Antike Geschichte des Hegaus
Archäologen machen einmaligen Fund von überregionaler Bedeutung
- Bei Grabungen am Kieswerk Kohler in Anselfingen wurde ein Platz aus der Zeit der Kelten gefunden.
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Engen-Anselfingen. Wenn Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald ans Kieswerk Kohler bei Anselfingen einlädt, wird es spannend. Seit Jahren gibt es hier immer wieder Grabungen und auch Funde, die Einblicke in das Leben früherer Siedler geben. Die neuste Entdeckung bildet da keine Ausnahme: ein Platz, der in dieser Form bislang einmalig ist.
- Archäologe Andreas Gutekunst beschreibt den Fund.
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Er stammt aus der Zeit der Kelten, um das Jahr 500 vor Christus herum. "Die Straßen kannten wir, der Platz ist neu", erklärt Kreisarchäologe Hald bei dem Vor-Ort-Termin. "Es ist kein 08/15-Fall", sagt er. "Es ist ein einmaliger Befund." Ähnlich klingt auch der Archäologe Dr. Andreas Gutekunst von Archaeotask: "Wir haben keinen Vergleichsfund." Deshalb müsste hier in Anselfingen geklärt werden, was es mit dem Platz auf sich hat. Sicher ist: "Hier war viel los. Das Pflaster wurde begangen und befahren."
- Christian Rebmann, Bereichsleiter von Storz Baustoffe (von links), Bürgermeister Frank Harsch, Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald, Philipp Gärtner, Dezernet für Umwelt und Kreisentwicklung und Andreas Gutekunst von Archaeotask auf der Grabungsstelle bei Anselfingen.
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Darauf lassen auch die Funde schließen. Keramikstücke, Fibeln, mit denen Kleidungsstücke zusammengehalten wurden, ein Armring aus Bronze. Das weise darauf hin, dass sich hier Menschen getroffen haben, dass es sich um einen Marktplatz oder einen Umschlagplatz für Waren gehandelt haben könnte.
- Archäologe Andreas Gutekunst erklärt, was auf dem keltischen Platz gefunden wurde.
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Der Fund ist ein weiterer Sargnagel für das Bild des unzivilisierten Barbaren. "Die neuen Funde zeigen, dass bereits vor etwa 2500 Jahren die hier lebenden Menschen Teile ihrer Verkehrswege und auch Plätze befestigt und instandgehalten haben", sagt Kreisarchäologe Jürgen Hald. "Und das lange vor den Römern." Die Befunde zeigen demnach einen hohen Organisationsgrad und planerisches Handeln der Kelten und sind deshalb von überregionaler wissenschaftlicher Bedeutung.
- Ein Luftbild von der Grabungsstelle. Deutlich zu sehen ist der mit Kies gepflasterte Platz,
- Foto: Landratsamt Konstanz/Jürgen Hald
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Mit dabei beim Termin war auch Bürgermeister Frank Harsch. Als "wirklich gigantisch" bezeichnet er den Fund der Archäologen. Er betont die Wichtigkeit solcher Funde, die wissenschaftlich dokumentiert werden müssen. Denn die Vergangenheit soll nicht vergessen werden.
Autor:Tobias Lange aus Singen |