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Farbe strahlt auf die Menschen aus

Pestalozzi Kinderdorf
Michael Beissmann und Marion Ludwig (v.r.) sowie Anna-Lena, Edith, Virginia und Antonella (v.l.) freuen sich über das neue Familienhaus. swb-Bild: ver

Neues Familienhaus im Pestalozzi Kinderdorf eingeweiht

Wahlwies. In einem erdigen Rotton erstrahlte das neue Familienhaus des Pestalozzi Kinder- und Jugenddorfs in Wahlwies bei der Übergabe am vergangenen Freitag. Vereins-Geschäftsführer Bernd Löhle bezeichnete das Gebäude als wichtigen Meilenstein. »Wir selbst als Verein wären kaum in der Lage, das aktuell zu stemmen.«

Bei dem Familienhaus geht es nämlich darum, ein Zuhause zu bieten. Denn hier werden Kinder und Jugendliche aus entwurzelten Familien leben, die aufgrund von Missbrauch oder Vernachlässigung ein neues Umfeld brauchen. Dabei bietet das Haus genug Platz, um bis zu sieben Kinder aufzunehmen und zu betreuen. Die Pestalozzi-Stiftung finanzierte das Gebäude und vermietet es nun an den Pestalozzi-Verein, der das Grundstück zur Verfügung stellt.
Joachim Reckziegel, stellvertretender Stiftungs-Vorsitzender, war auch als Bauleiter an dem Projekt beteiligt. Rund eine Million Euro habe das neue Familienhaus gekostet. Dabei habe der Einsatz von Malern, Schreinern und Hauswirtschaftern des Pestalozzi-Vereins geholfen, die Kosten zu reduzieren und im Rahmen zu halten. Die sieben Schlafzimmer sind hell und geräumig, die ungenutzten Bäder glänzen in einem strahlenden weiß und auch die Küche mit Ess- und Wohnzimmer ermöglichen den Blick über die selbstgebaute Terrasse. Alle Räume sind mit hellgrünem Linoleum ausgelegt, an den Wänden hängen Tier- und Naturbilder. Neben den klassischen Nutzräumen gibt es ebenfalls einen Bereich für das Hausleiterpaar, in den es sich zurückziehen kann. Für die rote Außenfarbe des Gebäudes ist Reckziegel verantwortlich. Rot sei nicht nur die Farbe der Liebe, sondern auch der Begegnung. »Farbe strahlt ja auch auf die Menschen aus«, begründete er seine Wahl.
Geleitet wird das neue Familienhaus vom Ehepaar Marion Ludwig und Michael Beissmann. Das Paar stammt aus dem Odenwald und lebt nun seit einigen Wochen in Wahlwies. Überzeugt vom Konzept der Vernetzung und der nachhaltigen Lebensweise, habe sich das neue Hausleiterpaar für diesen wichtigen Schritt entschieden.
Laut Pädagogikleiterin Petra Bärenz müsse man als Hausleitung täglich nach Antworten auf die Herausforderungen suchen, die die Kinder mit sich bringen. »Man muss mit dem ganzen Herzen und Professionalität an die Sache rangehen, um mit den Kindern und Jugendlichen umgehen zu können«, erklärt sie. Damit dürfte die neue Hausleitung keine Probleme haben: Marion Ludwig ist Pädagogin und war in der Erwachsenenbildung tätig, ihr Mann Michael Beissmann absolviert derzeit eine Ausbildung zum Heim- und Jugenderzieher.
 

Wochenblatt Redakteur @: Matthias Güntert