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Offener Brief der Bürgermeister

Symbolbild
Symbolbild. swb-Bild: adobe-stock

Das WOCHENBLATT-Corona-Update zum Wochenende

Lankreis Konstanz. Ein großes Medienecho fanden in dieser Woche die neuen Beschlüsse aus Berlin zum Theme »Lockdown Light«, der den ganzen November über einen Teil des öffentlichen Lebens wieder herunterfahren soll. Am stärksten davon betroffen sind Gastronomie- und Hotelgewerbe, aber auch die Kulturbranche und der Freizeitsport. Gegen die erneuten Schließungen regte sich in den vergangenen Tagen schon viel Wiederstand. Unter anderem von über dreißig Oberbürgermeistern und Bürgermeistern aus Baden Württemberg. Sie wandten sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, mit der Bitte, die Umsetzung der Beschlüsse in Landesrecht nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Mit auf der Liste der Unterzeichner des Schreibens, das laut Medienberichten vom Tübinger OB Boris Palmer initiiert wurde ist auch der Singener Rathauschef Bernd Häusler.

Bürgermeister fordern ein Überdenken der Maßnahmen

»Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir auch die Bürgerinnen und Bürger vom Sinn der Maßnahmen überzeugen können. Das fällt uns bei den gestern in Berlin gefassten Beschlüssen schwer«, heißt es in dem besagten Schreiben. Die Unterzeichner fordern, dass dem Infektionsschutz bei der Definition der Maßnahmen einen höheren Stellenwert zu geben und von »gänzlich abstrakten Verboten Abstand« genommen werden solle. Häusler und die anderen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner sind der Meinung, dass der Betrieb einer Gastronomie mit Decken oder Heizstrahlern an der frischen Luft völlig unbedenklich sei und dass der Besuch einer Kunstausstellung oder einer Theatervorstellung durch weiter verschärfte Besucherzahlgrenzen, Masken und Abstände sicher gestaltet werden könne. Eine Antwort aus Stuttgart lässt indes zum aktuellen Zeitpunkt noch auf sich warten.

Die Lage im Landkreis Konstanz

Im Laufe der vergangenen Woche stieg die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesten Menschen weiter stark an. Vor einer Woche wurden vom gesundheitsamt des Landratsamts Konstanz 148 positiv geteste gemeldet. Diesen Freitag sind es 403. Wie die Pressestelle des Landratsamts auf Anfrage des WOCHENBLATTs mitteilte wurden in  der vergangenen Woche insgesamt 3.907 Tests durchgeführt. In stationärer Behandlung befinden sich derzeit 18 Personen. Zudem vermeldete das Gesundheitsamt diese woche zum ersten mal seit längerer Zeit auch wieder zwei Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Virus stehen sollen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wieviele Menschen, auf 100.000 Einwohner gerechnet positiv getestet wurden, gibt das Gesundheitsamt mit 63,2 an.

Die Lage in den einzelnen Gemeinden

So viele Menschen wurden in den einzelnen Gemeinden des Landkreises in den vergangenen sieben Tagen positiv getestet:

Mehr als 20:

Konstanz (159)

Singen (54)

Stockach (32)

Radolfzell (30)

 

Zwischen 11 und 20:

Rielasingen-Worblingen (17)

Engen (15)

Hilzingen (15)

Gottmadingen (14)

 

Zwischen 6 und 10:

Hohenfels (10)

Steißlingen (10)

Allensbach (8)

Reichenau (8)

Volkertshausen (6)

 

Zwischen 2 und 5:

Mühlhausen-Ehingen (4)

Eigeltingen (3)

Orsingen-Nenzingen (3)

Bodman-Ludwigshafen (3)

Moos (2)

 

Eine neu positiv getestete Person gab es in:

Aach

Gailingen

Tengen

Öhningen

 

Und keine neu positiv getesteten gab es in den letzten sieben Tagen in:

Mühlingen

Gaienhofen

Büsingen

 

 

Die Lage in der Nachbarschaft

Mittlerweile haben alle Landkreise im näheren Umkreis den wert von 50 Neuinfektionen pro hunderttausend Einwohner überschritten, der vor einigen Wochen festgelegt wurde als Maßstab für weitergehende Corona-Maßnahmen. Einzig der Bodenseekreis (49,2) und der Landkreis Ravensburg (43,8) liegen derzeit laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch darunter. Baden-Württembergweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 99,1 (RKI, Stand Freitagnachmittag). 

Im Kanton Schaffhausen gibt es aktuell 656 positiv getestete Personen. Zwölf davon müssen im Krankenhaus behandelt werden. Deutlich höher sind die Zahlen noch im Kanton Thurgau. Dort werden aktuell 1.002 positiv getestete Personen vermeldet. 34 Personen befinden sich dort in stationärer Behandlung.

Verschärfte Maßnahmen in der Schweiz

Auch in der Schweiz gelten seit dem gestrigen Donnerstag landesweit weiter verschärfte Maßnahmen. So teilt der Kanton Schaffhausen auf seiner Homepage mit, dass Tanzlokale und Diskotheken geschlossen bleiben müssen. Restaurants und Bars dürfen dort geöffnet bleiben, es gilt jedoch eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr, und weiterhin eine Sitzpflicht. Zusammenkünfte im Familien- und Freundeskreis sind in der Schweiz auf maximal auf 10 Personen beschränkt, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sind verboten. Ein Verbot gilt zudem für sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen in Innenräumen. Ausgenommen sind hiervon allerdings Trainings und Proben von unter 16-Jährigen. Maskenpflicht gilt in schweizer Schulen ab Sekunderstufe II. Außerdem gibt es eine Maskenpflicht auch in Außenbereichen von Einrichtungen und Betrieben (Läden, Restaurants, Bars, Märkte, belebte Fussgängerzonen). Ab dem 2. November verzichten die Hochschulen zudem auf Präsenzunterricht.

Wochenblatt @: Dominique Hahn


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