Hallo und guten Tag
Was steckt hinter den Siegeln?

Wir Hunde sind ja keine Kostverächter, wenn es um Fleischwaren geht. Mit großem Interesse las ich deshalb die verschiedenen Angebote. Schenkt man den bunt bebilderten Prospekten Glauben, dann handelt es sich um 100 % geprüfte Qualität. Außerdem wird eine artgerechte Aufzucht in Deutschland und die Schlachtung in deutschen Schlachthöfen garantiert. Auch abgepackt wird das Fleisch in Deutschland. Stolz wird auf das DLG – Siegel verwiesen, das jährlich vergeben wird. Das QS- Siegel garantiert unabhängige Gesundheits-, Sicherheits- und Qualitätskontrollen. Mich interessiert vor allem wie die Tiere vor ihrer Schlachtung leben durften. Aus meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten sagen die genannten Siegel hierzu aber nichts. Um ganz sicher zu gehen, suchte ich im Internet und wurde fündig. „Was sagen das DLG- oder das QS – Siegel, die man auf vielen Etiketten findet, über die Haltungsform aus? Beide Siegel lassen im Gegensatz zu den Bio – Labeln keinerlei Rückschlüsse auf die Art der Tierhaltung zu. DLG steht für die Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft, die das Label vergibt und dabei Geschmack, Geruch, Aussehen und Konsistenz beurteilt. Das QS- Siegel umfasst Anforderungen an die Produktqualität, die Landwirtschaft, den Futtermittelsektor, die Schlachtung und die Verarbeitung“, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Die Verbraucherschützer sagen auch was unter artgerechter Tierhaltung zu verstehen ist. Alle Betriebe mit artgerechter Tierhaltung gewähren mehr Auslauf und mehr Platz, meistens gibt es Weidegang oder zumindest Bewegungsmöglichkeiten im Laufhof. Die Anzahl der Tiere ist an die Fläche gebunden; sie stehen nicht auf strohlosen Spaltenböden oder Gitterrosten. Intensivhaltung in Form von Turbomast auf engstem Raum ist verboten. Hauptsächlich sind ökologische Futtermittel und keine Gentechnik vorgeschrieben. Überall ist der Medikamenteneinsatz stark reglementiert. Ganz im Gegensatz zur Massentierhaltung. Nach den Feststellungen der Hamburger Verbraucherschützer werden in Deutschland ca. 900 Tonnen Antibiotika eingesetzt; da die Tiere auf engstem Raum gehalten werden, ohne Auslaufmöglichkeiten, ohne Frischluft und ohne Beschäftigungsmöglichkeiten entsteht eine hohe Infektionsgefahr. Bei Biofleisch dürfen Antibiotika nur bei erkrankten Tieren angewendet werden und nach zweimaliger Behandlung darf das Fleisch nicht mehr als Bio-Fleisch verkauft werden. „Bio – Fleisch ist sehr teuer“, so höre ich viele Zweibeiner. Doch wie ist das mit dem Entstehen resistenter Keime? Finden sich Antibiotikareste auch im Fleisch? Nehmen die Zweibeiner dann ungewollt Antibiotika zu sich? Mit welchen Folgen? Gelangen sie über die Gülle wieder auf die Felder und ins Grundwasser? Hier billige Fleischpreise und am Ende zusätzliche Kosten für Umweltschäden? Kann es das sein?

[p]In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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