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Ablachtalbahn hat genug Potenzial

Museumsbahn
Die Museumsbahn hat's vorgemacht. Durch die Potenzialstudie des Landes ist die Vision einer reaktivierten ÖPNV-Strecke von Singen nach Etzwilen als Bindeglied einer Bodensee S-Bahn ein Stück näher gerückt. swb-Bild: of/ Archiv

Die beiden Hegauer Bahnprojekte zur möglichen Reaktivierung bleiben im Rennen zu Revitalisierung

Stuttgart/ Stockach/ Rielasingen-Worblingen. Wie Verkehrsminister Winfried Hermann in einer Videokonferenz am Dienstag bekanntgab, wird der Ablachtalbahn (Stockach-Mengen) wie der Etzwiler-Bahn (Singen-Etzwilen) hohes Potential für eine mögliche Reaktivierung zugesprochen.
Der Jubel in der Region war verständlich. »Die erfolgreiche Einstufung der Ablachtalbahn ist auch dem mutigen und visionären Wirken der Verantwortlichen entlang der Strecke zu verdanken, allen voran die Bürgermeister Zwick (Messkirch) und Sigrist (Sauldorf) und MdL Andrea Bogner-Unden, die sich seit vielen Jahren für die Reaktivierung der Strecke einsetzen«, so die Initiative Bodensee S-Bahn. Die Studie rechnet ein Potential von 2.480 »Einsteigern« pro Tag aus.
Auch das Potential der Etzwilerbahn ist danach groß: mit 2.670 »Einsteigern« pro Tag kann Wirkung erzielt werden. Für die Bodensee S-Bahn hat die Strecke eine Schlüsselfunktion. Sie könnte den Ring um den Untersee schließen.
»Durch die jetzt vorgelegten Studien bestehe eine gute Chance, dass das Land die Kosten des Betriebs auf den Strecken dauerhaft übernehmen werde, so der CDU-Betreungsabgeordnete Karl Rombach.
»Jetzt heißt es auf kommunaler Ebene, dranbleiben! Es hängt nun von den Initiativen und dem Willen der Kommunen ab, ob die nächsten Schritte schnell realisiert werden können«, so der FDP-Landtagsabgeordnete Jürgen Keck. Daher werde die FDP-Kreistagsfraktion umgehend entsprechende Schritte beantragen, sodass der Landkreis Konstanz in der Reaktivierungsoffensive des Landes aktiv wird, so auch Fraktionssprecher Georg Geiger auch am Abend in einer Mitteilung. »Seit Jahren hat die Kreistagsfraktion Untersuchungen zur Reaktivierung dieser beiden Bahnstrecken gefordert, weil wir von ihrem Potential überzeugt sind«, so Geiger zufrieden.
Minister Hermann betonte in der Videokonferenz, dass die Rahmenbedingungen für neue Reaktivierungsvorhaben so günstig sind wie noch nie. »Der Bund fördert die Baukosten neuerdings mit bis zu 90 Prozent. Das Land beteiligt sich auch, sodass im Ergebnis Streckenreaktivierungen mit bis zu 96 Prozent der Baukosten gefördert werden können.« Doch damit nicht genug: „Damit die Vorhaben möglichst schnell durch die kommunalen Akteure geplant werden, wird das Land noch von diesem Jahr an bis Ende 2023 Machbarkeitsstudien zu Reaktivierungsvorhaben mit 75 Prozent fördern. Wichtig ist, dass die Akteure vor Ort sich möglichst frühzeitig auf ein gemeinsames Vorgehen abstimmen und die Streckenreaktivierungen vorantreiben.“

Darüber hinaus kündigte der Verkehrsminister an, dass das Land bei nachfragstarken Strecken grundsätzlich die Bestellung und die Kosten für den Betrieb der reaktivierten Bahnstrecken gemäß dem Landesstandard (mindestens Stundentakt, bei hoher Nachfrage mehr) übernehmen wird. Wird ein Angebot mit mehr Zügen als dem Landesstandard gewünscht, müsste der Teil des Angebots, der über den Landesstandard hinausgeht, kommunal finanziert werden. „Gerade auch um den ländlichen Raum zu stärken, übernimmt das Land bei Strecken mit einem Fahrgastpotenzial von mindestens 750 Fahrgästen je Schultag die Betriebskosten

Im Rahmen der Videokonferenz referiere Landrat Danner über die erfolgreiche Wiederbelebung der unteren Ablachtalbahn von Radolfzell nach Stockach mit dem "Seehäsle".

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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