Geringere Ausbeute als im Vorjahr
Steißlingen gewinnt knapp das Rennen im PV-Anlagenausbau

Der Photovoltaikanlagenausbau kommt zwar nicht an das letzte Jahr ran, dennoch sind die Gemeindevertreter glücklich über ihre Auszueichnungen. Von links: Geschäftsführer der Energieagentur Kreis Konstanz,Gerd Burkert, die Bürgermeister Manfred Ossola und Benjamin Mors sowie Stockachs Stadtbaumeister Lars Heinzl und Landrat Zeno Danner. | Foto: Sebastian Ridder
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Steißlingen. Selten war es so knapp. Nur 3 Watt Peak(Wp) je Einwohner machten den Unterschied bei der Auszeichnung der Photovoltaikkreismeisterschaft 2025. Landrat Zeno Danner und der Geschäftsführer der Energieagentur Konstanz, Gerd Burkert, zeichneten die drei besten Gemeinden am Dienstag, 2. Dezember, mit einem Pokal im Rathaus Steißlingen aus. Die drei Gemeindevertreter waren sich einig, dass sie sich nicht auf den Auszeichnungen ausruhen wollen, auch wenn die einzelnen Bürger in der Regel einen wesentlich höheren Anteil an dem Erfolg haben.

Steißlingen bereits zum zweiten Mal in Folge ausgezeichnet

Es war bereits das zweite Mal in Folge, dass Steißlingen auf dem Siegertreppchen steht. Die Gemeinde hat im Jahr 2025 einen Zubau an Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) auf Dachflächen, mit einer Leistung von 315 Wp je Einwohner. Damit sind sie Kreisbeste in diesem Jahr. Im Vorjahr waren es sogar ganze 428 Wp je Einwohner, die in der Gemeinde durch den Zubau zusätzlich produziert werden können. Ein Ausnahmejahr, denn im Jahr 2024 wurden doppelt so viele PV-Anlagen im Landkreis Konstanz verbaut, wie 2023, wie der Landkreis in seiner Pressemeldung mitteilte. Damals hat es für Steißlingen nur für den zweiten Platz gereicht. Der erste Platz ging an Orsingen-Nenzingen, die mit ihrem Zubau an PV-Anlagen in 2024 auf ganze 479 Wp je Einwohner kamen. "Ich bin überzeugt, dass wir das brauchen", sagte Zeno Danner, "PV-Anlagen sind ein Wirtschaftsfaktor und ein Klimafaktor."

Die Auszeichnung der Energieagentur Kreis Konstanz und des Photovoltaik-Netzwerks Hochrhein-Bodensee wird seit 2020 verliehen. Sie bezieht alle PV-Anlagen auf Gebäuden einer Gemeinde mit ein und verrechnet die Leistung auf die Anzahl der Einwohner. Im ganzen Landkreis wurden im vergangenen Jahr PV-Anlagen mit einer Leistung von rund 58 Megawatt Peak errichtet. "Wir haben uns den Preis damals so ausgedacht, dass auch kleine Gemeinden gewinnen können", sagt der Geschäftsführer der Energieagentur Kreis Konstanz. Wie Burkert erklärt, würden sonst immer die größten Städte und Gemeinden gewinnen, weil sie in der Masse einfach mehr anbauen können.

Geringere Leistungen als im Vorjahr

So kommt es, dass in diesem Jahr die Gemeinde Steißlingen und die Städte Stockach und Aach auf dem Siegertreppchen standen. Die Leistungen waren zwar geringer als 2024, dafür ist das Rennen aber um einiges knapper gewesen: Mit nur 3 Wp weniger landete nämlich die Stadt Stockach auf dem zweiten Platz. Dort kann mit dem Anbau in diesem Jahr nun nämlich 312 Wp je Einwohner mehr produziert werden. "Es ist wichtig (...), dass die Wertschöpfung bei uns bleibt", sagte Stockachs Stadtbaumeister, Lars Heinzl. Aachs Bürgermeister, Manfred Ossola, bekam hingegen den dritten Platz in der Kreismeisterschaft für einen Zubau mit einer Leistung von 286 Wp je Einwohner in diesem Jahr. Im Vergleich zum letzten Jahr konnte aber nur Steißlingen in diesem Jahr mithalten, denn 2024 hatte sogar der dritte Platz, Eigeltingen, einen Zubau an PV-Anlagen mit einer Leistung von 313 Wp je Einwohner. 

Steißlingens Bürgermeister Benjamin Mors gab sich bescheiden über die Auszeichnung: "Wir haben seitens der Gemeinde nicht viel dazu beigetragen. Ich gebe den Preis aber gerne weiter an unsere Bürgerinnen und Bürger." Laut Mors kamen bei dem Ausbau Privat-, Gewerbeflächen und Gemeindeflächen zusammen, bei denen der größte Anteil bei den Anwohnern liege. "15 Kilowatt kommen auch von mir", sagte Mors lachend, "die zählen aber erst für das nächste Jahr."

Mit den Anlagen müssen auch die Netzanschlüsse ausgebaut werden

Die Anwesenden der Auszeichnung waren sich einig, dass der Ausbau von PV-Anlagen weiter vorangetrieben werden muss, doch nicht ohne auf die Probleme und Herausforderungen bei der Netzeinspeisung zu sprechen. "Der Netzausbau muss mit derselben Geschwindigkeit, wie bei den PV-Anlagen ausgebaut werden", sagte Burkert. Der Geschäftsführer hebt dabei die Gemeinde Radolfzell hervor, die laut seiner Aussage früh ihre Trafostationen ertüchtigt hätten. "Die kleinen Gemeinden ziehen jetzt nach", so Burkert. Auch die Überproduktion an Strom sei mittlerweile kein Problem mehr, laut Burkert. Sogenannte Zebramodule, die auch das Material für die Kreismeisterschaftspokale sind, können beispielsweise mittlerweile beidseitig Strom erzeugen. Laut Burkert lasse sich dieser mit sogenannten Grünspeichern speichern und netzdienlich einspeisen: "Stadtwerke machen jetzt eigentlich keine Solaranlagen mehr ohne diese Speicher."

Der Photovoltaikanlagenausbau kommt zwar nicht an das letzte Jahr ran, dennoch sind die Gemeindevertreter glücklich über ihre Auszueichnungen. Von links: Geschäftsführer der Energieagentur Kreis Konstanz,Gerd Burkert, die Bürgermeister Manfred Ossola und Benjamin Mors sowie Stockachs Stadtbaumeister Lars Heinzl und Landrat Zeno Danner. | Foto: Sebastian Ridder
Autor:

Sebastian Ridder aus Konstanz

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