Gegen Fakenews mit neuen Partner und Angeboten
Stockach stellt fünf Stunden Programm für die Lange Nacht der Demokratie vor

Die Veranstalter aus Vereinen, Schülern, der Stadt und Glaubensgemeinden freuen sich ihre Projekte bei der Langen Nacht der Demokratie vorzustellen.  | Foto: Sebastian Ridder
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Stockach. Mehr Partner, mehr Besucher und mehr Demokratie. Das sind unter anderem die Gründe, warum die Stadt Stockach an der landesweiten Veranstaltungsreihe die "Lange Nacht der Demokratie" festhält. Bei der dritten Auflage in diesem Jahr, am 2. Oktober, wollen die Veranstalter Fakenews und die Auswirkungen davon auf den gegenseitigen Umgang von Menschen in den Fokus nehmen. Die Leiterin des Kulturamts, Corinna Bruggaier, stellte das fünfstündige Programm mit ihren Partnern im Kulturzentrum Stockach vor. 

Programm in drei Kaptiteln und mehr


In Eigenregie führten die Stockacher Ausrichter der Langen Nacht der Demokratie die landesweite Aktion im letzten Jahr fort. Eigentlich findet die Veranstaltungsreihe in Baden-Württemberg nur alle zwei Jahre statt. Doch der Ehrgeiz wurde belohnt, denn der Trend bei den Besuchern und Angeboten der Veranstaltung in Stockach, die es 2024 erstmals gab, gehe laut Corinna Bruggaier, Leiterin des Kulturamts, nach oben. 2024 waren laut ihr etwa 300 Menschen dort - im letzten Jahr sollen es noch ein paar mehr gewesen sein.  

Um die Veranstaltung noch attraktiver zu machen, wollen die Veranstalter in diesem Jahr das Thema Demokratie weniger Abstrakt aufreifen und haben deshalb den Fokus auf sogenannte Fakenews ausgerichtet, wie Bruggaier erklärt. Das rund fünfstündige Programm wurde dafür in drei feste Abschnitte mit parallelen stetigen Angeboten aufgeteilt. Im ersten Abschnitt mit dem Titel "Was ist wahr", wird der Trainer und Supervisor, Mark Bottke aus Singen darüber referieren, wie man Fakenews erkennt und warum sie überhaupt erstellt werden. Beim zweiten Abschnitt wird Johannes Bruggaier, Leiter der Kulturredaktion des Südkuriers in einem Vortrag veranschaulichen, wie eingehende Meldungen geprüft werden, bevor sie zur Nachricht werden. Zum dritten Teil, "War früher alles wahrer", wird der Leiter des Stadtarchivs, Julian Windmöller, einen Impulsvortrag geben.

Schülerbeitrage, Workshops und weitere Angebote

Die einzelnen Abschnitte werden immer von einem Schülerbeitrag von Stockacher Schulen ergänzt. So wird beispielsweise ein Gemeinschaftskunde-Kurs des Berufsschulzentrums (BSZ) Stockachs gebaute Modelle von inklusiven Parks präsentieren, in denen verschiedenste gesellschaftliche Schichten aufeinandertreffen ohne sich in Echokammern zu verfangen. Auch Vereine ergänzen die Abschnitte. Der Verein Demokratie wird so im zweiten Abschnitt wiederum ein Stimmungsbild aus Beiträgen von Passanten auf dem Schweizer Feiertag an die Bürgermeisterin, Susen Katter übergeben. Katter wird die Veranstaltung eröffnen und Grußworte ausrichten. Die Schriftstellerin Christa Ludwig wird wiederum die einzelnen Abschnitte mit Vorträgen oder Essays abschließen. Die Lehrerin, Birgit Deppermann, stellt eines der stetigen Angebote bei der Veranstaltung. Sie zeigt wie Webseiten, Nachrichten sowie Bilder und Videos auf Fälschungen oder Unwahrheiten überprüft werden können. 

Foto: Sebastian Ridder

Das Programm findet von 18 bis 23 Uhr im Kulturzentrum Altes Forstamt statt. Wie Corinna Bruggaier erklärt, gehe es darum, viele Perspektiven auf Nachrichten zu geben, ohne eine vorgegebene Richtung einzuschlagen. Zu den Veranstaltern gehören auch die katholische und die evangelische Glaubensgemeinde in Stockach sowie die Caritas und die Kulturbrücke. Neben dem Berufsschulzentrum Stockach, die sich erstmals an der Veranstaltung beteiligen, sind auch der Schulverbund Nellenburg und das Nellenburg Gymnasium Teil davon. Wie die Schülerin des BSZ, Leoni Bachmann sagt, sei das Thema Fakenews überall, da junge Menschen Nachrichten heute viel gezielter suchen, als noch wie früher üblicher beispielsweise über die Tagesschau. Bereits in der Schule gebe es unter Schülern Diskussionen, inwiefern auch dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu vertrauen sei. Wie Corinna Bruggaier ergänzte, richtet sich das Angebot der Langen Nacht der Demokratie aber nicht an eine Altersgruppe, sondern ist eine Einladung für alle Interessierten.

Die Veranstalter aus Vereinen, Schülern, der Stadt und Glaubensgemeinden freuen sich ihre Projekte bei der Langen Nacht der Demokratie vorzustellen.  | Foto: Sebastian Ridder
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Autor:

Sebastian Ridder aus Konstanz

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