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»Wir stehen vor großen Aufgaben«

Wahlkampf Jung
Bundestagskandidat Andreas Jung, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Hausherr Manfred Siegwarth beim Rundgang durch den Garten. Insgesamt waren rund 70 Gäste bei der Diskussionsveranstaltung anwesend. swb-Bild: Gartenmanufaktur Siegwarth/Sickinger

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zu Gast in Bohlingen

Singen-Bohlingen. Im Wahlkampfjahr kündigt sich normalerweise immer pünktlich zur Bohlinger Sichelhenke die politische Prominenz zu einer Wahlkampfveranstaltung im Festzelt an. Zu Gast im Sichelhenke-Zelt waren etwa schon Peter Altmaier, Peer Steinbrück und Ursula von der Leyen. Dieses Jahr gibt es zwar Corona-bedingt wieder keine Sichelhenke am letzten Augustwochenende, doch Bohlingen kann trotzdem hohen Besuch begrüßen. Zu einer Gesprächsrunde im Schaugarten der Gartenmanufaktur Siegwarth hatte Bundestagskandidat Andreas Jung (CDU) am Sonntagabend seinen Parteifreund, den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer mitgebracht. Kretschmer pflegt eine lange Verbindung mit dem CDU-Kreisverband Konstanz und insbesondere mit Bohlingen, denn nach der Wende war es der damalige CDU-Kreisvorsitzende und Bohlinger Ortsvorsteher Anton Auer, der eine politische Patenschaft zum neugegründeten CDU-Ortsverband Görlitz mit aufgebaut hatte, dem Kretschmer angehörte.

Die Frage ist nicht »ob«, sondern »wie«

Natürlich stand aber bei den Gesprächen im Garten nicht die Vergangenheit im Fokus, sondern die Zukunft. Denn die CDU will wieder regieren, machten Jung, Kretschmer und der CDU-Kreisvorsitzende Willi Streit deutlich. »Armin Laschet muss kämpferischer werden und ganz klar deutlich machen, was die Wählerinnen und Wähler von der CDU erwarten können«, betonte Streit. Im Gegensatz zu dieser Kritik am Parteivorsitzenden gab es für Andreas Jung und seine bisherige Arbeit im Parlament Lob, insbesondere von Kretschmer. »Wir stehen vor großen Aufgaben«, betonte er. So gelte es beispielsweise den Klimaschutz zu forcieren. »Hier ist die Frage nicht mehr ob, sondern nur wie. Und Andreas Jung hat sich wie kein anderer in dieses Thema eingearbeitet und ist da ein absoluter Experte«, so Kretschmer. Gleichzeitig gelte es indes die Folgen der Corona-Krise zu beseitigen. Immerhin müssten 400 Milliarden Euro zurückgezahlt werden. »Es war richtig, die Unternehmen und Vereine zu unterstützen, es war richtig, in die Medizin zu investieren, und kein Land hat so viel gemacht wie wir. Deshalb werden wir auch wieder gut aus der Krise herauskommen. Doch ich finde, wir sollten diese 400 Milliarden Euro noch in unserer Generation zurückzahlen und sie nicht unseren Kindern und Enkeln überlassen«, betonte Kretschmer. Für ihn geht das nicht über Steuererhöhungen, sondern nur über ein dynamisches Wirtschaftswachstum wie nach der Finanzkrise. Wettbewerb und Innovation seien hierzu der Schlüssel, erklärte der Ministerpräsident in seiner Ansprache.

Innovationspotenzial nutzen

»Wir spüren seit langem, wie der Klimawandel auch in unserer Region angekommen ist. Deshalb geht es jetzt um Entschlossenheit«, so Jung. Große Unternehmen müssen in der Region zwar gehalten werden, aber klimaneutral werden, Mittelständler müssen ihr Innovationspotenzial in diesem Bereich nutzen, so Jung. »Bei allem, was schwierig war und was kritisiert wurde in der Corona-Krise, war es für mich beeindruckend zu sehen, was für Kräfte mobilisiert wurden und wie sehr gesellschaftlicher Zusammenhang gelebt wurde«, erklärte Jung. Sorgen bereiten ihm indes die spaltenden Kräfte. »In so einer Situation braucht es Kräfte, die für Zusammenhang und Ausgleich stehen«, so Jung. Beim anschließenden Rundgang im Siegwarthschen Garten gab es für die rund 70 Gäste die Gelegenheit zum politischen Austausch und zur Diskussion mit Andreas Jung und Michael Kretschmer. Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Musikverein Bohlingen.

Wochenblatt @: Dominique Hahn


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