Wafrös alemannische Dialektik vom 11. Oktober 2007

S giit ä Schprichwort, des heißt, »Der isch bekannt wie en bunte Hund«. Do demit mont mer it de »Bunte Hund«, also min Kolleg uf de andere Siite, des will heiße, dass den jeder kännt und so gohts manchmol mir, weil mi vill Lüt känned, vu minere Schriiebete us unserm Blättle. Uf de oene Siite erfillt mi des miteme gewisse Schtolz, aber uf de andere Siite ka om des au ganz schä uf de Wecker go. Etz nu mol ä Beischpiel: Do hon i im Supermarkt im Angesicht vu däne guete Sache ufs Mol en Gluschte kriegt, obwohl i it schwanger war. En Gluschte krieged äbe it nu Schwangere, sondern au ganz normale Mensche. Damit des etz au wieder alle verschtond, sott mer des Wort »Gluschte« erkläre. En Gluschte isch ein Gelüste, was om pletzlich iberkunnt. Mer sieht zum Beischpiel ä Dösle Fleischsalat und pletzlich iberkunnt om des Gelüschte uf Russische Eier. Des isch en Gluschte. Und so en Gluschte isch zmol i mir wach wore, wo i des Dösle Fleischsalat gsäe hon und i hon denkt, mach doch wieder mol Russische Eier. Weil i kone Eier meh dohom ghet hon und mei liebe Eierfrau Evmarie i dere Woch it kumme isch, hon i sechs Landeier kauft und bin mit mine Eier und mit mim Fleischsalat a d Kass zum zahle. Etz isch mer aber eigfalle, dass i vergesse hon, wie mer hartkochte Eier macht. Mit kochendem Wasser, war mer scho klar, aber i hon nume gwisst, wie lang mer die Eier koche sott. Etz hon i die Kassiererin gfrogt, »saged se mir doch schnell, wie mer kochte Eier macht!« Do kunnt die blede Gschicht mit dem »Bunte Hund«. Weil mi die Kassiererin kännt hot, do hot die en Scholle glachet und gmont, i well sie uf d Schipp näe. Ums Verrecke hot se mir it erklärt, wie mer hartkochte Eier macht. »Haetz höred se doch uf mit dem Bledsinn«, hot se gseit, sie känned doch mir it weis mache, dass sie it wissed, wie mer hartkochte Eier macht. I hon bettlet und hon gfleht i hett ko Ahnung meh und sie hot all no meh glachet und gmont, i well sie doch nu uf de Arm näeh, damit i wieder ä Gschichtle schriibe ka. Inzwische isch en Hufe Lüt a de Kass gsi. Die oene hond glachet, die andere sind nervös wore, weils ene bressiert hot. I hon denn gset, des mit dem kochende Wasser woss i scho, aber it wie lang! Do hot ä Frau lachend gmont, i soll die Eier so lang im Kächele loo, bis alles Wasser verdampft isch. Dass die Dame mich nu verseggle will, hon sogar i sofort gmerkt, aber au die hot mi nu verseggle welle, weil se mi kennt hot, äbeweil i bekannt bin wie en bunte Hund. Am Schluss vu dem Theater hot denn ä richtige Dame mir erklärt, wie lang mer Eier kocht, wachsweich, als Frühstücksei und hartkocht. Denn bin i hom und hon meine Russische Eier gmacht und sie wared delikat! No ko Woch druf hon i im Küehlschrank no en Landjäger gfunde und hon denkt, der sei au numme so frisch, wie er mol gsi isch. Also hon iden altersschwache Kamerad ine Kächele tue, Wasser dezue und honen heiß gmacht, denn heiße Landjäger sind ä Delikatess. Etz hot s Delefon gschellet und mei Freundin Gerlinde war am Droht. Sie isch Religionslehrerin und liest die gliiche Büecher wie i au lies. Im Nu waremer dief im geischtliche Gschpräch und min Landjäger im kochende Wasser. Mer wared grad so schä im Thema »Mystik«, do hot min Landjäger graucht und gschtunke und mei Kächele war schwarz. Do isch mer die Frau wieder eigfalle, wo gmont hot, Eier kocht me bis ko Wasser meh im Kächele isch. Des Thema Mystik homer denn verschobe uf ä andermol.

Von Walter Fröhlich

Autor:

Redaktion aus Singen

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