Koyuncuoglu dreht zuhause das Spiel
TSV Singen holt wichtige Punkte gegen den Tabellenzweiten SSV Reutlingen
- Der erlösende Treffer für den TSV Singen. Isak Lynch trifft zum 3:1 in der Nachspielzeit.
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Singen. Der TSV Singen hatte bereits in der letzten Oberligasaison bewiesen, dass Sie es mit dem SSV Reutlingen aufnehmen können. Immerhin gewannen sie 5:1 und 2:0. Das Aufeinandertreffen am Sonntag, 27. September, war angesichts des zweiten Tabellenplatzes der Reutlinger aber dennoch ein Spiel David gegen Goliath. Mit rasanten Kontern gelang es den Singenern aber das Spiel nach frühem Rückstand zu drehen. Gästecoach Thomas Herbst ließ hingegen kein gutes Haar am Auftritt seiner Mannschaft.
TSV Singen bringt Reutlingens Abwehr trotz Rückstand aus dem Konzept
Dabei legte der SSV sehr gut los. Nicht nur erzielte Wiellie Sauerborn das 0:1 nach einem Standard für die Gäste, auch erspielten sie sich viel Ballbesitz und wurden von rund 250 angereisten Fans nach vorne gepuscht. Der TSV Singen behielt nach der Führung der Gäste aber einen kühlen Kopf und setzte Reutlingen mit starkem Pressing im Mittelfeld zunehmend unter Druck. Mit blitzschnellem Umschalten und langen Bällen auf Didi Ndombe und Buba Camara sorgten die Hohentwieler für einige Torchancen. Camara ließ so eine Großchance liegen, als er in der 23. Minute auf den Reutlinger Keeper zulief und sein Schuss an dem Schlussmann scheiterte. Ein Vorgeschmack, für das noch kommen sollte.
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Der TSV witterte seine Chance in dieser Zeit, während sich die Abwehrreihen der Reutlinger zunehmend verunsichert zeigten. "Wir haben naiv und dumm gespielt", sagte SSV-Trainer, Thomas Herbst nach dem Spiel, "Wir wussten, dass wir gegen eine konterstarke Mannschaft spielen." Auch wenn der SSV selbst noch gefährlich war, so klärte Singens Daniel Niedermann einen Schuss kurz vor der eigenen Torlinie, gelang es den Gästen nicht ein adäquates Mittel gegen die Konter der Singener zu finden. Die belohnten sich schließlich, als Atakan Koyuncuoglu nach einem Konter in der 28. Minute von außen in den Sechszehner zog und mit einem Schuss ins lange Eck den Ausgleich bescherte.
Abseitstor, Pfostentreffer und gelb-rote Karte
Der Treffer sorgte für noch mehr Verunsicherung bei der Abwehr der Gäste. "Das sah aus als wären wir im Abstiegskampf", sagte Herbst nach dem Spiel, "ängstlich!" Das nutzten die Gäste. Gianluca Serpa kam so bei einem weiteren Konter in den 16-Meter-Raum der Gäste und wurde in einer umstrittenen Szene leicht bei der Ballannahme in der Luft getroffen. Für Schiedsrichter Raphael Kastner reichte der Kontakt aber für einen Strafstoß, den Koyuncuoglu in der 33. Minute sicher im linken unteren Eck verwandelte.
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Nach der Halbzeit spielte der SSV Reutlingen dann gegen die Zeit und mit zwei neuen Innenverteidigern, die Gästetrainer Herbst in der Pause einwechselte. Die Gäste mussten nun kommen, wenn sie nicht ohne Punkte fahren wollten. Den Reutlingern gelang es auch mit sauberen Passkombinationen auf die Außenbahnen zu kommen, doch durch die starke Defensivleistung der Singener fand keine Flanke einen Abnehmer im Strafraum der Hausherren. Erst die Einwechslung von Reutlingens Samuel Melissopoulos sorgte wieder für mehr Gefahr. Die Nummer 25 erzielte ein aufgehobenes Abseitstor in der 84. Minute und traf wenige Minuten darauf den Pfosten.
Erlösung bei Singen, Katastrophe bei den Gästen
Doch durch den erhöhten Druck der Gäste ergaben Konterchancen für die Gäste zudem musste Reutlingen mit einem Mann weniger spielen, nachdem Denis Gudzevic in der 91. Minute die gelb-rote Karte für ein taktisches Foul bekommen hatte. Isak Lynch brachte schließlich die Erlösung in der Nachspielzeit für die Singener, nachdem der bärenstarke Koyuncuoglu bei einem Konter auf den eingewechselten Spieler quergelegt hatte.
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Singens Trainer "Bobo" Maglovs Konzept ging auf, wie er nach dem Spiel erklärte. "Wir haben heute etwas defensiver gestanden", so Maglov, "wir waren geduldig und haben auf Fehler gewartet." Der TSV-Trainer sei zufrieden mit den bisherigen Spielen seines Teams in der Saison, auch wenn ihnen manchmal das Glück in einigen Partien gefehlt habe. Der Heimsieg verhinderte ein Abrutschen auf die Abstiegsplätze in der Oberliga. Der SSV Reutlingen konnte zwar den zweiten Tabellenplatz behalten, doch Thomas Herbst rechnete knallhart mit der desolaten Leistung seines Teams ab. "Wir haben grottenschlecht Fußball gespielt", so Herbst, "Wir waren in keiner Phase souverän. So können wir nicht auftreten."
Autor:Sebastian Ridder aus Konstanz |