Oberbürgermeister Staab lässt im Interview die Zukunft des Vorhabens offen
Steht der Kapuzinerweg vor dem Aus?

Kapuzinerweg Radolfzell | Foto: Oberbürgermeister Martin Staab ließ zwischen den Zeilen im WOCHENBLATT-Interview erkennen, dass das Vorhaben, einen Einzelhandelsschwerpunkt am Kapuizinerweg zu errichten, auf Hindernisse stoßen könnte.swb-Bild: Archiv/S
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Radolfzell. Mit dem Vorhaben, am Kapuzinerweg einen weiteren Einzelhandelsschwerpunkt zu schaffen, will der Gemeinderat vor allem den Erhalt des Handels in der Innenstadt sichern. »Dieser bedingt attraktive Einkaufslagen und attraktive Gastronomieangebot. Dies bedeutet aber auch, dass man am Rande der Altstadt einen Einzelhandelsschwerpunkt bildet, damit dann auch die Innenstadt durch Fußläufigkeit besucht wird«, erklärte Oberbürgermeister Martin Staab im Sommerinterview 2016.
Auf Nachrage des WOCHENBLATTES, wie weit die Planungen vorangeschritten seien, verwies der Verwaltungschef auf das laufende Verfahren. Zwischen den Zeilen seiner Antworten kann man aber erkennen, dass das Vorhaben auf Hindernisse stoßen könnte. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen war zu vernehmen, dass der Rat sich dem Vernehmen nach von dem Vorhaben distanziert habe. Das war der Anlass für das WOCHENBLATT, ein Gespräch mit OB Staab zu führen.

WOCHENBLATT: Was tut die Stadt, um die Bedenken von Dr. Zinsmaier, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, zu zerstreuen?
OB Staab: »Die Aussagen der Aktionsgemeinschaft sind gut nachvollziehbar. Der Handel ist im letzten Jahrzehnt großen Veränderungen unterworfen. Neben der Tendenz um Internethandel wird das Einkaufserlebnis für den Kunden immer größer geschrieben. Deshalb braucht er neue Angebote, damit Radolfzell ein attraktiver Einzelhandelsstandort bleibt. Pendeln die Menschen zum Einkaufen erst mal aus, kommen sie nicht so schnell wieder zurück.«

WOCHENBLATT: Gut unterrichtete Kreise in der Stadt wollen wissen, dass das Vorhaben am Kapuzinerweg zur Diskussion steht. Können Sie dazu Stellung beziehen?
OB Staab: »Ich bitte um Nachsicht, dass ich aus einer nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderates nicht berichten kann und auch derzeit keinen Grund sehe die Nichtöffentlichkeit aufzuheben. Ich darf Ihnen aber versichern, dass die Öffentlichkeit bald alle Argumente für und gegen das Projekt erfahren wird, da ein öffentlicher Beschluss nötig ist.«

WOCHENBLATT: Sollte sich das Gerücht bewahrheiten, wie geht es in diesem Bereich der Altstadt weiter?
OB Staab: »Ich habe es in der Neujahrsrede schon gesagt und wiederhole es gerne. So wie das gesamte Areal jetzt aussieht, ist es eine Schande. An solche Anblicke darf man sich nicht gewöhnen. Auf dieser Fläche muss bald etwas entwickelt werden, dass Frequenz in die Innenstadt bringt. Alternativen zum Handel können auch Dienstleistungsflächen sein. (Soziales) Wohnen ist im Gleisbogen mit den entsprechenden Geräuschentwicklungen des Schienenverkehrs vielleicht nicht die oberste Priorität. Dies hatte der Gemeinderat auch bereits vor zwei Jahren nur 100 Meter weiter auf dem Areal der Kleingärten abgelehnt.«

WOCHENBLATT: In wie weit haben die Überlegungen am Schoch-Kreisel einen alternativen Einkaufsschwerpunkt zu schaffen, zu diesem Entschluss beigetragen?
OB Staab: »Die Entwicklung am Schoch-Kreisel ist weit weniger fortgeschritten und bedarf noch intensiver Diskussionen, welche Auswirkungen und Entwicklungen dort entstehen könnten.
Die Dimensionen sind auch ganz anders. Am Kapuzinerweg sollen ergänzende Angebote für die Innenstadt bis zu einer Obergrenze von höchstens 6.000 Quadratmeter Einzelhandel entstehen. Im Schochareal ist die Zielsetzung des Gemeinderates eine ganz andere. Dort soll ein Lebensmittler mit überwiegend nahversorgerischem Charakter entstehen. Dort geht es um 1.000, höchstens jedoch um 1.500 Quadratmeter Fläche.«

Das Interview führte Matthias Güntert.

- Matthias Güntert

Autor:

Redaktion aus Singen

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