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Für ein Zeichen des Friedens

Konzert in der Liebfrauenkirche
Die Musiker um Dirigent Siegfried Schmidgall begeisterten in der Liebfrauenkirche in Singen. swb-Bild: uj

Dirigent Siegfried Schmidgall brachte ein großartiges Konzertwochenende nach Radolfzell und Singen

Singen/Radolfzell. Mit einem geradezu himmlischen sanften Gesang eröffneten das Vokalensemble Gaienhofen, die Kantorei der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen, der Männerchor Singen und die südwestdeutsche Philharmonie Konstanz das Konzert »Fauré Requiem, Jenkins Gloria« am vergangenen Sonntag in der Liebfrauenkirche in Singen.

Das Konzert war restlos ausverkauft, genauso wie das Konzert am Vorabend in St. Meinrad in Radolfzell. Dem Dirigenten und Organisator Siegfried Schmidgall war es gelungen, hochkarätige Musiker zu diesem einzigartigen Konzert zusammenzuführen. Für das Publikum war allein der Anblick überragend, standen doch neben der südwestdeutschen Philharmonie 80 Mitglieder des Vokalensembles, 25 Sänger des Männerchors und 40 Jugendliche der Schul-Kantorei auf der großen Bühne.

Von einem interessanten und spannungsreichen Konzertabend sprach der Dirigent im Vorfeld und sollte mit diesen Konzerten sein Versprechen einlösen. Wie der Titel des Konzertes vermuten ließ, gestaltete sich das rund 90–minütige Konzert zweiteilig. Im ersten Teil sangen und spielten die Musiker das »Requiem« von Gabriel Fauré, das sich dadurch auszeichnet, dass der Komponist versucht, mit seinen Texten und friedvollen Melodien das Phänomen des Todes zu entdramatisieren.

In den Texten ist nach dem Tod weder vom Jüngsten Gericht noch von Angst und Schrecken die Rede. In »Reqiem« versucht Fauré ein friedvolles Bild des Todes zu zeichnen. Diese harmonischen, himmlischen Melodien brachten die Musiker und der Chor stimmungsvoll in das große Kirchenschiff, unterstützt vom Baritonsolist Armin Kolarczyk und der Sopranistin Julia Küßwetter. Zahlreiche Moll-Klänge von Chor und Orchester ließ Schmidgall in stimmungsvolle Dur-Akkorde übergehen und die faszinierten Zuhörer konnten so das Himmelreich erahnen.

»Unser spannender Konzertabend soll an solch einem für Deutschland denkwürdigen Wochenende des 30-jährigen Jahrestages des Mauerfalls ein Zeichen für den Frieden in der Welt setzen«, erläuterte der Solist Kolarczyk als Einleitung in den zweiten Teil des Konzertes, denn die Musik sei in aller Welt die Sprache für Versöhnung, die Gegensätzliches zu verbinden vermöge.

Das kraftvoll mitreißend vorgetragene dreigliedrige »Gloria« von Karl Jenkins von 2010 als ausgedehnte Vertonung des Gloria aus der lateinischen Messe wurde, wie es das Stück vorsieht, mit kurzen Texten aus heiligen Schriften verschiedener religiöser Traditionen vorgetragen. Fulminante Klänge verband das Werk unterschiedlichster Kulturen mit dem beeindruckenden Lob Gottes, welches die Zuhörer in eine atemberaubende Klang- und Gefühlswelt voller Emotionen entführte.

Dieses einzigartige Konzert dürfte den Besuchern lange in Erinnerung bleiben. Der studierte Kirchenmusiker und Dirigent Schmidgall freute sich über das große Lob und die zahlreichen Glückwünsche, schließlich hatte er noch nie so viele Musiker auf einer einzigen Bühne vereint.

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Wochenblatt Redakteur @: Graziella Verchio