Ausschuss Stadtplanung, Bauen und Umwelt Singen
25-Megawattstunden-Batteriespeicher soll Stromnetz in Singen stabilisieren
- Auf dem Gelände des ehemaligen Umspannwerks der Naturenergie in Singen ist ein 25-Megawattstunden-Batteriespeicher geplant. Die Anlage soll künftig dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren und überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen zwischenzuspeichern.
- Foto: Eron Metolli
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Singen. Auf dem Gelände des ehemaligen Umspannwerks der Naturenergie in unmittelbarer Nähe des Constellium in Singen könnte künftig eine große Batteriespeicheranlage entstehen. Das geplante Batteriespeichersystem mit einer Kapazität von rund 25 Megawattstunden soll einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes leisten und überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen zeitversetzt verfügbar machen.
Vorgestellt wurde das Vorhaben im Ausschuss für Stadtplanung, Bauen und Umwelt des Gemeinderates Singen durch Christian Denzel, Leiter für Baurecht der Stadt Singen. Eine Abstimmung oder Beschlussfassung erfolgte nicht – der Ausschuss nahm das Projekt lediglich zur Kenntnis.
Der Hintergrund des Projekts liegt in den zunehmenden Schwankungen bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien. Wind- und Solaranlagen liefern abhängig von Wetter und Tageszeit unterschiedliche Mengen an Strom. Batteriespeicher können diese Schwankungen ausgleichen, indem sie Energie aufnehmen, wenn mehr Strom vorhanden ist als benötigt wird, und sie später wieder bereitstellen.
Geplant ist die Errichtung eines stationären Batteriespeichersystems, das vollständig automatisiert betrieben und rund um die Uhr fernüberwacht werden soll. Die Anlage besteht aus vier Batteriespeichercontainern, drei sogenannten Mittelspannungs-Wechselrichterstationen, einem Materialcontainer sowie einer Mittelspannungsschaltanlage und einer Trafostation. Die technischen Einrichtungen dienen dazu, elektrische Energie aufzunehmen, zwischenzuspeichern und bei Bedarf wieder in das Stromnetz einzuspeisen. Die Batteriespeicher basieren auf Lithium-Ionen-Technologie.
Die Container verfügen über umfangreiche Überwachungs- und Sicherheitssysteme. Dazu gehören unter anderem Batteriemanagementsysteme, Temperaturüberwachung, Rauch- und Gassensoren sowie automatische Abschaltmechanismen. Für den Fall eines technischen Ereignisses sind zusätzliche Sicherheitseinrichtungen wie eine automatische Löschanlage und Druckentlastungssysteme vorgesehen. Zum Schutz vor unbefugtem Zutritt ist eine rund zwei Meter hohe Zaunanlage mit Toranlage und Videoüberwachung vorgesehen.
Der Standort wurde nach Angaben der Planer bewusst gewählt. Die Fläche befindet sich innerhalb eines bereits technisch und gewerblich geprägten Bereichs und liegt auf einer ehemaligen Umspannwerksfläche. Dadurch bestehen bereits günstige Voraussetzungen für den Anschluss an die Energieinfrastruktur. Die Verbindung zum Stromnetz soll über unterirdisch verlegte Mittelspannungskabel erfolgen.
Für die Stadt Singen befindet sich das Projekt damit in einer frühen Planungsphase. Mit dem Batteriespeicher könnte ein weiterer Baustein für die Energiewende und die Versorgungssicherheit in der Region entstehen. Gleichzeitig müssen im weiteren Verfahren Fragen zur baurechtlichen Zulässigkeit, zum Brandschutz, zur technischen Ausführung und zu möglichen Auswirkungen auf die Umgebung geprüft werden. Eine endgültige Entscheidung über die Realisierung der Anlage steht derzeit noch aus.
von Eron Metolli
Autor:Redaktion aus Singen |