Standort will großes Stück vom 200-Millionen-Euro Investitionskuchen
Bewerbung für neues Walzwerk in Singen

  • Foto: Sebastian Kopsch, kaufmännischer Leiter des Constellium-Werks in Singen kündigte gegenüber dem WOCHENBLATT die Bewerbung für eine neue Produktionslinie für Karosserieteile aus Aluminium an. Bis 2016 sieht der Constellium-Konzern dafür einen zusätzlichen B
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Singen/Amsterdam (of). Eine überraschende Pressemitteilung gab es bereits am letzten Mittwoch vom Constellium-Konzern aus Amsterdam. Das im Jahr 2011 aus dem Verkauf von Alcan Engineered Produkts entstandene Firmenkonglomerat, das seit letztem Jahr auch an der Börse in New York platziert ist, will in den nächsten drei Jahren rund 200 Millionen Euro in den Ausbau der Walzwerke für die sogenannte »Body in White«-Produktion zu investieren. Hinter dem Kunstbegriff verbirgt sich die Absicht der Konzernspitze, die Rolle als Zulieferer der Automobilindustrie in naher Zukunft auszubauen und den Herstellern Alubleche für die Karosserieproduktion anzubieten.
»Constellium erwartet vom starken Marktwachstum zu profitieren, da Aluminiumbleche zunehmend nicht nur für die Serienproduktion von Premium-Fahrzeugen sondern auch für Volumenmodelle verwendet werden«, wird Laurent Musy, Präsident des Constellium-Geschäftsbereichs Packaging and Automotive Rolled Products in der Medienmitteilung zitiert.
Zwei Werke sollen nach der Mitteilung noch in diesem Jahr von der Investitionswelle profitieren, denn die Nachfrage nach diesen Blechen steige schon jetzt kräftig. Das wird nach der Mitteilung zum einen das Walzwerk im elsässischen Neuf-Brisach sein, und der Standort Singen. In Singen solle durch die Erneuerung und Erweiterung des Banddurchlaufofens schon zur »Jahresmitte« die Produktion von Alu-Karossierieblechen beginnen, wurde angekündigt.
Weiter will Constellium für diese »Body in White“-Produktion an einem Standort in Europa eine ganz neue Fertigungslinie aufgebaut werden, mit einer Kapazität von rund 100.000 Tonnen pro Jahr. Der Standort dafür ist jedoch noch offen.
Er könnte auch in Singen sein, sagte am Montag Sebastian Kopsch, kaufmännischer Leiter am Standort Singen auf Nachfrage des WOCHENBLATT. »Wir haben uns als Standort für diese Produktionslinie im Konzern beworben. Allerdings stehen wir erst am Anfang von Verhandlungen um die Bedingungen«, so Kopsch. Sicher ist für ihn allerdings, dass im Werk Singen ab diesem Jahr wieder mit dem Walzwerk für die Automobilindustrie produziert werde. Bisher wurden nur Profile im Presswerk hergestellt, die im Werk Gottmadingen in hohen Stückzahlen zu Crash-Management-Bauteilen für die Autoindustrie weiter verarbeitet werden.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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