Verabschiedung von Dr. Rüdiger Beck und Dr. Gabor Pahoki
Menschen in Weiß

  • Foto: Dr. Rüdiger Beck (links), Chefarzt der Chirurgie, und Oberarzt Dr. Gabor Pahoki (rechts) wurden mit einer Feierstunde im Stockacher Bürgerhaus »Adler Post« in den Ruhestand verabschiedet.swb-Bild: sw
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Stockach (sw). Dieses Versprechen konnte sich hören lassen: Künftig werde er das Frühstück machen, versicherte Dr. Rüdiger Beck seiner Ehefrau - aber nicht um 6 Uhr und nicht endoskopisch. Ab dem 1. Januar 2014 wird er dafür Zeit haben, denn der Chefarzt der Chirurgie am Stockacher Krankenhaus wurde mit einem Festakt im Bürgerhaus »Adler Post« in den Ruhestand verabschiedet. Für seine Verdienste um die »sozialpolitische Perle der Stadt«, dem Krankenhaus, überreichte Bürgermeister Rainer Stolz zum 1951 in Bochum Geborenen die Bürgermedaille in Gold. Zudem würdigte der Stadtchef die Tätigkeit von Oberarzt Dr. Gabor Pahoki, der ebenfalls in den Ruhestand geht, mit lobenden Worte.

Beide Mediziner seien »Ärzte mit Leib und Seele«. Rüdiger Beck sei eine »Instanz im Hause«, die aber ihre Herkunft als Westfale und ehemaliger Stabsarzt nicht verleugnen könne: Der Mediziner habe zur optimalen Aufgabenerfüllung energisch und hartnäckig gewirkt und habe seine Abteilung mit konsequenter Organisation geführt. Auch habe der Arzt das minimal invasive OP-Verfahren sehr früh in Stockach etabliert.

Gabor Pahoki, gebürtiger Ungar, Oberarzt und Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, war nach Stationen in Konstanz und Überlingen am 2. Juni 1999 nach Stockach gekommen. Rainer Stolz: »Überlingen tat sich schwer damit, ihn ziehen zu lassen. Aber es sollte nicht der letzte Aderlass in Richtung Stockach bleiben.« Gabor Pahoki sei ein begeisterter Autofahrer, der seinen Bürgermeister wie ein »leicht schimmerndes Licht aussehen« lasse, ein leidenschaftlicher Magyar, ein ruhiger, aufgeräumter Mann in Weiß und eine echte Kämpfernatur.

Rüdiger Beck zeigte sich in seinem Statement als menschlicher Arzt: Er habe immer zu helfen versucht, auch wenn das Ergebnis manchmal nicht den Vorstellungen des Patienten oder seinen eigenen entsprochen habe. Aber ein Chirurg sei ein Mensch und ein Handwerker, und jeder Handwerke wisse am Ende eines Tages, dass er nicht immer sein Meisterstück abgeliefert habe.

Sein ehemaliger Kollege Dr. Peter Strigl ließ in einem humorigen Rückblick die Anfangszeiten des Krankenhauses Revue passieren. Hier sei eine Mannschaft am Werke, die nicht frage, was das Haus für sie tun könne, sondern was sie für das Haus tun könnten. Das sei eine seltene Kombination. Hubert Steinmann als Vorsitzender des Krankenhaus-Fördervereins erinnerte daran, wie die Scheidenden seinen Sohn um Mitternacht noch operiert hätten, und Karl Kuppel als ehemaliger Verwaltungsleiter bedankte sich bei den beiden Ärzten: Sie hätten auch ihn einmal unterm Messer gehabt und hätten die Gelegenheit, ihn loszuwerden, nicht ergriffen. Also müsse die Zusammenarbeit beiderseitig fruchtbar gewesen sein.

Olaf Graf-Stanulla zeigte im Namen des Krankenhaus-Personals Bilder aus der Vergangenheit: Er als bekennender Pazifist und Rüdiger Beck als ehemaliger Bundeswehrarzt hätten gut zusammengearbeitet. Rüdiger Beck sei »pünktlich wie die Atomuhr« jeden Morgen um 6 Uhr da gestanden und habe auch seine Visite strukturiert-rasch erledigt: Viele Patienten hätten ob der Eile die zu stellenden Fragen im Voraus schriftlich fixiert. So verlassen mit Rüdiger Beck und Gabor Pahoki zwei sehr menschliche »Halbgötter in Weiß« das Stockacher Krankenhaus.

- Simone Weiß

Autor:

Redaktion aus Singen

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