Großalarm ausgelöst / Feuerwehr Stockach, Gefahrgutzug des Landkreises und Werksfeuerwehr Constellium im Einsatz
Großeinsatz wegen Gefahrgutunfall in Zizenhausen

Gefahrgut Zizenhausen
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  • Foto: Ein Bild von der Einsatzstelle, aufgenommen von der Drohneneinheit des Landkreis Konstanz. swb-Bild: LRA
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Stockach-Zizenhausen. Die Feuerwehr Stockach wurde am Montageabend, 24. Januar, um 19:22 Uhr nach Zizenhausen in die Meßkircher Straße alarmiert. Ein LKW war am Ortsausgang von Zizenhausen nach ersten Ermittlungen der Polizei mit den Rädern seines Anhängers in einer Kurve auf den Randstein geraten. Dabei kippte der mit Gefahrstoff beladene Anhänger des LKW auf die Seite.

Aufgrund der Gefahrenlage wurde Großalarm für die Feuerwehr Stockach ausgelöst. berichtet die Feuerwehr Stockach. Außerdem wurde der Gefahrgutzug des Landkreises Konstanz alarmiert. Im weiteren Einsatzverlauf wurden neben diversen Chemie-Fachberatern auch die Führungsgruppe der Feuerwehr Stockach sowie die Drohneneinheit des Landkreises alarmiert.

Um Zugang zum Laderaum des Anhängers zu schaffen musste eine der Ladetüren mit Hilfe eines Trennschneiders vom Anhänger abgetrennt werden. Durch die Sichtung der Ladepapiere konnten die Stoffnummern der Gefahrgüter ermittelt werden. Mit diesen Informationen wurde durch die Chemie-Fachberater entschieden, eine Anfrage über die Stoffe bei der TUIS durchzuführen. Die TUIS ist das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie. Diese rund um die Uhr besetzte Stelle kann Einsatzkräften im Unglücksfall Informationen zum Verhalten und eventuell möglichen Reaktionen aller Gefahrstoffe liefern. Gegebenenfalls können über die TUIS auch Spezialkräfte von Werkfeuerwehren der chemischen Industrie alarmiert werden.

Vom Gefahrgutzug des Landkreises wurden laufend Messungen durchgeführt. Eine Gefahr für die Bevölkerung hat zu keiner Zeit bestanden, so die Feuerwehr Stockach in ihrer Bilanz.

Bis zur Rückmeldung der TUIS um etwa 24 Uhr wurde die Einsatzstelle abgesichert und das mögliche Abpumpen der Stoffe vorbereitet. Die Rückmeldung der TUIS ergab, dass die beiden Gefahrstoffe miteinander reagieren könnten und dabei Ammoniak gebildet werden könnte. Eine Nachforderung von Spezialkräften war nicht erforderlich, so dass die Kräfte des Gefahrgutzuges des Landkreis Konstanz mit dem Abpumpen in spezielle Chemikalienbehälter der Werkfeuerwehr Constellium Singen beginnen konnten.

Die Arbeiten am beziehungsweise in der Nähe der Gefahrstoffe können nur mit speziellen Chemikalien-Schutzanzügen durchgeführt werden. Diese Vollschutzanzüge sind chemikalienbeständig und umluftunabhängig und werden über die normalen Atemschutzgeräte der Feuerwehr angezogen. Die Arbeiten in einem solchen Chemikalien-Schutzanzug sind für die Einsatzkräfte extrem anstrengend. Nachdem die Einsatzkräfte von der Einsatzstelle zurückkehren werden sie in einer speziellen Station dekontaminiert (gesäubert) und komplett neu eingekleidet. Die kontaminierten Schutzanzüge werden verpackt und später von einer Fachfirma gereinigt.

Wegen der kalten Temperaturen wurde eine Einsatzeinheit des DRK alarmiert, um die Einsatzkräfte mit warmen Getränken und einer warmen Suppe zu verpflegen.

Nachdem die Gefahrstoffe abgepumpt waren wurde der Anhänger von einer ortsansässigen Fachfirma wieder aufgerichtet und abtransportiert. Die Feuerwehr unterstützte beim Abbinden der restlichen Stoffe.
Erst am Dienstag um 11:30 Uhr war der Einsatz für die letzten Feuerwehrkräfte beendet.

An der Einsatzstelle waren die Abteilungen Kernstadt, Hoppetenzell, Wahlwies und Zizenhausen sowie die Führungsgruppe der Feuerwehr Stockach. Außerdem der Gefahrgutzug des Landkreises Konstanz mit Angehörigen der Feuerwehren Stockach, Singen, Rielasingen-Worblingen, Bodman-Ludwigshafen und Werkfeuerwehr Constellium sowie mehrere Chemie-Fachberater.

Auch der Kreisbrandmeister des Landkreises Konstanz sowie die Polizei waren im Einsatz. Die Drohneneinheit des Landkreises unterstützte mit Luftbildern zur Aufklärung der Lage. Zur sanitätsdienstlichen Versorgung und zur Verpflegung der Einsatzkräfte war die DRK Einsatzeinheit 2 an der Einsatzstelle. Insgesamt befanden sich rund 90 Kräfte im Einsatz, informierte die Stockacher Feuerwehr in ihrem Abschlussbericht. Die B313 musster für den Einsatz für rund 16 Stunden gesperrt bleiben.

Quelle: FFW Stockach/ots

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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