Zustimmung im Gemeinderat klar gesprochen
Neuer Stadteingang durch das »Schlossquartier«

Die Perspektive von der »Friedenslinde« aus macht die Veränderung durch den großen Baukörper mit Klinkerfassaden für den Singener Stadteingang hier deutlich. Ganz hinten erkennt man das bestehende Servicehaus Sonnenhalde.
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  • Die Perspektive von der »Friedenslinde« aus macht die Veränderung durch den großen Baukörper mit Klinkerfassaden für den Singener Stadteingang hier deutlich. Ganz hinten erkennt man das bestehende Servicehaus Sonnenhalde.
  • Foto: Graphik: Dietrich/Untertrifaller, Wien
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Singen. Das »Schlossquartier« wird an der »Friedenslinde«-Kreuzung an der Schaffhauser Straße zwischen dem Singener Schloss und dem Pflegeheim »Sonnenhalde« mit seinen geplanten 69 Mietwohnungen wie im vorderen Teil rund 2.000 Quadratmeter Büroflächen für einen neuen Stadteingang sorgen, sind sich nicht nur die Investoren des Unternehmens Prisma aus Friedrichshafen mit ihrer Tochtergesellschaft »Schlossquartier Singen GmbH« und die Planer des Wiener Architekturbüros Dietrich/Untertrifaller, sondern auch die Gemeinderäte sicher. Am Dienstag gab der Singener Gemeinderat für die Vorplanungen grünes Licht, die in einem sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan in langer Vorarbeit bis ins kleinste Detail abgestimmt wurden. Daraus kann nun ein Bauantrag entwickelt werden, der für April/Mai angekündigt ist.

Schon mehrere Beratungsstufen hat das Riesenprojekt durchlaufen, zuletzt bekam das Konzept auch bei der Premiere des neu in Singen installierten Gestaltungsbeirats viel Lob, aber auch einige Anregungen zur Grünplanung in Richtung Straße hin. Diese Anregungen wurden mit aufgenommen, wie Stefan Nachbaur von »Prisma« in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Bauen letzten Mittwoch deutlich machte. Man sei nun auch guter Dinge in den Verhandlungen mit dem Denkmalschutz, was die Remise des Singener Schlosses angeht, die Teil des Gebäudekomplexes werden soll, zum Beispiel für Büros oder »Coworking-Spaces« oder auch Gastronomie, führte Nachbaur in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung aus.

Schon in der Sitzung des Gestaltungsbeirats wurde freilich deutlich, wie subjektiv das Thema Denkmalschutz zuweilen sein kann, das hier nun hohen Wert auf das Erscheinungsbild des Ensembles im Zusammenspiel mit dem Neubauprojekt um das Singener Schloss zeigt. Denn ursprünglich sei das Gebäude der Remise einmal doppelt so lang gewesen und es habe auch einen Vorhof für das Schloss gegeben, bis dann die vierspurige, breite Hauptstraße vor dem neuen Rathaus gebaut und deshalb diese Gebäude abgerissen worden seien. Auch die Mauer zur Straße hin, die jetzt auch wegkommen soll, um den Blick in den Schlosspark zu öffnen, stamme aus dieser Zeit. Ein in den Plänen noch sichtbares großes Fenster als »Guckkasten« darf es freilich nun wohl nicht geben.

Das »Schlossquartier« besteht aus vier zusammenhängen Baukörpern, die auf einer zweigeschossigen Tiefgarage erstellt werden sollen, deren Zufahrt im Westen liegt. Mit einem viergeschossigen Gebäudetrakt beginnt der Gebäudeverlauf in einem Bürohaus, wo man auch Einzelhandel platzieren könne, der nicht zentrumsrelevant wäre, wie bei der Vorstellung der Planung informiert wurde. Dieses erste Haus soll dann auch eine Dachbegrünung als »Außenfläche« für das zweite Bürohaus bekommen, wie Stefan Nachbaur ausführte, und zwar mit einer Intensivbegrünung, also auch Buschwerk und kleine Bäumchen. Bis zum »Servicehaus Sonnenhalde« geht es bis auf sechs Stockwerke plus Penthouse-Etage hoch. Zum Park hin greifen die Gebäude aus und bieten dort natürlich einen hohen Wohnwert, auch wenn ums Haus wegen der Rettungswege/Feuerwehrzufahrten doch die »Natur« etwas eingeschränkt werden muss. Bis auf wenige Bäume bleibe der historische Park unverändert erhalten, machten die Planer auf mehrfache Anfrage hin klar. Eine dort vorgesehene Gastronomie wäre auf den Schlossgarten ausgerichtet, der übrigens, wie die Gartenmauer auch, unter Denkmalschutz steht. Die gegenwärtige Planung sieht sogar vor, dass man in einem der Gebäude auch eine Kinderbetreuungseinrichtung schaffen könne und man habe dazu schon erste Gespräche aufgenommen.

Rege Diskussionen ergaben sich in den Sitzungen, weniger um die Dachbegrünung und die Photovoltaikanlagen dort, als vielmehr um die Bäume, die vor dem Gebäude an der Schaffhauser Straße dann gesetzt werden sollen. Die würden sicher den Platz dort bekommen, den sie für ihr Wurzelwerk bräuchten, wurde mehrfach unterstrichen. Der Rad- und Fußweg in diesem Bereich bleiben natürlich im bisherigen Umfang erhalten. Seit Mai letzten Jahres wurde dieser Bebauungsplan ausgearbeitet.

Die Perspektive von der »Friedenslinde« aus macht die Veränderung durch den großen Baukörper mit Klinkerfassaden für den Singener Stadteingang hier deutlich. Ganz hinten erkennt man das bestehende Servicehaus Sonnenhalde.
Auch wenn es in dieser Darstellung anders wirkt, ist der vorderste Teil des Neubaus niedriger als der Giebel des Singener Schlosses angelegt. Das hier in der Remise noch sichtbare große Fenster lässt sich aus Sicht der Denkmalschützer dort nicht realisieren.
Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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