Buch sorgt für Riesennachfrage
Thomas Warndorf präsentiert sein geballtes Wissen über Stockachs historische Keller

Thomas Warndorfs Nachfolgerin im Kulturamt, Corinna Bruggaier, beglückwünscht ihn mit einem kleinen Präsent. Das Kulturamt brachte das Buch mit Warndorf und finanzieller Unterstützung der Volksbank Überlingen heraus.   | Foto: Sebastian Ridder
10Bilder
  • Thomas Warndorfs Nachfolgerin im Kulturamt, Corinna Bruggaier, beglückwünscht ihn mit einem kleinen Präsent. Das Kulturamt brachte das Buch mit Warndorf und finanzieller Unterstützung der Volksbank Überlingen heraus.
  • Foto: Sebastian Ridder
  • hochgeladen von Sebastian Ridder

Stockach. Das Interesse am Thema war riesig: Thomas Warndorf hat 20 Jahre Kellerführungen in den Stockacher Überbleibseln des historischen Brands von 1704 gegeben und nun sein geballtes Wissen mit Aufnahmen, am Freitag, 20. März, bei seiner Buchvorstellung von "Kellergänge - Auf der Suche nach dem alten Stockach" präsentiert. Doch nicht nur kamen rund 100 Menschen zu der Vorstellung, auch die anschließende letzte Kellerführung von Warndorf war so nachgefragt, dass eine nun wirklich letzte weitere Führung angekündigt wurde. 

Die Geheimnisse der Keller, die den Stadtbrand überlebt haben

Thomas Warndorf deckt einen riesigen Zeitraum mit seiner Spurensuche nach dem historischen Stockach ab: von den Bauernkriegen und Schweizer Kriegen über den Stadtbrand 1704 bis zu den heute noch übrigen Kellern aus der Vorzeit des Brands. "Stockachs Keller übertreffen mit ihren Rätseln die Geheimnisse der Pyramiden", sagt der ehemalige Kulturamtsleiter von Stockach lachend. Er erklärt in sechs Kapiteln auf rund 180 Seiten seines Buches, wie es zum Bau der Stadt, zum Brand und wie es zum Wiederaufbau kam und was davon noch übrig ist. Warndorf hat das Buch mit dem Stadtarchiv Stockach und finanzieller Unterstützung von der Volksbank Überlingen herausgegeben. Das Buch ist in der Reihe „Hegau-Bibliothek“ des Hegau-Geschichtsvereins erschienen.

Warndorf erklärt in dem ersten Kapitel: "Stockach vor 1704", welche Hinweise es zur Gründung und Ausarbeitung der Stadt gibt sowie im zweiten Kapitel: "Krieg und Frieden", aufgrund welcher Interessen und Kriege die Stadt welche Funktion und welche Gebäude hatte. "Die Stadt hat eher Heeren beim Durchmarsch geholfen, als dass sie für Post und Handel relevant war", so Warndorf. In den Kapiteln drei und vier: "Der Stadtbrand" und "Aufbau aus Ruinen" geht Warndorf der Frage nach, wie die Stadt kurz vor dem Brand aussah, währenddessen und warum die Stadt so wieder aufgebaut wurde, wie man es heute noch sehen kann. "Ein konsequentes Bild für den Wiederaufbau gab es nicht", so Warndorf. Wenn er keine Karten oder akkuraten Abbildungen aus diesen Zeiten finden konnte, hat er versucht mit Malereien oder ähnlichen Abbildungen und historischen Überlieferungen ein Bild der Stadt darzustellen.  

Rieseninteresse sorgt für weitere Stadtführung

Im fünften Kapitel geht es dann in die Gegenwart - in die Keller der Stadt Stockach, wie sie heute noch zu sehen sind. Dabei zeigt Warndorf Fotografien und Beschreibungen von 17 historischen Stockacher Kellern unter anderem aus der Rathausstraße, wo Gebäude auf dem Mauerwerk der Stadt stehen. In den Kellern hat Warndorf neben den architektonischen Hinweisen auf die Zeit vor dem Stadtbrand auch Lichtöffnungen mit Gittern, altes Geschirr oder Kopfsteinpflaster vermutlich aus dem 17. Jahrhundert entdeckt. Der Autor lobt die "warmen und emotionalen" Aufnahmen von Ilja Mess, die eine weitere Grundlage des Buchs neben Warndorfs gesammelten Wissen darstellen: "Wer das Buch nicht lesen will - nicht schlimm - kaufen sie es wegen der Bilder."

Der studierte Historiker und Soziologe geht dem Thema seit über 20 Jahren nach. "Alles hat begonnen nach der Öffnung des neuen Kulturzentrums", so Warndorf. Zu der Zeit sei ihm auf Stadtführungen seinen Stadtführungen aufgefallen, dass er in Stockach die Stadtgeschichte zwar anhand von historischen Ereignissen erzählen könne aber Gebäude und Überreste aus der Vergangenheit kaum vorhanden seien. "(...)das historische Ambiente fehlt", so der Autor. So kam Warndorf zu den Kellerführungen, die in teils privaten Kellern und teils öffentlichen stattfanden. "Du machst die Kellerführungen nun seit 20 Jahren - das sind 20 Jahre ein Erfolg", sagte Stockachs Bürgermeisterin Susen Katter.

Die allerletzte Führung

Eigentlich sollte die Führung nach seiner Buchvorstellung Warndorfs Letzte sein - sie war innerhalb von einer einzigen Minute ausverkauft, laut dem Stockach Museumsleiter Julian Windmöller. Deshalb entschied die Stadt mit Warndorf noch eine weitere letzte Stadtführung am Freitag, 17. April anzubieten. Tickets für die Führung können ab Freitag, 3. April, ab 10 Uhr bestellt werden. Die Tickets im Verkauf sind allerdings dieses Mal begrenzter, da viele Interessierte auf einer Warteliste für die Führung nach der Buchvorstellung standen und die neuen Tickets teils auf diese Personen gelost werden und teils verkauft werden. "Ich bin völlig platt", sagte Warndorf sichtlich gerührt. Er hoffe, dass in Zukunft noch viel mehr Antworten auf Fragen zu Stockachs Vergangenheit in den Kellern der Stadt gefunden werden.

Autor:

Sebastian Ridder aus Konstanz

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.