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"Ich sehe ein Riesenproblem aus uns zukommen"

Tobias Irion
Dr. Tobias Irion ist sein zehn Jahren ehrenamtlicher Vorstand des Regionalverbands Bodensee/ Oberschwaben der Johanniter. swb-Bild: Johanniter

Tobias Irion von den Johannitern zum Tag des Ehrenamts am 5. Dezember

Singen/Ravensburg. Zum Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember gibt es hier ein Interview mit Dr. Tobias Irion (43), ehrenamtlicher Regionalvorstand der Johanniter Oberschwaben/Bodensee, zu dem auch das Zentrum der Johanniter in Singen dazugehört.

Frage: Herr Dr. Irion, seit zehn Jahren begleiten Sie aktiv das Ehrenamt. Welche Veränderungen zeichnen sich ab?

Tobias Irion: Es zeichnen sich aus meiner Sicht immer stärkere Regulierungen, immer engere Vorschriften durch die Politik ab. Dies umzusetzen, macht die Arbeit für das Ehrenamt immer schwieriger. Auf der anderen Seite wird das Ehrenamt immer professioneller, immer besser organisiert, immer strukturierter. Auf dieses Niveau der Professionalität können wir zurecht stolz sein.

Frage: Wie gehen die Johanniter mit der Veränderung um?

Tobias Irion: Es geht darum, durch Schulungen, Weiterbildungen und Qualifizierungen alle ehrenamtlichen Johanniter immer auf der Höhe der Zeit zu halten. Gerade im Ehrenamt nimmt dies viel Raum ein – wird durch die Führungskräfte in unserem Verband aber gefordert und gefördert!

Frage: Wie nutzt das Ehrenamt den gesellschaftlichen Wandel?

Tobias Irion: Der gesellschaftliche Wandel macht allen ehrenamtlichen Organisationen zu schaffen. Man kann dem nur begegnen, indem man sehr früh versucht, Kinder und Jugendliche einzubinden und ihnen eine Heimat im Ehrenamt zu geben.

Frage: Warum ist Ehrenamt für unsere Gesellschaft wichtig?

Tobias Irion: Deutschland hat sich immer durch ein aktives Ehrenamt ausgezeichnet. Sei es in Vereinen oder bei den Rettungsorganisationen. Der gesellschaftliche Wandel hat gravierende Folgen für jedes Ehrenamt in Deutschland – man muss sich fragen, wer in einigen Jahren noch Ehrenämter übernimmt. Erst wenn sich Vereine auflösen müssen, erst wenn eine Feuerwehr oder der Rettungsdienst keine Dienste mehr besetzen kann, wird dies den Leuten bewusst. Ich sehe hier ein Riesenproblem auf Deutschland zukommen!

Frage: Herr Dr. Irion, was bekommt ein ehren­amtlicher Helfer nur bei den Johannitern?

Tobias Irion: Die Johanniter gibt es seit über 900 Jahren – entstanden aus einem christlichen Ritterorden. Noch heute sind – neben einer guten Ausbildung, Kameradschaft, Spaß – auch und vor allem christliche Werte die Basis unseres Handels. Das gibt es so nur bei den Johannitern.

Frage: Was ziehen Sie selbst aus Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit?

Tobias Irion: Das Gefühl, etwas Sinnvolles und Wichtiges zu tun!

Frage: Wo sehen Sie das Ehrenamt der Johanniter in fünf Jahren?

Tobias Irion: Das Ehrenamt wird auch in fünf Jahren eine tragende Säule bei den Johannitern sein. Und egal, wie bis dahin die Rahmenbedingungen und Vorgaben aussehen, wir haben uns angepasst und Vorgaben erfolgreich umgesetzt.

Letzte Frage: Welche Art von Mensch passt perfekt zu den Johannitern?

Tobias Irion: Ein Mensch, der Lust und Interesse auf Neues hat, der Kameradschaft und Freundschaft schätzt, der sich für seine Mitmenschen einsetzen will und der gesellschaftliche Verantwortung übernehmen will, ein Macher, der Verantwortung übernehmen möchte.

Die Fragen stellte Claudia Bangnowski, Leiterin Kommunikation beim Regionalverband der Johanniter Unfallhilfe, Regionalverband Bodensee/Oberschwaben.

Mehr informationen zur Präsenz vor Ort gibt es auf der Homepage der Johanniter.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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