Wafrös alemannische Dialektik vom 6. Februar 2008

Heit saged se am See und "hüt" saged se im Hegau und heit oder hüt isch Aschermittwoch, de Beginn vu de Faschteziit, vum chrischtliche Ramadan. Sie schpillt ko große Roll meh, d Faschteziit, und d Muslim känned nu lache, wenn se höred, dass bi de Chrischte etz Faschtezeit isch, weil bi ihne de Ramadan ghörig ebbes vunene abverlangt, zum Beischpiel nüchtern bliibe bis am Obed. Mir Chrischte mached's uns bitzele leichter. Vor zweihundert Johr homer's no schtrenger ghet. Do homer ko Fleisch meh esse derfe, kone Eier und hond de Leib in Zucht näme möße, bis er im Hirn wieder gfolget hot. Heit oder hüt hond mir uns befreit vu sottige asketische Sache. Mir lond uns wenig Asche uf de Kopf schtreie und gond anschließend ge Schnecke esse, oder lond uns Froschschenkel schmecke.Ebbes isch komischerweis no bliebe, wahrscheinlich weil näemerd weng diefer driber nochdenkt. Wenn die Fasnet rum isch, und des isch se halt eifach am Aschermittwoch, no bläred die Narre traditionsgemäß bi de Fasnetsbeerdigung, aber no gond se nomol i d Narrebeiz und feiered so ebbes wie Auferstehung, weil se wissed: "S goht degege!" Des isch de Troscht und d Hoffnung vu jedem Fasnachter, dass'es etz, ab em Aschermittwoch wieder degege goht. Ime Johr isch wieder en Schmutzige, ime Johr isch wieder ä Fasnet, ime Johr isch wieder fir ä paar Täg der Zueschtand, wo mer i om, wo it vu do isch, it beschreibe und au it erkläre ka.Des "Gell s goht wieder degege" ibertönt bi uns sogar des öschterliche Halleluja, weil die Sach mit dere Auferstehung zwar hinlänglich bekannt isch, aber im Hirn und im Herz isch se no lang it verwurzlet. "S goht degege" aber isch ebbes Reales ebbes Wirkliches, weil mer todsicher woss, dass de näkschte Aschermittwoch wieder kunnt und dodemit au de Schmutzige Dunschtig. Wer en neie Kalender hot, der ka sogar scho abläse, wenn's wieder degege goht.Vor allem die Junge sind fasziniert vu dem "S goht degege". Weil mer als junge Mensch alleweil ä Ziel hot, wo mer woss, uf wa mer sich freie ka und drum isch des "S goht degege" en positive Blick i die Zukunft. Nu fir uns Ältere hot des "S goht degege" uf omol ä ganz andere Bedeitung. Fir de alte Mensch goht's tatsächlich degege, nu uf ä andere Art. S goht degege uf was? Die uralte Frog vu de Menschheit kunnt uf omol uf om zue. Die Froge, woher und wozue hot mer hinder sich glosse. Etz isch nu no die onzig wichtig Frog offe: Wo na, wo hi, zu wem?S isch ä wunderbar's Motto, des "S goht degege", weil's uns Ältere machtvoll dra erinneret, dass s'Meischt g'loffe isch. Dass mir uf de Zielgerade sind, dass mir uns allmählich schleinigscht Gedanke mache sotted, wo ane goht's denn, wenn's degege goht. Gege wa goht's denn eigentlich? Fasnacht isch ä wunderbare Sach. Wemer jung isch, isch se en Sack voll prallvoll's Läbe, voller Freud wo schprüht und s Dasein bejaht. Wemer älter wird, erinneret se om a die uralte Menschheitsfroge: "Woher kunnsch, zu wa bisch und wo ane gohsch!"Wemer heit oder hüt weng driber nochdenked, iber des "S goht degege", no hettemer de chrischtliche Ramadan, unsere Faschtezeit, ganz guet agfange. Die Junge läsed des zwar it, aber wenn se's läsed, no sotted se dra denke, dass die Jugend mol ufhört und sie sotted a selle denke, wo scho früeh hond gange möße. De Mensch soll sich freie am Läbe, nu sott'er all wieder mol dra denke, dass des it alleweil so luschtig wie Fasnet isch, denn wie mer's au betrachtet: "S goht degege!" Und des isch eigentlich ganz guet so.

Von Walter Fröhlich

Autor:

Redaktion aus Singen

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