Markus Söder im WOCHENBLATT-(Kurz-)Interview
"Freundlich lächeln hilft immer"

Als zweiter Ministerpräsident des Freistaats Bayern hofft Markus Söder am Schmotzige Dunschtig auf ein mildes Urteil des Hohen Grobgünstigen Narrengerichts zu Stocken.  | Foto: Bayrische Staatskanzlei; Bildmontage: WOCHENBLATT
  • Als zweiter Ministerpräsident des Freistaats Bayern hofft Markus Söder am Schmotzige Dunschtig auf ein mildes Urteil des Hohen Grobgünstigen Narrengerichts zu Stocken.
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Stockach. Er ist nach Franz Josef Strauß der zweite Bayrische Ministerpräsident seit 47 Jahren, der sich als Beklagter vor dem Hohen Grobgünstigen Narrengericht zu Stocken verantworten muss. Dabei hofft Markus Söder auf Milde seitens der Stockacher Gerichtsnarren und einen Dolmetscher, der sich jedoch zum Zeitpunkt der Verhandlung noch im Wahlkampf befindet, wie er dem WOCHENBLATT verrät. 

WOCHENBLATT: Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Söder, vermutlich waren Sie ebenso überrascht über die Ladung des Hohen Grobgünstigen Narrengerichts zu Stocken wie ihre Vorgänger auch. Sind sie sich denn Ihrer Schuld bewusst und mit welcher Taktik werden Sie in die Verhandlung gehen, um als erster Bayer überhaupt Stockach mit einem Freispruch zu verlassen?

Markus Söder: Ich hoffe vor allem auf die Gnade des Gerichts und eine milde Strafe. Denn den Gerüchten zufolge ist das Narrengericht schon seit Jahrzehnten befangen. Unter diesen Umständen wird es mit einem Freispruch sehr schwer. Aber in Wahrheit habe ich mir natürlich nichts zu schulden kommen lassen – glaube ich zumindest (lacht).

WOCHENBLATT: Als Träger der Narrenschelle sind Sie bei der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte kein Unbekannter, seit einigen Jahren jedoch auch in den sozialen Medien. Inwiefern erhoffen Sie sich durch Ihren Auftritt vor dem Hohen Grobgünstigen Narrengericht zu Stocken einen Booster für Ihre Influencer-Karriere?

Markus Söder: Ach, es wäre schon gut, wenn meine normale Karriere keinen Schaden dadurch erleidet. Es ist natürlich eine Belastung, vor Gericht zu stehen. 

WOCHENBLATT: Seit der Rückkehr von Bahnhofwärter Aloisius wartet die Bayrische Regierung bekanntlich auf die Göttliche Eingebung. Inwiefern erhoffen Sie sich diese durch den trinkfesten Engel vom Hofbräuhaus bei der Verhandlung vor dem Narrengericht?

Markus Söder: Es wäre zumindest ungewöhnlich, wenn ein bayerischer Engel ausgerechnet in Baden-Württemberg zum ersten Mal eingreifen würde. Aber wir Bayern sind ja weltoffen – also schauen wir mal. Aber ich fürchte, vor dem Narrengericht kann einem niemand so richtig helfen.

WOCHENBLATT: Als stolzer Franke könnten Sie vermutlich am Schmotzige Dunschtig einige sprachliche Schwierigkeiten mit dem hiesigen Dialekt bekommen. Inwiefern werden Sie es daher in Betracht ziehen, an diesem Tag einen Dolmetscher fürs Badische mitzubringen?

Markus Söder: Manuel Hagel wird bestimmt übersetzen. Und wenn nicht: Freundlich lächeln hilft immer.

Markus Söder steht am Schmotzige vor dem Stockacher Narrengericht

Ob Markus Söder gegen alle Erwartungen als erster Bayrischer Politiker doch den Freispruch schafft, gibt es am Abend aktuell bei wochenblatt.net und ab 20.15 Uhr in einer Sondersendung des SWR im TV zu erfahren. Alle Närrinnen und Narren und Freunde der hiesigen glückseligen Fasnet dürfen daher gespannt sein, wie das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken über den Bayrischen Ministerpräsidenten am Schmotzige Dunschtig, 12. Februar in der Jahnhalle urteilen wird. Denn dann wird ihm der närrische Prozess gemacht... und dann geschehe, was Recht ist!

Autor:

Philipp Findling aus Singen

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