WOCHENBLATT-Interview mit Bürgermeister Florian Zindeler aus Hohenfeld
Pläne, Praktiken und Perspektiven

Bürgermeister Florian Zindeler Hohenfels | Foto: Florian Zindeler, der Bürgermeister von Hohenfels, stand dem WOCHENBLATT Rede und Antwort.swb-Bild: sw
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Hohenfels. Kleine Gemeinde - viele Themen. Ein WOCHENBLATT-Gespräch mit Florian Zindeler, dem Bürgermeister von Hohenfels.

WOCHENBLATT: 2018 ist für Hohenfels ein ganz besonderes Jahr?

Florian Zindeler: Ja, denn 2018 ist das Korbinian-Brodmann-Gedenkjahr in Erinnerung an den 1868 in Liggersdorf geborenen und 1918 in Berlin verstorbenen bekannten Hirnforscher. Seinen 150. Geburtstag und 100. Todestag wollen wir mit einem abwechslungsreichen Programm während des ganzen Jahres begehen. Ich bin gerne Teil des Organisationsteams und daher stellen wir uns auch in der politischen Gemeinde auf das Gedenkjahr ein. So haben wir in den Kopf des Gemeindeblattes und auf der Homepage unter www.hohenfels.de den Button »Korbinian-Brodmann-Gedenkjahr 2018« mit aufgenommen. Es gibt ein hochkarätiges Vortragsprogramm, und wir versuchen, Schule und Kindergarten mit einzubeziehen, an denen der große Sohn der Gemeinde vorgestellt wird. Somit hat das Jahr auch einen pädagogischen Aspekt, den ich persönlich sehr gut finde.

WOCHENBLATT: Die Zukunft eines anderen Stücks Heimatgeschichte ist noch unklar. Wie geht es mit dem Schloss Hohenfels weiter?

Florian Zindeler: Der Schulbetrieb wurde eingestellt, das Schloss ist seit August geschlossen. Wir befinden uns im Austausch mit der Schule Schloss Salem. Die gemeinsame Suche nach einer guten Lösung ist für beide Seiten sehr wichtig. Es soll mehrere Interessenten für eine Weiternutzung geben, welche erfolgversprechende Konzepte angedeutet haben. Für die Gemeinde wären beispielsweise Wohnungen, ein Hotel oder ein Schulungszentrum positive Nutzungsarten für Schloss Hohenfels. Im besten Fall wäre natürlich noch eine gastronomische Komponente im Konzept enthalten. Wir hoffen, dass sich eine Lösung findet, die nicht Jahre auf sich warten lässt und den Bezug zwischen Gemeinde und Schloss, das ja für sie namensgebend war, erhält.

WOCHENBLATT: Schloss Hohenfels hat ja viel Raum zu bieten, doch im Ort selbst gibt es keine Bauplätze mehr?

Florian Zindeler: Das stimmt leider. Alle verfügbaren Plätze wurden verkauft oder sind bereits reserviert. Wir, der Gemeinderat und ich, beschäftigen uns fortwährend mit der Weiterentwicklung unserer Gemeinde, müssen jedoch erst einmal geeignete Flächen finden. Und das ist gar nicht so einfach. Für die Gewerbeansiedlung ist es uns kürzlich gelungen: Im interkommunalen Gewerbegebiet »Egelsee« konnten wir nach jahrelangen Verhandlungen wieder 3,4 Hektar erwerben und können nun weiter planen.

WOCHENBLATT: 2019 sind Kommunalwahlen. Wäre ein Kreistagsmandat eine Option für Sie?

Florian Zindeler: Bisher habe ich zu diesem Thema nur ein kurzes Gespräch mit der CDU im Landkreis geführt. Der Möglichkeit zur Kandidatur stehe ich grundsätzlich offen gegenüber, denn ein Kreistagsmandat ermöglicht Mitsprache, ein besseres Netzwerk und die Erlangung von Informationen aus erster Hand. Somit könnte es auch für meine tägliche Arbeit in Hohenfels von Vorteil sein


WOCHENBLATT: Gewerbebetriebe brauchen ein schnelles Internet. Wie sieht es mit der Breitbandentwicklung in Hohenfels aus?

Florian Zindeler: Im gesamten Ortsteil Deutwang werden neben Kanalsanierungsmaßnahmen auch neue Leitungen für Gas, Wasser und den Breitbandausbau verlegt. Der Steinbühl und die Mindersdorfer Straße sind jetzt an der Reihe. Noch vor den Sommerferien sollte die gesamte Maßnahme inklusive der Straßensanierungsmaßnahme des Landkreises fertiggestellt sein. In Liggersdorf erfolgt der Breitbandausbau links und rechts der nördlichen Hauptstraße bis hinaus zur Sattelöse. In Mindersdorf wurden die Maßnahmen in der Linden- und Tannenbergstraße bereits letztes Jahr beendet. Die Sommerhalde soll nun folgen. Bis Ende des Jahres werden gut 45 Prozent der Gemeinde vom schnellen Internet profitieren können. Darüber hinausgehende Planungen betreffen das Gewerbegebiet »Bruck« und die mit Straßensanierungsmaßnahmen verbundene Anbindung vom Gewerbegebiet »Weidenäcker« in Selgetsweiler.

WOCHENBLATT: Was geschieht mit Blick auf den Hochwasserschutz?

Florian Zindeler: Bereits Ende 2016 wurde ein Ingenieurbüro mit ersten Planungen beauftragt, die aktuell leider nicht weitergeführt werden können. Wir müssen mit Hinblick auf den Erhalt von Fördermitteln geduldig die Ergebnisse der Flussgebietsuntersuchung im Bereich der Stockacher Aach abwarten und können erst dann die einzelnen Maßnahmen in eine Detailplanung überführen. Das Ergebnis der Untersuchung wird 2019 erwartet.

WOCHENBLATT: Ein Dauerbrenner in der Gemeinde ist die Zukunft der Hohenfelshalle?

Florian Zindeler: Wir möchten hierbei nichts über das Knie brechen. Ein erstes Brainstorming mit dem Gemeinderat hat stattgefunden, und weitere Termine zur Auslotung der Möglichkeiten werden im Lauf des Jahres folgen. Wir diskutieren ergebnisoffen und in aller nötigen Ruhe. Klar ist aber, dass in diesen Diskussionen auch die Suche nach Lösungen für ein Feuerwehrgerätehaus inbegriffen ist.

WOCHENBLATT: Hohenfels ist für seinen selbstbewussten Gemeinderat und Ortsteile bekannt. Wie kommen Sie als Bürgermeister damit zurecht?

Florian Zindeler: Im Grunde sehr gut. Mir sind ein offenes Miteinander und eine kollegiale Zusammenarbeit wichtig. Die Diskussionen werden teils intensiv geführt, aber am Ende sind wir alle für das Wohl und die Entwicklung der Gemeinde verantwortlich und treffen zukunftsweisende Entscheidungen. In den vergangenen beiden Jahren haben wir so bereits sehr viel erreicht und viele Dinge angestoßen. Mit fehlendem Rückhalt im Gemeinderat wäre dies nicht gelungen, und es zeugt davon, dass wir mehrheitlich an einem Strang ziehen.

- Simone Weiß

Autor:

Redaktion aus Singen

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