Bahn-Themen sorgen für Gesprächsstoff an der Schaffhauser Straße
Güterzugstaus und die Vision der Singener Kurve

Bahnübergang
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  • Foto: Der Bahnübergang Schaffhauser Straße ist auch für die Rettungsdienste
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Singen. Die Unterbrechung der Rheintalschiene bei Rastatt zieht ihre Kreise durch ganz Mitteleuropa, auch bis nach Singen und in den Hegau. Denn weil eine der wichtigsten Eisenbahnlinien Europas noch bis mindestens zum 7. Oktober unterbrochen ist, und dieser Fall offensichtlich noch in keinem Krisenszenario vorkam, müssen auch eine ganze Reihe von Güterzügen durch den Hegau geleitet werden, rund 40 zusätzliche Züge kommen täglich über die südliche Gäubahn in Singen an, 14 dazu noch über die Südbahn, die im Singener Bahnhof in Richtung Schweiz umgespannt werden müssen. Deshalb ist der Singener Bahnhof derzeit auch von manch exotischer Lokomotive bevölkert, vor allem aber ist der Platz auf den Geleisen knapp. Die Stadt Singen betrachtet das Geschehen derzeit mit einigen Sorgenfalten, denn der Mehrverkehr auf der Strecke macht den Bahnübergang an der Schaffhauser Straße noch mehr zum Nadelöhr. Nicht selten kommt es vor, dass Güterzüge keine Einfahrt in den Singener Bahnhof bekommen, und dann stehend die Schaffhauser Straße blockieren, auf der aber unter Umständen Rettungsdienste, Polizei oder auch Feuerwehr aufgehalten werden könnten. »Ortskundigen Fahrern wird geraten, die Schaffhauser Straße in der nächsten Zeit zu meiden und lieber die Westtangente zu nutzen«, vermeldete die Pressestelle der Stadt Singen. Man habe auch überlegt, den Straßenverkehr umzuleiten, das geht aber nicht, weil aktuell ja auch die Autobahn A81 zwischen Hilzingen und Singen Baustelle und damit Engpass ist.

Fernzüge über Haltepunkt "Landesgartenschau"?

Zur politischen Baustelle gerät indes auch das Thema »Singener Kurve«, was durch die im Bundesverkehrswegeplan angekündigten Maßnahmen zur Beschleunigung der Strecke neuen Auftrieb bekommen hat. Dabei gibt es freilich zwei Komponenten: einerseits eine Abkürzung für den Güterverkehr zwischen Stuttgart und Zürich, andererseits aber auch eine Vision von Fernzügen auf dieser Strecke, die dann am Singener Bahnhof vorbeifahren würden um dadurch wertvolle Minuten zu gewinnen.
Der Grüne Bahnexperte Matthias Gastel MdB war zu diesem Thema inzwischen mehrmals in der Region um vor der Entwertung des Singener Bahnhofs zu warnen. Er hatte eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, aus deren Antwort für ihn klar ist, dass man in weiterer Zukunft auf der Gäubahn den Singener Bahnhof nicht mehr anfahren wolle. Das zeige der »Zielfahrplan« deutlich auf. Um auf der Uralt-Trasse der Gäubahn schneller vorwärts zu kommen, ist von Neigetechnik die Rede, die es bereits in mehreren Versionen auf der Strecke gab. Doch ob die auf der Strecke eingesetzt werde, sei noch sehr offen, sagt Gastel.
Weil das Thema aktuell so intensiv diskutiert wird, will nun auch Bundestagskandidat Andreas Jung darauf eingehen und lädt zusammen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Norbert Barthle zu einer Veranstaltung am Donnerstag, 31. August, 12.30 Uhr, in der »Sonne« ein, um zu Erläutern, wie hier »die Weichen« gestellt werden sollen und vor allem wer sie stellt.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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