Verkehrssicherheitstage am BSZ Radolfzell
Realistische Einblicke statt trockener Theorie
- Foto: Arne Keller (BSZ)
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Radolfzell. Wie schnell aus einer kurzen Unachtsamkeit ein schwerer Unfall werden kann, wurde den Schülerinnen und Schülern am Berufsschulzentrum Radolfzell eindrücklich vor Augen geführt: Bei den Verkehrssicherheitstagen am 22. und 23. April stand nicht Theorie, sondern das unmittelbare Erleben im Mittelpunkt.
An zahlreichen Stationen konnten die Jugendlichen selbst erfahren, welche Folgen riskantes Verhalten im Straßenverkehr haben kann. Ob im Überschlagsimulator, beim Aufprall im Gurtschlitten oder im Fahrsimulator – viele Situationen machten deutlich, wie wenig Spielraum im Ernstfall bleibt. Ergänzt wurde das Angebot durch Reaktions- und Sehtests, einen Parcours mit Rauschbrille sowie Simulatoren rund um E-Scooter und Helmnutzung.
Besonders eindrucksvoll wirkte die Kombination aus praktischen Vorführungen und realitätsnahen Einblicken: Ein schwer beschädigtes Unfallfahrzeug sowie die Demonstration der Feuerwehr, die ein Auto zur Rettung von Verletzten zerlegte, machten die Konsequenzen von Verkehrsunfällen greifbar. Auch ein zusätzlicher Fahrsimulator aus Stockach bot die Möglichkeit, das eigene Verhalten in kritischen Situationen zu überprüfen.
Im Vorfeld hatten Präsentationen bereits zentrale Risikofaktoren thematisiert. Dabei wurde unter anderem deutlich, wie gravierend Ablenkung sein kann: Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden aufs Handy schaut, legt nahezu 30 Meter „blind“ zurück. Auch Alkohol, Drogen oder Übermüdung wurden als häufig unterschätzte Gefahren benannt – ebenso wie überhöhte Geschwindigkeit oder das Missachten einfacher Sicherheitsregeln wie das Anschnallen.
Für Harald Grömminger von der Kreisverkehrswacht Konstanz ist klar, warum solche Angebote notwendig sind: „Erfahrung lässt sich nicht ersetzen – aber man kann Situationen vorher durchdenken und trainieren.“ Initiiert wurden die Verkehrssicherheitstage von Abteilungsleiter Kristof Günther. Sein An-liegen bringt er auf den Punkt: „Wenn dadurch auch nur ein einziger Unfall weniger passiert, hat sich der Aufwand gelohnt.“
Unterstützt wurde die Veranstaltung von zahlreichen regionalen Partnern, darunter die Po-lizei, die Freiwillige Feuerwehr Radolfzell, die Kreisverkehrswacht Konstanz, das Autohaus Blender, die Fachstelle Sucht Singen sowie der Schulsanitätsdienst.
Die beiden Projekttage zeigten eindrücklich: Verkehrssicherheit lässt sich nicht allein durch Regeln vermitteln – sie muss erlebt und verstanden werden. Gerade für junge Menschen, die am Beginn ihrer Teilnahme am Straßenverkehr stehen, kann das entscheidend sein.
von Arne Keller (BSZ)
Autor:Redaktion aus Singen |