wemer wörtlich nimmt, wa i de Bibel, im Neue Teschtament schtoht, no derf me sich it scheide lo, sondern moß bi sim Ehepartner bliibe, bis de Tod die zwä scheidet.  En Katholische Pfarrer vum alte Schlag loot des Brautpaar no verschpreche, daß se zämmebliebe und sich liebe däted, äbe bis de Tod vum oene oder andere die zwä trennt. I hon aber au scho jüngere Pfarrer känneglernt, die hond den Schwur binere Trauung ä weng abgmilderet und die ganz Moderne londen sogar weg, weil se saged, des känn doch en junge Mensch it wisse, wie des mol isch, wenner älter isch Sie wissed nadierlich, wievill vu ihrem Weihejohrgang inzwische de Kittel uszoge hond, obwohl se bi de Primiz ebbes anders verschproche hond. Des mit dere lebenslange Treue klappt hüt hinde und vorne nume. Wenns andersch wär, no dät it jede dritt Ehe wieder gschiede wäre und die Sach isch ä Kreiz, au fir die alte Eltere, wo do nume mitkummed.
S isch all wieder ufs neie wie ä Wunder, wenn so ä jungs Päärle so inenand verliebt isch, daß se moned, sie mößted etz hürote, damit se fir immer zämme wäred. Manche hüroted au, weil sich scho ä neu's Läbe ameldet, aber des isch scho lang kon Grund meh. Mer antizipiert nämlich die Ehe und hürotet ersch nochem dritte Kind, oder iberhaupt it. Und weil des d Muetter Kirche it zuelosst, läbed sottige Eltere im dauernde Zueschtand vu de Sind aber des isch däne au egal, no bliibed se halt us de Kirche husse und des sind au it grad wenig.
Kurzum, des isch äbbes, wo vill Katholike unsere Schweschtere und Brieder vu de Proteschtante und Altkatholike beneided und hoffed, daß sich do i de näkschte Johr mol ebbes änderet, aber do känned se lang warte. Z Rom sind taused Johr wie on Tag. Sie gond z Rom halt au vu de Gebrächlichkeit vu de Mensche aus und die isch scho bitzele firchtig. Wemer die Scheidung erlaubt, denn sind se ersch no it z'friede, sondern hüroted zwä mol, oder wie ä bekannte Filmdiva siebe mol. Sie glaubed it, daß die junge Liebe äbbes dauerhaftes isch und do sind se leider it ufem Holzwäg. Mer moss nu mol amene Sunntig ine Lokal ge ess go und die Ehepaar beobachte, wo au ge esse gange sind. Däne guckt s Glick und d Liebe so us de Auge, daß me vor allem mit däne Fraue sofort Mitleid griegt. Des sind denn die Käfigehene und des wänd die Junge hüt nume ä Läbe lang uf sich näeh. Etz hot on us Wolfebüttel en Prozeß vor em Landgricht Braunschweig, weil er sei Fraule miteme Harzer-Käs hot vergifte welle. Er isch ersch 57ge, aber er hot sicher denkt wenn de Tod uns scheidet, no bin i wieder ledig. Die Sei hot de Brote g'roche und hot de Käs it g'esse, sondern undersueche lo. Weil ihm de Trick verreckt isch, hoter sei Jagdgwehr gholet und hot se welle verschieße. Sie hot aber gschpannt, wan'er vorhot und isch abghaue. Etz ischer angeklagt wäge "Mordversuch aus niederen Beweggründen und Heimtücke!" Die weniger Zartbesaitete wäred etz denke, wenn'er glei gschosse het, no het'er sich de Käs schpare känne, aber des isch jo ko Lösung fir die Unauflöslichkeit der Ehe, obwohl die Art gar numme so selte isch, wie me all Tag us de Ziitig erfahrt.

Von Walter Fröhlich

Autor:

Redaktion aus Singen

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