Am 13. September in Stockach
Eine einzigartige Kapelle steht beim Tag des offenen Denkmals im Fokus

Kantor und Barockorganist Zeno Bianchini (links) und Stadtarchivleiter Julian Windmöller an der historischen Pflegerorgel in der Loreto-Kapelle, die beim Tag des offenen Denkmals im Fokus stehen und erklingen wird.  | Foto: Philipp Findling
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  • Kantor und Barockorganist Zeno Bianchini (links) und Stadtarchivleiter Julian Windmöller an der historischen Pflegerorgel in der Loreto-Kapelle, die beim Tag des offenen Denkmals im Fokus stehen und erklingen wird.
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Stockach. Es ist zwar noch gute sechs Wochen hin, doch schon jetzt ist auch in Stockach die Vorfreude groß auf den Tag des offenen Denkmals. Dabei möchte man am 13. September wieder einmal die Gotteshäuser in der Stadt in den Vordergrund rücken. 

Seit vielen Jahren schon begeistert der Tag des offenen Denkmals zahlreiche Besucher bundesweit. Dabei gilt der Tag mit seinem kostenfreien Programm als Deutschlands größte Kulturveranstaltung, wie Stockachs Stadtarchivleiter Julian Windmöller erklärt. 

Zum mittlerweile neunten Mal hat sich das Stockacher Stadtarchiv den Kirchen in Stockach angenommen. In diesem Jahr steht die Loreto Kirche im Mittelpunkt und das aufgrund des Hochamts zum Patroziniumsfest Maria Loreto, welches bereits am Vortag des 12. September um 18.30 Uhr stattfindet. Hier werden die vier Sänger von Schola Cantorum die Gäste musikalisch in die Welt des italienischen Barock entführen. "Zudem hat Hans Leo Haßler, dessen 'Missa super Dixit Maria' an diesem Abend gespielt wird, insofern ebenfalls eine Verbindung zu Italien, als dass er in Venedig bei Giovanni Gabrieli studierte", zeigt Kantor und Barockorganist Zeno Bianchini auf.

Zwar nicht mit der Loreto-Kapelle selbst, dafür aber mit einer weiteren Stockacher Besonderheit startet dann der Tag des offenen Denkmals in der Stadt um 10 Uhr mit der beliebten Stockacher Kellerführung, die erstmals von Julian Windmöller geleitet wird. "Der Landkreis kam mit dieser Idee auf uns zu, um so noch stärker auf dieses Angebot aufmerksam zu machen", sagt der Stadtarchivleiter. Besichtigt werden ihm zufolge an diesem Vormittag der Keller vom Stockacher Narrengericht, dem Salmannsweiler Hof sowie auch der früheren Thurn und Taxis Postkeller. Hierfür ist aufgrund der auf 20 Personen begrenzten Teilnehmerzahl eine Anmeldung bis 6. September unter stadtarchiv@stockach.de oder telefonisch unter 07771 802 300 zwingend erforderlich. 

Die Führung selbst soll zeitlich so ablaufen, dass die Teilnehmenden noch pünktlich zum nächsten Programmpunkt zur Loreto-Kapelle kommen, so Windmöller. So bietet um 12 und 18.30 Uhr Zeno Bianchini eine Orgelführung zur historischen Pflegerorgel, benannt nach Johannes Christopherus Pfleger, der diese im Jahr 1661 erbaute und damit älter als die Loreto-Kapelle selbst ist. "Diese Orgel hat dadurch die Besonderheit, dass sie bis heute die älteste bespielbare Orgel in ganz Baden ist", verrät Bianchini. "Die Ursprünge der Pflegerorgel liegen jedoch im Dunkeln", ergänzt Julian Windmöller. "Das jedoch macht diese Führung umso spannender."

Um 15 Uhr schließlich führt der Stadtarchivleiter die Besucher durch die Kapelle und deren lange Geschichte, so leiß der gläubige Eremit Matthias Steinmann zwischen 1724 und 1728 diese damals als Gotteshaus und Unterkunft erbauen. Im Anschluss um 16 Uhr schließlich gibt es wieder von Julian Windmöller eine Führung über den Loretofriedhof, wo ihm zufolge unter anderem Stockachs Ehrenbürger und Kunstsammler Heinrich Wagner begraben ist. 

Das abschließende Highlight des Stockacher Tag des offenen Denkmals folgt dann um 19 Uhr mit der musikalischen Vesper in der Loreto-Kapelle. Hierbei wird das italienische Duo "Seicento Stravagante" den Gästen, wie schon die Musiker am Samstag, feinste italienische Barockmusik kredenzen. Hierbei wird laut Zeno Bianchini Musiker David Brutti mit dem Zink, ein Blechblasinstrument aus dem 17. Jahrhundert, das ihm zufolge als "Vorfahre der Trompete" gilt, die kleinen Hallen der Loreto-Kapelle zum Erklingen bringen und auch eine kleine Liturgie Teil der Vesper sein. Nicola Lamon hingegen wird die Pflegerorgel bespielen, für Bianchini etwas Besonderes, denn: "Diese Orgel können nicht alle spielen." Auch das Konzert ist kostenfrei, über Spenden hiernach zur Kostendeckung würden sich die Veranstalter jedoch sehr freuen.

Kantor und Barockorganist Zeno Bianchini (links) und Stadtarchivleiter Julian Windmöller an der historischen Pflegerorgel in der Loreto-Kapelle, die beim Tag des offenen Denkmals im Fokus stehen und erklingen wird.  | Foto: Philipp Findling
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Autor:

Philipp Findling aus Singen

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