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Magischer Mundart-Magnet Worblinge

Mundartbühne Worblinge
Schlussapplaus für die Schauspieler der Mundartbühne Worblinge und Regisseur Josef Bölle (3.v.l.). swb-Bild: bg

Begeisterte Zuschauer aus In-und Umland/ Regisseur Josef Bölle & Team in Hochform

Rielasingen-Worblingen. „Gschpannt wi en Rägeboge” hieß es nicht nur in einer Textstelle der heiteren Familienkomödie „Sonnescheim statt Altersheim“ von Herbert Hollitzer, welche von Regisseur-Altmeister Josef Bölle bearbeitet und wiederum glänzend in heimischen Dialekt gefaßt worden war, sondern auch bei den erwartungsvollen Besuchern der “Mundartbühne Worblinge” im Foyer des dortigen Katholischen Pfarrheims vor Beginn des turbulenten Stückes, bei dem es um heftige Familien-Turbulenzen angesichts einer vermeintlich reichen Tante geht, die als ältere Witwe nun einen Altersruhesitz bei ihren Nichten sucht und dort allseitig große Begehrlichkeiten ob einer zu erwartenden Erbschaft weckt - und am Schluß mit dem Gnadenbrot-Onkel der Familie davonzieht.

Gespielt wurde dies am letzten Freitag, Samstag und Sonntag vor jeweils vollem Haus, unter großem Beifall und mit mannigfachem Szenenapplaus durch die zahlreichen heimischen Zuschauern, aber auch durch Gäste von der Höri, dem Hegau, der nachbarlichen Schweiz, gar von Echterdingen - sie alle lieben Mundarttheater, die es kaum noch gibt,  und kommen deshalb extra Jahr für Jahr von Nah und Fern: “Mundart zieht“, weiß Theo Rüttinger, seit 12 Jahren im Ensemble und dies „jedes Mal mit grossem Spaß“.

„Gut 35 Stücke haben wir jetzt schon aufgeführt“, so ein sichtlich stolzer Josef Bölle, „mindestens 136 Auftritte seit 1981 - eine Wahnsinnsarbeit!“ Dieses Mal war die Vorbereitung nicht einfach: „Ein schwieriges, anspruchsvolles Stück mit vielen Rollenbesetzungen, aber die Premiere war schon grandios und die Leistung meines Teams wiederum großartig“, so Bölle, der zudem länger in Kliniken in Singen und Auswärts lag, deshalb seinen eigenen stolzen 80. Geburtstag nicht feiern und mit seiner Arbeit erst nach der Entlassung beginnen konnte. Publikum und Ensemble tauchten ihn nun in nicht enden wollenden Beifall.

Sein Lob wiederum galt Allen im Team inklusive den Bühnenbildnern Herbert Trautwein und Hubert Hauser, dem Maskenbildner Gebhardt Platz und Souffleuse Beate Billinger. Auf der Bühne standen mit Erika Weimer, Gabi Grünvogel, Thomas Bertsche, Bettina Glaser, Theo Rüttinger, Christian Kalyciok, Desiree Moser und Angela Möhrle - gar in einer Männerrolle-legendäre und allbekannte Mitwirkende, die vor Spiellaune und Dialekt nur so sprühten, sehr zum Vergnügen des dankbaren Publikums, welches 2019 sicher wieder nach „Worblinge“ kommen wird.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr