Wafrös Alemannische Dialektik vom 12. März 2008

Wenn i ebbes hass, wie de Deifel s Weihwasser no isch des s Uflöse vunere Wohnung. Viermol i mim Läbe hon i des mache mösse und jedesmol isches no schlimmer gsi und wenn i no weng uf dem Planet umenand dappe derf, ka's am End sei, dass die grusig Arbet nomol uf mi zuekunnt. Ä Wohnung uflöse duet me nämlich fascht immer nu us zwei Gründ. Mer moss'es mache, wenn ebber gschtorbe isch und do kunnts denn wieder druf a, wie noh om der sogenannte Verblichene gschtande isch. S giit Lüt, däne macht des nint us, weil se fir den Verschtorbene nu us irgendwelche Gründ no s Fürsorgerecht ghet hond. Denn macht mer's halt, weil des fir en sogenannte Betreuer zu de Pflichte ghert, wo'ner erfülle moss.Weng andersch isches scho, wenn der Beteffende zu sim Pflegefall ä diefere Beziehung ghet hot, wenn'er efters bi dem i de Wohnung war und s hot sich ä Freundschaft entwicklet. Je nöcher sich die zwä gschtande sind, umso uagnehmer wird denn die Uflösung vu dere Wohnung fir den, wo'se mache moss. Isch de Wohnungsinhaber gschtorbe, no isch in gottsname nint anders ibrig bliebe. Des isch meischtens en Troscht, aber wenn der oder die Betreffende ine Alters- oder Pflegeheim umzieh moss, no sieht die Sach scho bitzele andersch us.Etz isches nadierlich wieder en Underschied, ob der neie Heimbewohner no woss, wa etz mitem gschieht, oder ob ihm s Schicksal sei Hirn scho so verdunklet hot, dass'er nume woss, wa mitem bassiert. I hon beides erläbt und s friert me jedsmol, wenn i dra denk. Wemer ime kranke und alte Mensch, er brucht it emol alt si, wemer dem klarmache moss, dass'es eifach nume goht, dass er elei und ohne Hilf bei Tag und Nacht nume läbe ka,dass er etz rund um d Uhr pflägt wäre moss und dass er drum sei Wohnung verlosse muess, sich vum meischte trenne moss, wa ihm lieb war und no lieb isch, des isch fir den, wo do demit betraut wird, ä herbe, i mecht fascht sage, ä grusige Ufgab.Oft sind Mensche aber so krank, hinfällig und hilfsbedirftig, dass'ene klar isch dass se etz ine Heim mössed, wo se denn ihre Pfleg hond. Wenn se des aber it eisäned, no isch des ä wüeschte Arbet fir desjenige, wo dem arme Mensch sei "Hoemet" buechschtäblich "uflöse" moss. Schliesslich woss der wo uflöst ganz genau, wie sin Schützling, oft sei Mamme oder sin Babbe, a all dem hanget, wo mer ne etz nimmt, verteilt, verscherblet, furtwirft uf neudeitsch "uflöse" moss. Des ka om schier s Herz verriesse, wemer ons hot.S giit jo gnueg Lüt, wo it emol wissed, wie mer des Wort empfindsam schriibt, geschweige denn, dass se wissed, wa des bedeitet. Die laded ohne herzklopfe alls uf en Laschtwage, wa se selber it bruche känned, oder wa sich it verklopfe losst und denn nix wie ab zu de Schperrguetsammelschtell. Dert krieged se denn meischtens no weng Händel mit e Ufsichtspersonal, weil se it alls uf on Hufe werfe derfed. Sie fassed denn ihren Fruscht i dem Satz zamme "Nint wie Ärger hot me mit dem alte Glump," denn gond se wieder zu de Tagesordnung iber.Hot me aber zu dem Wohnungsinhaber ä ächte oder sogar ä diefe oder ganz diefe Beziehung, no bluetet om doch s Herz bi jedere Schachtel, bi jedere Schublad, bi jedem Schrank, wo me offmacht. Jedes Figürle ufem Wertiko, jede Bluemewas, jedes Bilderrähmle moss mer doch nomol i d Händ näeh und die Gschicht vume Läbe lauft wie en Film vor om ab und du mosch etz Schicksal schpiele und die Gschicht brutal uflöse!" Drum sott me all wieder mol dra denkedass des it selbschtverschtändlich isch, dass mer no dohom sei derf und mer sott sich vill meh freie a all dem, wa me hot. Mer hot's nämlich it fir ewig und me verlierts menkmol schneller, als me denkt.

Von Walter Fröhlich

Autor:

Redaktion aus Singen

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