MINT-Bildung für Kinder
Stadtbücherei Stockach wird zur Technothek
- Mit den verschiedenen Sets der Technothek lässt sich vieles Ausprobieren. Im Bild probieren das aus (von links): Gabriele Gietz (Stadtbücherei Stockach), Marit Streibel (ehrenamtliche Helferin), Corinna Bruggaier (Kulturamtsleiterin), Katja Michel (VDI Bodensee) und Pascal Thamm (ehrenamtlicher Helfer).
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Stockach. Büchereien bieten ihren Besucherinnen und Besuchern viel mehr als nur Bücher. Doch während Filme, Musik und Spiele dort schon lange zum Inventar gehören, geht die Bücherei in Stockach nun einen weiteren Schritt: Seit dem 25. Juni ist sie VDI-Technothek und bietet besondere Gegenstände, um Kinder für Technik zu begeistern.
Eingerichtet wurde das Angebot in Zusammenarbeit mit dem VDI, dem Verein Deutscher Ingenieure. Dieser unterstützt mit 2.250 Euro. "Großes Ziel ist natürlich die Nachwuchsförderung", erläutert Katja Michel, welche stellvertretend für den VDI-Bezirksverein Bodensee bei der Vorstellung des Projekts zugegen war. So sollen Kinder im Grundschulalter an die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - kurz: MINT - herangeführt und für technische Berufe begeistert werden.
Auch im Ingenieurswesen ist der Fachkräftemangel ein großes Problem und obwohl Technik heute allgegenwärtig ist, mangle es häufig an Verständnis dafür. Für Michel gehe es auch um die Erfahrung: "Eigentlich ist es gar nicht so schwer." Bibliotheken seien dafür ein perfekter Ort: Fachbücher für Kinder und Jugendliche seien oft schon vorhanden. "Was eher fehlt, sind Dinge, wo die Kinder was machen, zum Beispiel mit Baukästen", so Katja Michel.
Experimentieren und Konstruieren
Mit den insgesamt 28 Sets, welche sich mit Bauen, Programmieren und mehr befassen, hat die Stadtbücherei Stockach nun ein Alleinstellungsmerkmal im weiteren Umkreis: Die nächsten Technotheken sind laut Gabriele Gietz, Leiterin der Stadtbücherei, in Waldshut, Reutlingen und Rottenburg zu finden. "Wir haben zu den Themen Programmieren und Digitales schon einiges angeboten."
Bei ihrer Suche, diesen Bereich weiter auszubauen, sei sie auf die VDI-Technotheken gestoßen. Für das Jahr 2026 stellte Gabriele Gietz einen Antrag auf Förderung aus dem Technofonds des VDI. Doch während die Anschaffungskosten so gedeckt sind, stellte sich danach die Frage: Wer betreut die Technothek?
- Ein ganzes Regal der Stadtbücherei ist nun der Technothek gewidmet.
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"Wir sind sehr angewiesen auf Helfer", meint Gietz. Ausleihen sei bei den vielen Kleinteilen der Sets nicht möglich. Die Betreuung innerhalb der Bücherei wiederum sei personell nicht zu stemmen, auch weil das technische Wissen fehle. Aktuell gebe es sechs Freiwillige, die Angebote betreuen. Einer davon ist Pascal Thamm, der bei der Firma Topocrom in einem technischen Beruf arbeitet. "Ich bin selbst Ausbilder", sagt er, daher sei es ihm wichtig junge Leute zu fördern. Das Engagement bei der Technothek lag da für ihn nahe.
"Das Konzept dafür steht noch nicht zu 100 Prozent", berichtet Gabriele Gietz zum genauen Angebot um die Technothek. Eine Idee sei ein „SamstagvorMINTag“ circa einmal pro Monat anzubieten. Zusätzlich werde überlegt, im Rahmen der Ganztages-Grundschule den Stockacher Schülerinnen und Schülern die Technothek zur Verfügung zu stellen. Dabei werde die Betreuung über Lehrpersonal geregelt, so die Bibliothekarin.
Corinna Bruggaier, Kulturamtsleiterin in Stockach, ist überzeugt von dem Projekt: "Es gibt vielerlei Dinge, die man mit Inhalten der Technothek unterstützen kann."
Autor:Anja Kurz aus Engen |