33 Standorte auf dem Prüfstand
Der Galeria in Singen droht die Schließung
- Seit Jahren kämpft Galeria ums Überleben. Nun könnte auch der Standort Singen geschlossen werden.
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Singen. Der Überlebenskampf der Warenhauskette Galeria geht in die nächste Runde und dieses Mal könnte ihm auch der Standort Singen zum Opfer fallen.
Der Konzern mit deutschlandweit noch 83 Häusern hat eine Liste von 33 Standorten veröffentlicht, die nun geprüft werden sollen. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage bestätigt Galeria, dass auch der Standort Singen dazu gehört. "Am Standort Singen besteht struktureller Handlungsbedarf", heißt es demnach. "Die Verkaufsfläche ist für den lokalen Markt deutlich zu groß, das Betriebsergebnis unzureichend." Daher sollen Gespräche mit dem Vermieter aufgenommen werden, um durch Flächenreduzierung und entsprechenden Mietkonditionen "die wirtschaftliche Eigenständigkeit des Hauses zu sichern".
Jeder Standort müsse die Voraussetzung erfüllen, nachhaltig profitabel zu wirtschaften. "In Singen müssen wir das Haus auf eine neue wirtschaftliche Grundlage stellen", sagt Philipp Kretzer, Chief Sales Officer bei Galeria. "Wir führen diese Gespräche mit dem klaren Ziel, durch ein kompakteres Konzept und marktgerechte Konditionen eine langfristige Perspektive für den Standort zu schaffen."
Das Unternehmen bestätigt, dass eine Schließung nicht ausgeschlossen ist: "Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, besteht auch die Möglichkeit, dass sich Galeria nach Erfüllung von Verträgen aus Standorten zurückzieht." Dies könne dann auch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. "Der langfristige Erhalt von Standorten steht im Vordergrund", teilt Galieria mit. "Grundvoraussetzung ist Profitabilität."
Für Clausia Kessler-Franzen, Geschäftsführerin von Singen aktiv, wäre eine Schließung ein herber Verlust. Gerade auch für die Mitarbeitenden, die lange Zeit um den Standort gekämpft hätten und ihm treu geblieben seien. "Es würde eine große Lücke reißen", so die Singen-aktiv-Geschäftsführerin. "Galeria ist ein wichtiger Baustein für unsere Innenstadt."
In Baden-Württemberg stehen neben Singen vier weitere Standorte auf der Liste: Die Filialen in Freiburg auf dem Europaplatz, in Heilbronn, in Mannheim und in Offenburg werden demnach ebenfalls geprüft. Nicht in der Diskussion steht somit der Standort Konstanz. Doch Galeria stellt klar, dass auch an den übrigen 50 Standorten - also auch in Konstanz - Gespräche mit Vermietern und lokalen Partnern geführt werden sollen. "Hierbei geht es mitunter um eine ausgewogene Risikoverteilung in einer weiterhin angespannten Marktsituation des innerstädtischen Einzelhandels."
Autor:Tobias Lange aus Singen |