Zuschlag nach Ausschreibung für sieben Jahre
Diakonie kann Teilhabeberatung fortsetzen

Im Bild  Randi von Stechow ( EUTB – Beraterin) Andrea Schmid (Verwaltungsleiterin) und Christian Grams, Geschäftsführer der Diakonie Konstanz. | Foto: Diakonie
  • Im Bild Randi von Stechow ( EUTB – Beraterin) Andrea Schmid (Verwaltungsleiterin) und Christian Grams, Geschäftsführer der Diakonie Konstanz.
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Radolfzell. Das Diakonische Werk hat nach einem Bewerbungsverfahren den Zuschlag vom Bund erhalten, somit kann auch ab 2023 die ergänzende Teilhabeberatung (EUTB) weiterführt werden. Die Bewilligung läuft für vorerst 7 Jahre und hat in diesem Zeitraum ein Gesamtvolumen von etwas mehr wie 1,2  Millionen Euro. Schon seit 5 Jahren gibt es im Landkreis Konstanz diese Beratungsmöglichkeit. Hier können Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen Hilfe und Unterstützung finden. Mit der jetzt vorliegenden Zusage kann die vorhandene Stelle jetzt sogar erweitert werden, informierte Christian Grams, Geschäftsführer der Diakonie im Kirchenbezirk.

Behinderte sind oftmals durch das unübersichtliche System der Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern besonders herausgefordert. Aktuelle Gesetzesänderungen sehen eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensbedingungen vor. Inklusion soll danach nicht mehr die Ausnahme, sondern zum ganz normalen Regelfall werden. Alle Menschen, auch die von der Gesellschaft behindert werden, sollen teilhaben können und das ohne Nachteile. Das hat die Bundesregierung schon im Jahr 2012 so entschieden und die Menschenrechtskonvention zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung anerkannt. Die Umsetzung dieser vom Staat garantierten Gleichstellung ist eine große Herausforderung, nicht nur für die Behörden, sondern gerade auch für Menschen, die vor besonderen Barrieren stehen. Hier soll die EUTB - Beratungsstelle helfen, wenn der Umbau der Systeme seine Tücken in der Umsetzung der Reform im Echtbetrieb zeigt. Neben der Pflicht der Behörden, die Beratung und Unterstützung zu leisten, hat die Beratungsstelle die Aufgabe hier Hilfestellung auf Seiten der Betroffenen anzubieten.
Das Diakonische Werk muss die vollumfängliche Unabhängigkeit der Beratung garantieren, das war eine Voraussetzung für die weitere Förderung. Durchgesetzt hat sich die hohe Qualität der Beratungen.
Da die Beratung im ganzen Landkreis und auch teilweise aufsuchend durchgeführt werden muss, ist die Erweiterung des Programmes zwingend. Gut ist, dass die Beratung ab 2023 mit einem erhöhten Stellenanteil ausgebaut werden kann, der notwendige Stellenaufbau soll nun zügig umgesetzt werden.

In den letzten 5 Jahre wurden etwa 1400 Beratungen und Begleitungen im Landkreis Konstanz durchgeführt. Bislang war die Stelle mit Randi von Stechow allein besetzt, mit der neuen Förderperiode kann sich jetzt ein neues Team formieren. „Ich freue mich, dass wir mit der Erweiterung nun auch besser im Landkreis präsent sein können“, sagt von Stechow.

Eine Besonderheit dieses Bundesprojektes ist, dass die meisten BeraterInnen eine Behinderung haben und darüber hinaus als sogenannte Peer-Berater besonders qualifiziert sind. Die Evaluation des deutschlandweiten Modelprojekts hat gezeigt, dass es nur dank diesem aus den USA stammenden Beratungsansatz gelingt, den wichtigen Auftrag der Teilhabeberatung umzusetzen. Denn oftmals sind individuelle Teilhabewünsche besonders schwer zu erkennen.
Das Zuhören, was für jeden einzelnen aufgrund seiner Einschränkung notwendig ist, um die von ihm empfundenen Barrieren zu überwinden, ist eine große Aufgabe. Sie gelingt besser mit dem Peeransatz, der besonders Wert auf ein Empowern legt. So soll mit den Betroffenen und nicht über sie entschieden werden.
Die PeerberaterInnen übersetzen die berechtigten Teilhabewünsche in eine Behördensprache. Teilhabe findet in allen Lebensbereichen statt, ob es Gesundheit, Bildung, Arbeit, Freizeit, persönliche Entwicklung ist, überall gibt es besondere Vorgaben in verschiedenen Gesetzbüchern. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Christan Grams, sieht die dringende Notwendigkeit der EUTB – Beratung: „Viele Hilfesuchende sind mit den oft schwer zu durchschauenden Zuständigkeiten überfordert und benötigen dringend diese unabhängige Hilfe“.

Ergänzende Informationen gibt es unter: www.diakonie-radolfzell.de (cg)

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Presseinfo aus Singen

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