Bürgerehrungen
Ein Abend für Blutspender und Ehrenamtliche
- Beim vierten Blickpunkt Ehrenamt zeichnete Bürgermeister Patrick Stärk (links) Edwin Häufle, Monika Dietrich und die katholische Frauengemeinschaft aus.
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Mühlhausen-Ehingen. Es ist zu einer schönen tradition geworden: Zum vierten Mal sind beim "Blickpunkt Ehrenamt" verdiente Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Mühlhausen-Ehingen in feierlichem Rahmen ausgezeichnet worden.
Dabei machte in dieser vierten Auflage ausgerechnet das Wetter Schwierigkeiten. Denn die Veranstaltung viel mitten in eine Hitzewelle, die das Thermometer auf 35 Grad und mehr klettern ließ. Das hielt die zahlreichen Gäste jedoch nicht ab und so war die Mägdeberghalle auch in diesem Jahr gut gefüllt. Getreu den Worten von Bürgermeister Patrick Stärk: "Unsere zu Ehrenden sind es mehr als wert, dass wir uns durchbeißen."
Und zu ehren gab es wieder einige: Angefangen von den 16 Blutspenderinnen und Blutspendern, die es insgesamt auf 570 Spenden gebracht haben und somit laut Bürgermeister Stärk bis zu 1.720 Menschen geholfen haben. Blutspendedienste stünden vor großen Herausforderungen. Die Zahl älterer Menschen steige, während weniger junge Menschen mit dem Blutspenden beginnen. "Umso wichtiger sind Vorbilder wie Sie, die durch Ihre Treue und Verlässlichkeit zeigen, wie selbstverständlich gelebte Solidarität sein kann."
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Geehrt wurden für zehnmaliges Spenden Nicole Böger, Annette Bohnenstengel, Christian Ganter, Selina Ranzenberger, Joachim Schoch, Christine Schroff und Petra Zepf. 25 Mal bei der Spende waren Martin Bader, Nicole Herr, Kirsten Maronde und Anja Selke. Martina Maier und Norbert Zoch wurden für 50 Blutspenden, Irmgard Link für 75 und Reiner Zeller für 100 Spenden geehrt. Spitzenreiter war aber Michael Schoch, der sich 125 Mal Blut abnehmen ließ.
Pionierin im Gemeinderat
Neben den Blutspendern wurden zwei Persönlichkeiten und eine Gruppe geehrt. Den Anfang machte Stärk mit Monika Dietrich, die nicht nur Gründungsmitglied und bis heute Schriftführerin der katholischen Frauengemeinschaft ist, sondern sich auch politisch in der Gemeinde engagierte. Als erste Frau überhaupt zog sie 1980 in den Gemeinderat ein und verteidigte ihr Amt achtmal. Zudem war sie von 2001 bis zu ihrem freiwilligen Ausscheiden 2019 Bürgermeisterstellvertreterin.
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In ihrer Zeit als Gemeinderätin sei sie unter anderem "eine der Hauptkämpferinnen" für den Steg Rohmen-Hagenweg gewesen und auch das Thema Straßenbeleuchtung sei ihr damals wie heute ein besonderes Anliegen. "Du warst und bist in Mühlhausen-Ehingen eine Marke im positivsten Sinne und heute auch noch sehr an der großen und kleinen Politik interessiert", so der Bürgermeiter in Richtung der Geehrten.
Vollblutmusiker und Stütze des Herbstfests
Mit Edwin Häufle wurde ein Musik-Urgestein geehrt. Schon als Zwölfjähriger war er laut Bürgermeister Stärk in die Musikkapelle Ehingen eingetreten, wurde 1967 Vizedirigent und 1979 schließlich Dirigent. "Über 20 Jahre hinweg prägte er dann die Musikkapelle Ehingen, bis er im Mai 199 im Rahmen der 150-jährigen Jubiläums des Vereins die musikalische Leitung übergab." Dass die Kapelle auch nach seinem Rücktritt ganz gut spielt, zeigte ein Überraschungsauftritt zu ehren des Dirigenten a.D.
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Häufle sei zudem eine "tragende Säule" des Ehinger Herbstfests: Auf- und Abbau, Rekrutierung, Organisation und Abrechnung zählten zu seinen Aufgaben. Er ist Mitgründer der Seniorenmusik und deren musikalischer Leiter und bei den PC-Senioren Spezialist für digitale Bildbearbeitung. Mit seiner Drohne schieße er "wunderschöne Bilder von unserer tollen Gemeinde".
Handarbeit für Hilfe weltweit
Mit der bereits erwähnten katholischen Frauengemeinschaft wurde nach der Feuerwehr in 2023 nun die zweite Organisation als Ganzes geehrt. "Welche hehren Ziele in dieser wunderbaren Gemeinschaft verfolgt werden, sind einem vielleicht nicht gleich geläufig", sagte Bürgermeister Stärk. Doch sie agiere nicht nur zum Wohle ihrer Mitglieder, sondern auch dem der Allgemeinheit. So finanzierte sie 2021 ein Bücherhäusle, das von den Männern der Frauengemeinschaft mit Unterstützung des Bauhofs aufgestellt wurde.
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Zudem spendete sie 1.500 Euro für einen Defibrillator in der Begegnungsstätte am alten Sportplatz. Und in der Coronazeit waren es "die fleißigen Frauen der Frauengemeinschaft, die 1.600 Masken genäht haben, als Masken noch Mangelware waren". Seit 1990 verkauft die Frauengemeinschaft eigene Näh- und Bastelwaren auf verschiedenen Märkten und Festen in der Region. "So kamen über die ganzen Jahre knapp 70.000 Euro zusammen", so Stärk. Damit wurden unter anderem ein Sozialprojekt in der brasilianischen Stadt Natal, die Aktion Kinderherzen, ein Lehrerhaus in Afrike und auch der Tafelladen in Engen unterstützt.
Im Namen der Geehrten dankte Monika Dietrich der Gemeinde: "Wir haben viel Wertschätzung und Anerkennung erfahren", sagte sie. "Die lobenden Worte haben uns richtig gutgetan." Sie wünsche sich, dass viele dem Ehrenamt treu bleiben und sich wetere finden, die sich einbringen.
Autor:Tobias Lange aus Singen |