Hallo und guten Tag
Renten aus dem Wolkenkuckucksheim

Mein Kumpel Struppi und ich hatten eine gemeinsame Tour geplant und pünktlich lief ich zu unserem Treffpunkt. Struppi stand auf den Hinterpfoten und bellte ständig »Wie schön ist es in Wolkenkuckucksheim, ich reise gleich dorthin; die Stadt in der Milch und Honig fließen, das ist doch mein Berlin«. Der arme Kerl war vollständig aus dem Häuschen. Ich hatte - entschuldigen Sie - den Eindruck, dass mein Freund den Verstand verloren hatte. Ich konnte ihm keine Fragen stellen. Wie von Sinnen wiederholte er seinen Spruch von Wolkenkuckucksheim und Berlin. Jetzt platze mir der Kragen und ich forderte ihn auf endlich seine Schnauze zu halten. Wieso, mein Spruch ist doch gut und er reimt sich sogar einigermaßen, kam die Antwort und schon ging es wieder los: »Wie schön ist es in Wolkenkuckucksheim, usw., usw.« Auf meine nochmalige Frage kam Struppi endlich zur Sache. »Ja, meinte er und grinste, Wolkenkuckucksheim liegt nicht auf irgend einer Wolke 7, sondern mitten drin in der Hauptstadt Berlin. Genauer gesagt liegt der Ort im Bundestag«. Ehrlich gesagt, verstand ich nur Bahnhof. Mein Freund half mir auf die Pfoten oder - wie die Zweibeiner sagen - auf die Sprünge. Die Regierungsparteien von CDU und SPD sind der Meinung, dass die Abgeordneten jetzt lange genug auf eine Diätenerhöhung verzichtet hätten. Deshalb planen Sie eine Anpassung zwischen 9 und 10 Prozent in zwei Schritten. Zum 01. Januar 2008 steigen die Bezüge um 330 Euro (das ist ein Plus von 4,7 Prozent) und einen Nachschlag in gleicher Höhe soll es dann zum Jahresbeginn 2009 geben. Das angepeilte Ziel ist die Anpassung an die Gehälter von Bürgermeistern mittlerer Städte und Bundesrichtern. »Na ja, wenn die Abgeordneten seit 2003 auf eine Erhöhung verzichtet haben, muss doch irgendwann einmal eine Anhebung erfolgen«, meine ich ganz naiv. »Bunter Hund, Du glaubst wohl immer an das Gute«, kam es ganz spitz von meinem Freund zurück. »Die Damen und Herren Abgeordneten wünschen nur die Angleichung ihrer Gehälter an die Bezüge von Bürgermeistern und Bundesrichtern. Nimm doch mal die steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von monatlich 3.720 Euro zur Abdeckung der Ausgaben für ein Wahlkreisbüro, Büromaterial, Telefonkosten und Reisen und nicht zu vergessen der Anspruch auf 13.660 Euro monatlich für die Bezahlung von Mitarbeitern. Außerdem steht jedem Abgeordneten in Berlin ein Büro mit 54 Quadratmetern zu; die Dienstfahrzeuge können im Umkreis von Berlin genutzt werden und selbstredend gibt es eine Freikarte für die Bahn. Auch mandatsbedingte Inlandsflugkosten werden vollständig ersetzt. Trotz der beachtlichen Diäten beteiligt sich der Bundestag auch an den Kosten für die Krankenversicherung der Mandatsträger«. So langsam dämmerte mir was mein Kumpel mit seinem Spruch meinte. Doch Struppi war noch nicht am Ende mit seinen Informationen. Der dickste Hund, sei nach seiner Meinung, der unverschämt hohe Pensionsanspruch; bereits nach 8 Jahren Abgeordnetentätigkeit kriegen die Jungs und Mädels 24 Prozent der Diäten als Ruhegehalt; das wird für die Zukunft auf 20 Prozent gemindert. Den Höchstsatz von 67,5 Prozent der Diäten wird künftig nach 27 Jahren erreicht. Das Rentenalter von 67 Jahren soll schrittweise auf die Abgeordneten übertragen werden. Allerdings haben sich die Herrschaften da schon wieder eine Nische gesichert. War ein Zweibeiner 8 Jahre im Parlament, hat er bereits vom 57. Lebensjahr an Anspruch auf Auszahlung des Ruhegehaltes. Spätestens nach dieser Information hat es bei mir klick gemacht und ich verstand die Wut meines Kumpels nur zu gut. Über die Selbstbedienungsmentalität von Politikerinnen und Politikern habe ich schon des öfteren meine Schnauze aufgemacht und laut gebellt. Die Herrschaften lamentieren über den angeblich so ungerecht schlechten Ruf, den sie genießen. Langsam bin ich mir sicher, dass diese Zweibeiner tatsächlich in Wolkenkuckucksheim - auch Berlin genannt - leben. Wie sonst ist die Frechheit, Arroganz und Selbstüberschätzung zu werten mit der sie über den Rentenanspruch mit 67 für Otto - Normalverbraucher entscheiden um sich gleich anschließend wieder selbst zu bedienen? Es ist zum K.... Deshalb, sofort Schluss mit der Sonderstellung von Abgeordneten in Sachen Altersversorgung - egal, ob Landtag oder Bundestag -.

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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