Schlaganfallversorgung Hegau-Bodensee-Region
Hegau-Bodensee-Klinikum in Singen startet interventionelle Neuroradiologie

Prof. Dr. Markus Juchems Chefarzt und Direktor des Zentrums für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im GLKN, Prof. Dr. Fatih Seker Leiter der Sektion Neuroradiologie, Prof. Dr. Christof Klötzsch Chefarzt Klinik für Neurologie, Prof. Dr. Sven Gläsker Chefarzt Klinik für Neurochirurgie. | Foto: GLKN
  • Prof. Dr. Markus Juchems Chefarzt und Direktor des Zentrums für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im GLKN, Prof. Dr. Fatih Seker Leiter der Sektion Neuroradiologie, Prof. Dr. Christof Klötzsch Chefarzt Klinik für Neurologie, Prof. Dr. Sven Gläsker Chefarzt Klinik für Neurochirurgie.
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Singen. Der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) stärkt die Schlaganfallversorgung in der Hegau-Bodensee-Region. Mit dem Aufbau der interventionellen Neuroradiologie am Hegau-Bodensee-Klinikum (HBK) Singen können bestimmte schwere Schlaganfälle künftig direkt vor Ort behandelt werden. Für die Menschen in der Region bedeutet das vor allem eines: schnellere Therapie und bessere Chancen auf eine gute Erholung. Durch die Erweiterung um diese Fachexpertise wird zukünftig die Schlaganfallversorgung im Landkreis medizinisch entscheidend verbessert. Interventionelle Therapiemöglichkeiten bedeuten für Patienten eine schnelle wohnortnahe Behandlung, wenn die Notwendigkeit auf bestimmte Eingriffe besteht, die bisher nicht im Landkreis möglich waren.

Seit dem 1. Februar 2026 verstärkt Prof. Dr. med. Fatih Seker das Zentrum für Diagnostische und Interventionelle Radiologie unter Leitung von Prof. Dr. med. Markus Juchems. Als Leiter der Sektion Neuroradiologie bringt er besondere Expertise für minimalinvasive Eingriffe an den Hirngefäßen mit. Der GLKN erweitert damit gezielt sein bestehendes Angebot in der neurologischen Akutversorgung.

Schnelle Hilfe bei schweren Schlaganfällen – direkt in Singen

Zu den zentralen Neuerungen gehört die sogenannte mechanische Thrombektomie. Dabei wird ein Blutgerinnsel, das ein großes Hirngefäß verschließt, mithilfe eines feinen Katheters entfernt. Dieser Eingriff ist insbesondere bei schweren Schlaganfällen notwendig, wenn eine alleinige medikamentöse Behandlung nicht ausreicht.

Bislang mussten Patientinnen und Patienten aus dem Landkreis für diesen Eingriff häufig in weiter entfernte Zentren verlegt werden. Künftig kann die Behandlung in vielen Fällen unmittelbar im HBK Singen erfolgen. Da bei einem Schlaganfall jede Minute zählt, verbessert die neue Struktur die Voraussetzungen für eine rasche und gezielte Therapie deutlich.

„Unser Ziel ist es, Hirngewebe so schnell wie möglich wieder mit Blut zu versorgen. Jede Minute ohne Durchblutung bedeutet den Verlust von Nervenzellen“, erklärt Prof. Dr. Fatih Seker. „Mit der Thrombektomie können wir in geeigneten Fällen die Ursache des Schlaganfalls direkt behandeln und die Chancen auf eine gute Erholung verbessern.“

Die interventionelle Neuroradiologie ergänzt die bestehende Schlaganfallversorgung am Standort Singen, die durch die zertifizierte regionale Stroke Unit der Neurologie getragen wird. Bereits heute werden dort jährlich über 800 Patientinnen und Patienten mit einem Schlaganfall behandelt und im Verbund gesamt über 1000 – die neue Struktur baut auf dieser gewachsenen Expertise auf und erweitert sie um zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit stärkt die regionale Versorgung

Die Sektion Neuroradiologie ist eng in die bestehenden Strukturen am HBK Singen eingebunden. Neurologie mit Stroke Unit, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie, Radiologie und spezialisierte Intensivmedizin arbeiten hier strukturiert zusammen.
Diese enge Abstimmung ermöglicht es, für jede Patientin und jeden Patienten zeitnah die passende Therapie festzulegen – sei es eine medikamentöse Behandlung, ein minimalinvasiver Kathetereingriff oder eine operative Versorgung. Auch bei anderen Erkrankungen der Hirngefäße, etwa Gefäßaussackungen (Aneurysmen), Gefäßverengungen oder bestimmten Hirnblutungen, erweitert sich damit das diagnostische und therapeutische Spektrum.

Bereits wenige Tage nach dem Start wurde ein geplatztes Hirnaneurysma mit ausgedehnter Hirnblutung am HBK Singen versorgt. Die Patientin konnte unmittelbar neurochirurgisch operiert werden. Die notwendige Angiografie sowie die weitere Behandlung möglicher Gefäßkrämpfe erfolgen interdisziplinär durch Neuroradiologie, Neurologie, Neurochirurgie und Anästhesie auf der Intensivstation. Ohne die neu aufgebaute interventionelle Neuroradiologie wäre in einem solchen Fall bislang eine Verlegung in ein weiter entferntes Zentrum erforderlich gewesen.

Die Stroke Units am Klinikum Konstanz und am Hegau-Bodensee-Klinikum Singen sichern seit vielen Jahren gemeinsam die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten in der Region. Mit der interventionellen Neuroradiologie wird das neurologische Profil am Standort Singen gezielt erweitert. Patientinnen und Patienten, die zunächst in Konstanz aufgenommen werden, profitieren von abgestimmten Abläufen und klar definierten Wegen in die spezialisierte Weiterbehandlung nach Singen, wenn ein kathetergestützter Eingriff erforderlich ist. So wird die Schlaganfallversorgung für die gesamte Region gestärkt.

GLKN Geschäftsführer Bernd Sieber betont: „Der Aufbau der interventionellen Neuroradiologie ist ein wichtiger Schritt, um die neurologische Akutversorgung im Landkreis nachhaltig zu stärken. Wir bündeln vorhandene Kompetenzen und entwickeln sie gezielt weiter.“

Quelle: GLKN

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Presseinfo aus Singen

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