Aufruf zur Teilnahme an der Demo in Freiburg
Gewerkschaften wollen ein Zeichen gegen den "Herbst der Reformen" setzen
- Hoffen auf viele Teilnehmer bei der Kundgebung in Freiburg am 26. September: Manuel Mandel (links) und Klaus Mühlherr.
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Singen/Kreis Konstanz. Der "Herbst der Reformen" ist für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und seinen acht Einzelgewerkschaften in der Region ein enttäuschender. Gerade deshalb rufen sie zur Teilnahme an der Demonstration in Freiburg am 26. September auf.
"Das, was mit diesen Reformen erreicht werden soll, lehnen wir klar ab", stellt der DGB-Kreisvorsitzende Klaus Mühlherr klar. Beim sogenannten "Herbst der Reformen" handelt es sich um den Versuch der aktuellen Bundesregierung, die sozialen Sicherungssysteme und die Wirtschaft in Deutschland grundlegend zu modernisieren und zu stabilisieren. Für Mühlherr seien diese Gesetzesreformen aber nichts Weiteres als ein "Sparprogramm, in dem viele Ausgaben drastisch gekürzt werden, nur um unter anderem die Rüstung finanziell zu unterstützen", wie er im Gespräch mit dem WOCHENBLATT erläutert. Seine verständliche Frage daher: "Braucht man das wirklich?"
"Hart erstrittene Dinge" sollen gekippt werden
Für Mühlherr könne es nämlich nicht sein, dass man diese Gelder für die Rüstung gerade über die von den Gewerkschaften hart erarbeiteten Sozialbeiträge wieder reinholen möchte. Als Beispiel hierfür führt er unter anderem die 35-Stunden-Woche auf, bei der ihm zufolge so getan würde, als wäre es ein "Geschenk des Herrn", dabei haben sich dies die Arbeitnehmer in langen Tarifauseinandersetzungen hart erkämpft. Manuel Mandel, Gewerkschaftssekretär der DGB Baden-Württemberg Region Südbaden, führt zudem die Erweiterung der Teilzeitarbeit sowie die Vorruhestandsregelung als weitere Beispiele an, die seiner Ausführung nach dem Herbst der Reformen zum Opfer fallen würden. "Auch das sind alles von den Arbeitnehmern hart erstrittene Dinge", merkt er an.
"Wir wollen uns das nicht weiter gefallen lassen"
Darüber hinaus kritisiert Mandel auch, dass durch dieses Reformpaket neben der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch der Erhalt von Betriebsräten auf der Kippe stehen könnte. "Dadurch würde es in bestimmten Fällen für einige Arbeitnehmer noch schwieriger werden, Termine für psychologische oder psychiatrische Behandlung zu erhalten", verdeutlicht er. Zudem wären im Allgemeinen all die hart verhandelten Tarifabschlüsse mit dieser Reform für Manuel Mandel nicht mehr bindend. "Den Bürgern würde das in keinem Fall zugutekommen. Wir können und wollen uns das daher nicht weiter gefallen lassen!"
Busfahrt zur Demo nach Freiburg
Um hiergegen nun ein klares Zeichen zu setzen, wird am 26. September bundesweit und damit auch um 12 Uhr in Freiburg auf dem Stühlinger Kirchplatz eine Demonstration des DGB Baden-Württemberg stattfinden. Klaus Mühlherr und Manuel Mandel rufen alle Gewerkschaftsmitglieder aus der Region auf sich diesen anzuschließen. Jedoch müsse man hierfür nicht zwingend ein Mitglied in einer Gewerkschaft sein, wie Mühlherr erklärt. "Jeder und jede darf mitkommen, denn am Ende betrifft es uns alle."
Für die Fahrt nach Freiburg wurden mehrere Busse organisiert, die aus Singen, Konstanz und Radolfzell dort hinfahren werden, die Hin- und Rückfahrt ist für alle Teilnehmenden laut Manuel Mandel kostenfrei. Weiter sind Anmeldungen für die Fahrt auch per Mail an villingen-schwenningen@dgb.de möglich. Seitens des DGB-Kreisverbands wird es zudem am 19. September von 9 bis 12 Uhr in der August-Ruf-Straße gegenüber der früheren Deutschen Bank einen Infostand geben, wo man sich über das Reformpaket sowie die Teilnahme an der Demonstration informieren kann.
Autor:Philipp Findling aus Singen |