Weiteres dynamisches Wachstum für solarcomplex
Energiewende braucht einfach auch Personal

Bene Müller bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für 2021. Die Kurve geht weiter kräftig nach oben. Für eine Energiewende reicht das aber noch nicht aus. | Foto: swb-Bild: Karin Leyhe-Schröpfer
  • Bene Müller bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für 2021. Die Kurve geht weiter kräftig nach oben. Für eine Energiewende reicht das aber noch nicht aus.
  • Foto: swb-Bild: Karin Leyhe-Schröpfer
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Singen. Ein dynamisches Wachstum bei den Bilanzzahlen zeigte jüngst, wie erfolgreich auch der Jahresabschluss von 2021
bei der Singener Firma solarcomplex AG war. Bene Müller, Mit-Vorstand bei solarcomplex und für den Bereich Vertrieb und Marketing zuständig, präsentierte erfreuliche Zahlen, die 2021 nochmal übertroffen wurden. Die Bilanzsumme beträgt nun 71,5 Millionen Euro, im Jahr zuvor lag diese bei 70,8  Millionen Euro, wie Müller erläuterte. Seit der Gründung im Jahr 2000 ist die Zahl der Gesellschafter (inzwischen Aktionäre) von 20 auf über 1.000 und das Eigenkapital von 37.500 Euro auf 26 Millionen Euro gewachsen, machte Bene Müller deutlich.
Seit 2007 hat sich dieses kontinuierlich fortentwickelt, der Gewinn sei spürbar angestiegen, auch durch die starke Nachfrage nach PV-Anlagen für die Dächer von Gewerbebetrieben und Industriehallen, wo der Strom oft zur günstigen Eigennutzung zur Verwendung kommt. Mittlerweile seien eben auch sieben Cent pro kWh Dachflächenstrom günstiger als das Netz es anbieten kann, betonte er. Auch unter Berücksichtigung der dafür nötigen Investition.
Somit eine Erfolgsgeschichte für erneuerbare Energien? Einerseits auf jeden Fall ein deutliches Ja von Bene Müller. Andererseits drücken auch in diesem Unternehmen aktuell die Personalprobleme etwas auf die Euphorie, denn es fehlt Fachpersonal wie ElektrikerInnen für die PV-Abteilung oder auch HeizungsbauerInnen, die für die Bioenergieabteilung arbeiten. „Ein zentraler Flaschenhals für die Energiewende“, verdeutlichte Müller, dessen Personalstand bei rund 50 Personen aktuell liegt.
Eine Energiebranche, die sich im Ausnahmezustand befindet, der wirtschaftliche Druck, das alles bezeichnete Müller als eine Riesenchance für erneuerbare Energie bei den drei Geschäftsfeldern Sonne, Wind und Wärme. Dennoch seien das Kapital und die Technologie für die Projekte der nächsten Jahre gesichert.
Als einen großen Wermutstropfen empfindet der solarcomplex-Vorstand die Genehmigungsverfahren im Schneckentempo. Zudem seien sie zu kompliziert (obwohl Deutschland faktisch im Energienotstand sei), erklärte Bene Müller. Er forderte daher beispielsweise für Solarparks eine Privilegierung, ähnlich wie für Landwirtschaftsbetriebe.
Aus letztwöchiger Veranstaltung auf der Höri mit Nese Erikli konnte er entnehmen, dass es noch viele ZweiflerInnen zum Windradaufbau in dem Gebiet gibt. Man könne jedoch keine Rücksicht auf persönliche Bedenken nehmen, die Anzahl der Windräder wäre überschaubar und Bedenken gebe es auch im Schwarzwald oder anderswo, weil eben etliche meinen, dass sie in der edelsten Gegend wohnen und daran nicht „gerüttelt“ werden darf, so Bene Müller.
Seit 2007 firmiert solarcomplex als nicht-börsennotierte AG und bietet BürgerInnen die Kapitalbeteiligung als ökologische Geldanlage an.

Autor:

Karin Leyhe-Schröpfer aus Singen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.