Trotz schwierigen Bedingungen
Die Baugenossenschaft Hegau will für weiteren Wohnraum sorgen
- Durch Aufstockung, Anbau und Modernisierung sollen im Bestand in der Schauinslandstraße in Singen 60 zusätzliche Wohnungen entstehen.
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Singen. Trotz weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen: Die Baugenossenschaft Hegau investiert weiter in neue Wohnungen. Kai Feseker, geschäftsführender Vorstand, stellte jüngst nicht nur die aktuelle Entwicklung der Baugenossenschaft vor, sondern auch anstehende Vorhaben, bei denen auch der Bauturbo eine Rolle spielt.
Insgesamt haben sich die Investitionen der Baugenossenschaft in 2025 im Vergleich zum Vorjahr verringert. Während 2024 noch insgesamt rund 9,9 Millionen Euro in neue und Bestandswohnungen investiert wurden, waren es 2025 rund 9,3 Millionen. Wobei sich die Investitionen in den Bestand erhöht haben. Kai Feseker zeigte sich zufrieden: "Das sind Investitionen in die Region." Die Finanzlage der Genossenschaft entwickelte sich positiv. Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 2,5 Millionen auf rund drei Millionen Euro, die Eigenkapitalquote von rund 43 Prozent auf über 45 Prozent. Diese Zahl schaffe Handlungsspielraum, um Projekte realisieren zu können, so Feseker.
Realisiert wurde und wird: 38 neue Wohnungen - unter anderem durch das Projekt "Überlinger Höfe" - kamen 2025 zum Bestand hinzu, der damit auf 2.026 Wohnungen wuchs. Die Leerstandsquote betrug zum Jahreswechsel unter einem Prozent. "Das ist Vollvermietung." Einen unguten Trend sieht Feseker in der Entwicklung von Wohnfläche pro Kopf. Dieser habe sich in Baden-Württemberg von 39,3 Quadratmeter in 2000 auf 48,7 Quadratmeter in 2024 gesteigert. "Das ist ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent." Den Grund sieht er in der Sorge von Menschen, beim Umzug in eine kleinere Wohnung mit einer höhreren Miete konfrontiert zu sein.
Auch in 2026 investiert die Hegau in den Bestand. So sollen die Wohnungen in der Reutestraße 90 und 92 in Konstanz modernisiert werden. Erstmals sollen die Bäder in den Wohnungen seriell modernisiert werden, mit vorgefertigten Elementen. Auch in der Wollmatinger Straße 151 und 155 sind Modernisierungen geplant.
Neuer Wohnraum ist unter anderem in Stockach mit dem Albert-Schweitzer-Quartett geplant, das nach dem Beschluss des Bebauungsplans weiterverfolgt werden kann. Hier sollen 40 Wohnungen entstehen. Ursprünglich waren 44 geplant, doch wurde die Zahl zugunsten von zusätzlichen Fluchtwegen reduziert. Ebenfalls neue Wohnungen sollen in Radolfzell in der Hohenfriedingenstraße und in Singen in der Schauinslandstraße entstehen. Durch Aufstockung der Bestandsgebäude sind 25 beziehungsweise 60 zusätzliche Wohnungen geplant.
Hier profitiert die Baugenossenschaft von gesetzlichen Änderungen: Das Projekt Schauinslandstraße "ist nur mit dem Bauturbo möglich", erklärte Kai Feseker. Und auch die in der Landesbauordnung verankerte Befreiung von Stellplatzzwängen bei Aufstockungen erleichtere solche Projekte.
Autor:Tobias Lange aus Singen |