Vier Jahre nach dem verheerenden Brand
Glaubensgemeinde feiert Richtfest bei Millionenneubau der Friedenskirche

Die Verantwortlichen und Singens Bürgermeister freuen sich auf die Fertigstellung der neuen Friedenskirche in Singen. Von links: Oberbürgermeister Bernd Häusler, Architektin Marité Wenzara Bazo, Leiter des Bauausschusses, Maximilian Storscher, Architekt Alexander Höfflin, Gemeindeleiterin Corinna Schön und Bürgermeister Marcus Röwer. | Foto: Sebastian Ridder
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  • Die Verantwortlichen und Singens Bürgermeister freuen sich auf die Fertigstellung der neuen Friedenskirche in Singen. Von links: Oberbürgermeister Bernd Häusler, Architektin Marité Wenzara Bazo, Leiter des Bauausschusses, Maximilian Storscher, Architekt Alexander Höfflin, Gemeindeleiterin Corinna Schön und Bürgermeister Marcus Röwer.
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Singen. Es entsteht etwas Gutes aus einem schrecklichen Ereignis für die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde. Vier Jahre nachdem das ehemalige Kirchengebäude der Gemeinde abgebrannt ist, konnte sie am Samstag, 26. September, ein vorgezogenes Richtfest am Neubau mit neuem Konzept und Möglichkeiten feiern. Laut Gemeindeleiterin Corinna Schön werde aktuell der Zeitplan eingehalten, während bei den Kosten von 5 Millionen Euro die Gemeinde noch auf weitere Unterstützung hofft. 

Neuer Gottesdienstraum mit etwa 264m²

Der Rohbau der neuen Friedenskirche steht. Eigentlich gehört auch der fertige Dachstuhl zum Richtfest, doch da die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde das Fest mit dem Sommerfest zusammenlegte, kam es zu einem vorgezogenen Richtfest mit halber Überdachung. Insgesamt sei der Bau aber im Zeitplan laut Corinna Schön. Das Gebäude soll im Frühherbst 2027 fertig gebaut sein. Für Schöns Gemeinde sei es ein Aufatmen, dass sie bald wieder ein eigenes Kirchengebäude für Messen, Beratungen, Treffs und weitere Angebote haben. "Es gibt viele tolle Gemeinden in Singen und auch wir wollen für die Menschen hier da sein", so Schön. Oberbürgermeister Bernd Häusler bedankte sich bei Unterstützern der Gemeinde und dass sie wieder einen Platz mitten in der Stadt Singen für die neue Friedenskirche gewählt haben.

Das neue Gebäude bietet nun Raum auf 1195m² auf zwei Geschosse für die Gemeinde. Der größte Raum ist der neue Gottesdienstraum mit rund 264m² mit neuem Taufbecken. Wie der Architekt des Neubaus, Alexander Höfflin, erklärt, wurde das Taufbecken mit zwei Treppenzugängen geplant, um darzustellen, dass man als "neuer Mensch" aus der Taufe kommt. Der Gottesdienstraum bietet nun Platz für 250 Personen und es gibt sogar die Möglichkeit ihn durch eine Trennwand zu erweitern, sodass sogar 320 Personen dort einen Platz finden. Darüber hinaus bieten auch Krabbelräume im ersten Geschoss für Eltern mit Kleinkindern zwei Fenster mit Blick auf den Gottesdienstraum.

Gemeinde erwirbt Haus neben der Friedenskirche

Neben dem Gottesdienstraum sind in dem Neubau auch ein Gemeindecafé mit Begegnungsraum, Gruppenräume für Kinder- und Jugendarbeit, ein Forum sowie ein Innenhof und eine Terrasse geplant. Dabei hat sich Höfflin ebenfalls etwas überlegt, denn das Gebäude hat eine Fensterfront um den Eingang, von der man durch das Gebäude über den Innenhof in den Garten hinter dem Gebäude sehen kann. Das solle laut Höfflin das Gebäude erhellen und eine einladende Wirkung auf Besucher erzeugen.

Foto: Sebastian Ridder

Darüber hinaus konnte die Gemeinde auch das Gebäude in der Rielasinger Straße 23, hinter dem Neubau der Friedenskirche, Rielasinger Straße 19, erwerben, wie Corinna Schön erklärte. Damit ergeben sich noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten im Garten hinter der neuen Friedenskirche. In dem erworbenen Haus bot die Gemeinde in einem Raum bereits Beratung und Seelsorge an und konnte die übrige Haushälfte in diesem Jahr ebenfalls erwerben. Laut Schön sei diese zuvor unbenutzt gewesen.

Kredite, Spenden und Ehrenamt ermöglichen Finanzierung

Wie die Gemeindeleiterin jedoch erklärt, ist der 5 Millionen Euro teure Neubau nicht einfach zu finanzieren für die Glaubensgemeinde. Nach dem Brand habe man nämlich nur 3,6 Millionen Euro von der Versicherung erhalten. Wie Schön ergänzt, seien die Gespräche zwischen der Gemeinde und den Versicherungen aber sehr positiv und konstruktiv verlaufen. Nichtsdestotrotz sei es deshalb nötig gewesen, Kredite für den Neubau aufzunehmen und ist für weitere Kosten auf Spenden angewiesen. 

Eine Förderung der Stadt blieb hingegen aus, da der Bau nicht die Auflagen der Barrierefreiheit im Detail erfüllt. Zwar werde es einen Aufzug und breite Türen in der neuen Friedenskirche geben, doch weitere Auflagen standen laut Schön nicht mehr im Verhältnis zu den Zuschüssen, die die Gemeinde bekommen hätte. Wie die Gemeindeleiterin erklärte, habe die Gemeinde aber durch einen Bauausschuss eng mit der Stadt zusammengearbeitet und die Expertise der Fachleute dort dankbar in Anspruch genommen. Den Ausschuss leiteten Maximilian Stroscher und Gudrun Winkler ehrenamtlich. "Es ist faszinierend, was der Bauausschuss geleistet hat. Alle Mitglieder haben Familien und machen es trotzdem", so Winkler. Auch Schön war angetan von dem Engagement ihrer Gemeinde und der Unterstützer: "Wir als Gemeindeleitung hätten das so nicht hinbekommen."

Die Verantwortlichen und Singens Bürgermeister freuen sich auf die Fertigstellung der neuen Friedenskirche in Singen. Von links: Oberbürgermeister Bernd Häusler, Architektin Marité Wenzara Bazo, Leiter des Bauausschusses, Maximilian Storscher, Architekt Alexander Höfflin, Gemeindeleiterin Corinna Schön und Bürgermeister Marcus Röwer. | Foto: Sebastian Ridder
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Autor:

Sebastian Ridder aus Konstanz

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