Narrizella Ratoldi
Die Narrenzunft stellt Weichen für die Zukunft
- Bei den Erneuerungswahlen der Narrenzunft Narrizella Ratoldi wurde die Vorstandschaft und der gesamte Narrenrat für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Neu in das Gremium Christian Müller von den Holzern.
- Foto: Achim Holzmann
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Radolfzell. Mit klarem Blick nach vorn und fest verwurzelt in der Tradition hat die Narrenzunft Narrizella Ratoldi am Freitag, 24. April, ihre Jahresversammlung 2026 in der Aula des Friedrich-Hecker-Gymnasiums abgehalten. 134 Mitglieder waren der Einladung gefolgt – die Versammlung war damit beschlussfähig und zugleich ein eindrucksvolles Zeichen für die lebendige Gemeinschaft des Vereins.
Im Zentrum des Abends standen neben den turnusmäßigen Berichten vor allem die Wahlen der Vorstandschaft sowie des Narrenrates. Präsident Martin Schäuble nutzte seinen Jahresbericht, um ein Thema in den Fokus zu rücken, dass die Zunft weit über die närrischen Tage hinaus schon seit geraumer Zeit beschäftigt: das «Projekt Kaufhausstraße 1». Das derzeit leerstehende Gebäude neben der Zunftstube birgt erhebliches Entwicklungspotenzial. Bereits heute wird das Erdgeschoss als Entgegenkommen der Stadt genutzt. Perspektivisch strebt die Narrenzunft eine vollständige Übernahme an.
Die Vision ist ambitioniert: Neben einer langfristigen Nutzung durch die Zunft selbst könnte die Stadt für zehn bis fünfzehn Jahre als Ankermieter gewonnen werden. Insbesondere die oberen Etagen könnten dann Raum für neue kulturelle Angebote bieten. Schäuble betonte, dass sich das Projekt noch in einem offenen Entwicklungsprozess befinde. Ideen seien bereits gesammelt und dokumentiert worden. Nun gelte es, diese «Gedanklich frei und zukunftsorientiert mitzudenken», so Schäuble, sachlich zu prüfen, um auf einer außerordentlichen Versammlung eine fundierte Entscheidung zu treffen – getragen von einem soliden Finanzierungskonzept aus Eigenmitteln, Darlehen und möglichen Fördergeldern.
Zunftmeister Sascha Hein ließ das vergangene Vereinsjahr mit viel Humor und anschaulichem Bildmaterial Revue passieren. Der Auftakt mit dem Frühlingsfest und der Besuch aus der französischen Partnerstadt Istres setzte ebenso Akzente wie die Teilnahme am Großkanadierrennen, die Zunfthausparty und das Hansele-Jubiläum. Auch das Altstadtfest, das neue Kinderangebot «Kürbisschnitzen» sowie die Einrichtung eines neuen Narrenbaumlochs fanden großen Zuspruch. Höhepunkte der Fasnet waren unter anderem die Weiberfasnacht, der Dreikönigsfrühschoppen, die Narrenspiegel sowie das große Narrentreffen in Stockach. Ergänzt wurde das Programm durch das Jubiläum der Holzer, die Veranstaltung „Fasnet vuzelle“ und die beliebte Straßenfasnacht über «die tollen Tage» im Stadtzentrum.
Säckelmeister Joachim Bold präsentierte eine ausgeglichene Jahresrechnung und unterstrich damit die solide finanzielle Basis der Zunft. In den anschließenden geheimen Wahlen wurde die gesamte Vorstandschaft für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Auch der Narrenrat erhielt das Vertrauen der Mitglieder erneut. Neu in das Gremium gewählt wurde Christian Müller von den Holzern. So endet die Versammlung mit einem klaren Signal: Die Narrenzunft Narizella Ratoldi bleibt nicht stehen, sondern gestaltet aktiv ihre Zukunft: «Fasnet und mehr» mit einem kräftigen «Narro» – sowie mit Ideenreichtum, Gemeinschaftssinn und einem festen Fundament.
Autor:Achim Holzmann aus Singen |